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18. November 2008
Melodien und witzige Texte
Am Jahreskonzert von Crescendo beteiligte sich diesmal auch der Freiburger Bächlechor
BOLLSCHWEIL. Gute Unterhaltung ist garantiert bei den Jahreskonzerten des Bollschweiler Chores Crescendo. Dieses Mal war den jungen Frauen und Männern und ihrem Dirigenten Fritz Haege eine besondere Überraschung gelungen. Zum ersten Mal trat der Freiburger Bächlechor in der Möhlinhalle auf und begeisterte mit einem Mix von Musik und Kabarett kaum weniger als Crescendo selbst.
Und auch das Interesse war wie gewohnt groß. Kein Stuhl war mehr frei und selbst mit einem Stehplatz war es schwierig. Was fasziniert die Leute? Ist es die Begeisterung, die die Sängerinnen und die Sänger solcher Chöre ausstrahlen? Oder sind es eher die Lieder, die Show, ach überhaupt das Programm von eingängigen Melodien und oft witzigen Texten? Wahrscheinlich spielt das alles eine Rolle, wobei beide Chören zur ausdrucksstarken Interpretation fähig sind, das heißt, der Zuhörer nimmt es den Akteuren wirklich ab, wenn sie beispielsweise vom Glück singen.Der Bächlechor und sein Dirigent Wolfgang Roese hatten sich einem Programm verschrieben. Sie waren in Bollschweil als singende Kabarettisten aufgetreten, Sissi Perlingers "Weinen Sie sich aus, seien Sie mal so richtig schwach, weinen Sie sich einen kleinen Teich …" ging ganz in diese Richtung, John Kanders 60er Jahre Swingstück "Cabaret" war in Inhalt und Melodie ganz was anderes, gefiel dem Publikum aber auch ganz vorzüglich.
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Weit war der Bogen, den die Freiburger spannten, lebendig die Show des Bächlechors drum herum, bunt die Kostüme im 1920er Look und erfrischend die Tanzeinlagen, etwa der achtfüßige Stepp zu "And all that Jazz", ebenfalls von John Kander.
Crescendo selbst überraschte mit Neuem und gefiel mit Bewährtem, etwa mit dem schon oft gehörten Song "Help" von den Beatles. Aufhorchen ließen die Sängerinnen und Sänger mit dem Lied "Zigeunerleben" des Romantikers Robert Schumann. Die Halle war verdunkelt und der Chor in bunte Kostüme gekleidet.Das Publikum war hingerissen und brach wie elektrisiert in Beifall aus, nachdem die letzten beiden Versen "es scharret das Maultier bei Tagesbeginn, fort zieh’n die Gestalten, wer sagt dir, wohin?" verklungen waren. Klasse war auch der von einem selbst erstellten Rap unterlegte bereits 1945 von Joseph Kosma komponierte 50er-Jahre-Millionenerfolg "Autumn Leaves".
Ein Konzerthöhepunkt ließ sich gar nicht ausmachen, vielmehr steigerte sich der Applaus von Stück zu Stück und beide Chöre konnten nicht ohne Zugaben von der Bühne. Zu erwähnen ist noch, dass Crescendo ein kleines Jubiläum feierte, vor 15 Jahren trat der Chor mit Fritz Haege zum ersten Mal auf. Es ist beachtlich, was in dieser Zeit erreicht wurde und überhaupt ist schön, dass es solch ein fröhliches Musikleben in Bollschweil gibt.
Autor: Silvia Faller
