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25. November 2010

Eine breite Palette an Klangfarben

Die Trachtenkapelle St. Ulrich präsentierte unter Leitung von Michael Stecher in der Pfarrkirche ein anspruchsvolles Programm.

  1. Dirigent Michael Stecher im Dialog für zwei Trompeten mit Vorstand Roman Gutmann. Foto: Hans Jürgen Kugler

BOLLSCHWEIL-ST. ULRICH. Ein im wahrsten Sinne des Wortes buntes Programm hatte die Trachtenkapelle St. Ulrich am vergangenen Sonntag in der Pfarrkirche den kalten grauen Novembertagen entgegengesetzt. Unter dem Thema "Klang-Farben" hatten die Musiker unter Leitung von Michael Stecher eine breite Palette aus unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen gemischt.

Farbmischung war auch das Thema von Benjamin Brittens einleitender Komposition "Klangfarben für drei Klarinetten". Die zunächst drei solistisch geführten Klarinettenstimmen gewannen im Zusammenspiel durch Überlagerung der Obertöne auf wundersame Weise ganz neue überraschende Klangfarben hinzu. Als klangewaltiges Monumentalgemälde erwies sich dann das "Präludium für Blasorchester" von Alfred Reed, ehe mit vielschichtig sich überlagernden Rhythmen die jungen Trommler der Trachtenkapelle in der Komposition "Rotazio" von Elisabeth Amandi bewiesen, dass auch Rhythmus eine sehr farbige Angelegenheit sein kann. Barocken Farbglanz romantischer Klangmalerei stellte das Orchester mit Bachs Choral "Was mein Gott will" dem Hymnus "Iam lucis orto sidere" von Anton Bruckner gegenüber.

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Es will etwas heißen, wenn’s dem Chamäleon zu bunt wird – die Komposition von Maurice Hammers hat genau dies zum Thema. Die Metamorphose vom warmherzigen grünen Chamäleon zum angriffslustigen roten Tier machten die Musiker mit Tuba, Tenorhorn, Vibraphon, Marimba und Pauken für jeden anschaulich nachvollziehbar. Eher ruhig und farblich ausgewogen ging es dagegen in Frank Ericksons "Melodie für Blasorchester" zu, und wie viele unterschiedliche Nuancen die Farbe Blau haben kann, ließ sich aus den Auszügen aus Georg Friedrich Händels "Wassermusik" heraushören.

Schillernde Klangfarben in rhythmischen Details offenbarten sich in der Komposition "Kristall" von Eckart Kopetzki, welche die jungen Trommler der Trachtenkapelle ebenso bravourös hervorzauberten wie zuvor schon in der Komposition von Amandi.

Die unterschiedlichsten Farb-Töne mischen sich auch in den Dialog für zwei Trompeten von Eugène Bozza, bei dem Dirigent Michael Stecher höchstselbst zum Instrument griff, ehe Musiker und Dirigent mit der "Moorside Suite" von Gustav Holst einen fulminanten Abschluss setzten.

Fazit: Die Musikerinnen und Musiker der Trachtenkapelle St. Ulrich hatten mit diesem außergewöhnlichen und klangfarbenprächtigen Konzert eindrucksvoll unter Beweis gestellt, zu welchen einzigartigen Glanzleistungen die sinfonische Blasmusik in der Lage ist. Um ein solch musikalisch anspruchsvolles und innovatives Programm überzeugend auf die Bühne zu bringen, bedarf es erstklassiger Musiker und eines begabten und mutigen Dirigenten. Beides hatte man an diesem Abend in der Kirche St. Peter und Paul erleben können. Um den eisigen Temperaturen der kommenden Tage ein wenig Wärme entgegensetzen zu können, präsentierte das Orchester als kleine Zugabe "Irish Tune from County Derry" von Percy Grainger, "in dunklen, warmen Rottönen", wie Michael Stecher abschließend sagte.

Autor: Hans Jürgen Kugler