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14. Januar 2012

"Partnerschaft lebendig halten"

BZ-INTERVIEW mit Andrian von Holzing über den Prix du Chateau.

  1. Adrian von Holzing Foto: Silvia Faller

BOLLSCHWEIL. "Prix du Chateau" heißt ein mit 500 Euro dotierter Preis, den Adrian Freiherr von Holzing-Berstett gestiftet hat. Bewerben können sich dafür Kinder aus Bollschweil und seiner elsässischen Partnergemeinde Berstett mit gemeinsamen Projekten. BZ-Mitarbeiterin Silvia Faller befragte ihn zu diesem Preis.

BZ: Herr von Holzing, wie kamen Sie auf die Idee, einen solchen Preis zu initiieren?
von Holzing: Entstanden ist sie im vergangenen Jahr, als wir das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden gefeiert hatten. Als wir nach Berstett fuhren, überlegte ich, ob und wie ich ein Geschenk anlässlich des Jubiläums machen könnte, und zwar etwas, das dazu beiträgt, diese Partnerschaft zu stärken und lebendig zu halten.
BZ: Aber es gibt doch viel Austausch, oder?
von Holzing: Ja, sicher, die beiden Bürgermeister und die Gemeinderäte treffen sich, auch die Senioren, einzelne Vereine und Familien pflegen intensive Kontakte zu Berstettern. Aber es findet kein Austausch mehr zwischen Kindern und Jugendlichen statt – und dabei hatte doch der frühere Schulleiter Willi Bechtold mit einer Schulkooperation die Partnerschaft begründet.

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BZ: Und das wollen Sie wieder beleben? von Holzing: Zumindest einen Anreiz dazu geben. Mein Gedanke ist, dass wenn Kinder aus beiden Orten zusammen etwas unternehmen oder ein Projekt gemeinsam erarbeiten, sie intensiv in Kontakt zueinander kommen, sich kennen lernen und es ihnen die Partnerschaft der Gemeinden in Zukunft wichtig sein wird.
BZ: Was wird denn prämiert?
von Holzing: Alle erdenklichen Projekte. Das kann ein gemeinsamer Ausflug sein, wobei die Kinder etwas über die Geschichte erfahren, ein Projekt für den Umweltschutz oder auch kulturelle oder soziale Aktivitäten, beispielsweise, dass Kinder bei einer Veranstaltung für Senioren zusammen auftreten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist, dass deutsche und französische Kinder das Projekt zusammen umgesetzt haben. Auf keinen Fall soll sich ein Wettbewerb zwischen den beiden Orten entwickeln. Denn es geht darum, das Bewusstsein zu stärken, dass der Nachbar existiert, dass eine historische Verbindung zwischen den beiden Kommunen besteht.
BZ: Wie ist das denn bei Ihnen? Ist das Bewusstsein, dass die Familie aus dem Elsass stammt, noch präsent?
von Holzing: Ja. Das vollzieht sich unwillkürlich, wenn man von Bildnissen seiner Ahnen umgeben wohnt. Ich freue mich auch sehr, dass die Partnerschaft zwischen Berstett und Bollschweil besteht, weil sie ja auf unsere Familiengeschichte zurückgeht.
BZ: Wer wird denn die Projekte bewerten?
von Holzing: Der Jury werden die Bürgermeister der beiden Gemeinden, jeweils ein Vertreter der örtlichen Grundschulen und ich angehören.
BZ: Sie waren jüngst mit dem Partnerschaftsausschuss in Berstett, wie wurde der Preis dort aufgenommen?
von Holzing: Mit Freude. Die Berstetter haben sich auch gleich Gedanken über Projekte gemacht. Wir haben uns darauf verständigt, dass sich der Preis teilen lässt und es auch Sonderpreise geben kann. Es soll nicht so sein, dass eine Gruppe alles hat und die anderen Engagierten leer ausgehen.

Der "Prix du chateau" wird 2012 zum ersten Mal ausgelobt. Abgabeschluss ist der 31. März 2012. Projektbeschreibungen können in Papierform oder per Email im Rathaus eingereicht werden: gemeinde@bollschweil.de, Tel. 07633/95100, http://www.bollschweil.de

FAMILIE VON HOLZING

Adrian Freiherr von Holzing-Berstett (59) ist der Ururururenkel von Philip Reinhard von Berstett, der nach der Französischen Revolution nach Baden geflüchtet war und dessen Sohn Wilhelm Reinhard 1831 vom badischen Großherzog Leopold das Bollschweiler Schloss für seine Verdienste als Außenminister erhalten hatte. Als elsässisches Adelsgeschlecht sind die Freiherren von Berstett urkundlich ab 1120 belegt.

 

Autor: sf

Autor: sf