Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
13. Januar 2012
Engagiert ist eine ganze Familie
WEIHNACHTSZEIT-KRIPPENZEIT: Die Krippe in Bollschweil.
BREISGAU (fry). Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen im Freiburger Umland vor sowie Leute, die Krippen selbst bauen. Heute: die Krippe in der Kirche St. Hilarius in Bollschweil.
Immer erst zwei Tage vor Heiligabend wird die Krippe in der St. Hilarius-Kirche zu Bollschweil aufgebaut, das ist Tradition. Diesem Brauch verpflichtet fühlt sich eine ganze Familie: Cäcilia und Rudolf Schmutz und ihr Sohn Achim. Gemeinsam mit der Mesnerin Brigitte Klett machen sie daraus ein kleines Ritual, das nach einem ganz bestimmten Zeitplan abläuft.
Brigitte Klett ist allerdings schon länger mit der Bollschweiler Krippe befasst. Sie hat kurz nach dem Amtsantritt des kürzlich versetzten Pfarrers Thomas Denoke (die BZ berichtete), also vor knapp 14 Jahren, damit begonnen, sich um den Aufbau und die Pflege der Krippe in der Kirche zu kümmern.
Voll verantwortlich dafür ist sie aber, seitdem sie vor neun Jahren die Stelle der Mesnerin übernommen hat. Daher weiß sie, was alles zur Krippe gehört: außer Maria, Josef und dem Kind drei Könige, zwei Hirten (einer mit Flöte, einer mit einem Schaf auf den Schultern), sowie ein Ochs, ein Esel und zehn Schafe. Alles das ist im Nazarener Stil gehalten, passend zur Innenausstattung der Kirche, und aus Gips. Die Figuren sind relativ groß: von den Männern ist keiner unter 40 Zentimetern.
Werbung
Nach der Weihnachtszeit werden sie wieder sorgfältig verpackt und aufbewahrt, weshalb sie auch alle noch in gutem Zustand sind. Erneuert werden musste allerdings einmal der Stall, der sich vor zwölf Jahren als baufällig erwies. Die Erbauerin des heutigen Schutzraums für die Heilige Familie war Martha Barth aus Pfaffenweiler, der Brigitte Klett noch heute dankbar für ihre Arbeit ist.
Mit gemischten Gefühlen erinnert sich Brigitte Klett an ein Vorkommnis, das ihr und der Gemeinde einiges Kopfzerbrechen bereitet hat.
Eines Tages war eine Figur verschwunden, die bis dahin fest zum Krippenpersonal gehört hatte: ein "Mohr", der für die Entgegennahme von milden Gaben zuständig war und die Spenden mit einem dankbaren Nicken quittierte.
Beim Aufräumen wurde er wiedergefunden, ob versteckt oder vergessen oder gar gestohlen, ließ sich nie ganz aufklären. Vielleicht erschien aber auch einem der Kirchenbesucher dieses Überbleibsel aus kolonialer Vergangenheit als nicht ganz passend.
Autor: fry


