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19. Dezember 2012

Melodien vom Meer und der Seefahrt

Jahreskonzert der Trachtenkapelle Bollschweil, unterstützt von der Gastkapelle aus Ballrechten-Dottingen.

  1. Die Trachtenkapelle Bollschweil bei ihrem Auftritt in der Möhlinhalle. Foto: Frowalt Janzer

BOLLSCHWEIL. Jahreskonzerte sind Abschluss und Höhepunkte eines Vereinsjahres. Für die Musiker mit intensiven Proben verbunden, für die Zuhörer dann ein Genuss. Dirigent Carl-Philipp Rombach führte die Musiker der Trachtenkapelle Bollschweil mit dem neuen Konzertprogramm "Das Meer und die Seefahrt" zu Höchstleistungen. Die Werke aus dem Bereich der sinfonischen Blasmusik forderten höchste Konzentration und Beherrschen der Instrumente. Die Jugendkapelle Bollschweil-St. Ulrich und der Musikverein Ballrechten-Dottingen bereicherten den kurzweiligen Abend.

Vorsitzender Hanspeter Moll begrüßte die Gäste aus Ballrechten-Dottingen, Bürgermeister Josef Schweizer, die Gemeinderäte, Ehrenmitglieder und Vereinsvorstände. Die Jugendkapelle unter Leitung von Carl-Philipp Rombach zeigte mit ihren Beiträgen, dass sich die Trachtenkapelle keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss. Vorstand Meinrad Grammelspacher konnte vier von ihnen mit dem Leistungszeichen in Bronze auszeichnen. Anne Weber und Luca-Teresa Widmer haben das Leistungsabzeichen in Silber geschafft.

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In schmucker Tracht präsentierten sich die 45 Musikerinnen und Musiker der Trachtenkapelle Bollschweil. Patricia Schneider und Dagmar Wießler führten durch das Programm. Unter dem Thema: "Das Meer und die Seefahrt" zeigte die Trachtenkapelle unter Leitung von Carl-Philipp Rombach die große Bandbreite der heutigen sinfonischen Blasmusik auf, und die ist international. Der Konzertmarsch des Japaners Itura Sakai: "Seaside Road" zeigt zu Beginn die elegante Stabführung des Dirigenten. Das Leitthema, ins Ohr gehend, gleitet von Instrumentengruppen zu Instrumentengruppen, die Marschmelodie wird vom Bläsersatz der Hörner aufgenommen, dezent vom Schlagwerk unterstützt, dann übernehmen Querflöten und Klarinetten, Fagott, Höhepunkt das "Zwiegespräch" von Querflöten und Klarinetten zum Schluss.

"Von Seeleuten und Walen", in fünf Sätzen dargeboten handelte die Suite, die vom Kampf des weißen Wales Moby Dicks mit seinem erbitterten Feinde Kapitän Ahab auf dem Walfangfisch erzählte. Matrose Markus Weiser sprach die überleitenden Worte. Zunächst langsam getragen die Fahrt in ruhigen Gewässern, dann sehr rasch, beschwingt die Beutejagd, die Verfolgung, im dritten getragenen Satz zeigen sich die Musiker als Sänger, begleitet von den Tuben, aufrüttelnde Tonfolgen zeigen den abgrundtiefen Hass des Kapitäns, im fünften Satz kündigen Trommelwirbel die Entscheidung an, die Musik lässt den Angriff des Wales erahnen. Wer überlebt: Kapitän oder Wal? Für die großartige Interpretation gab es minutenlangen Beifall.

An die Mittelmeerküste, die "Costa del Sol" (Sonnenküste) entführte das nächste Stück. Erinnerungen an "Sardanne", den Bewegungstanz werden wach, Kastagnetten erklingen, man meint, die Schuhe der Tänzerinnen und Tänzer zu hören, Melodien vom Stierkampf folgen, dann wieder schwermütige melancholische Melodien. An die Seeschlacht vor 300 Jahren erinnerte "The Legend of Maracaibo". Das Publikum erklatschte die Zugaben: "Stranger on the Shore", tänzerisch beschwingt im Swingrhythmus mit Julia Hermann, Klarinette und Simeon Maas am Tenorsaxophon und den Hit "La mer" von Charles Trenet. Mit der Fanfare: "Flourish" eröffnete der Musikverein Ballrechten-Dottingen unter Leitung von Pascal Arets seinen Konzertteil. In die mystische Sagenwelt der germanischen Vorfahren ließ der kräftige Klangkörper mit "dem Schrei des Falken" eintauchen. Beim Selbstwahlstück: "Seagate Overture" wechselten rasche, lebhafte Melodien gekonnt mit ruhigen, lyrischen Passagen. Lateinamerikanische Einflüsse wurden bei der Filmtitelmusik zu "Kinder von Sanchez" hörbar.

Höhepunkt des Gastprogramms war die Interpretation von "West Side Story". Treffend kündigte der Sprecher an: Musikalische Tiefe, feine Harmonien und fetzige Rhythmen. "Uns hat’s Spaß gemacht," so ein Musiker aus Ballrechten-Dottingen, dem Publikum auch. Das gilt auch für die Zugabe, den Abschlussmarsch "Block M", einem Marsch amerikanischen Stils.

Autor: Frowalt Janzer