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04. Februar 2011

Programm mit viel Symphonischem

Das Jahreskonzert der Trachtenkapelle Bollschweil wurde unterstützt vom Musikverein Wolfenweiler-Schallstadt.

  1. Die mit dem Leistungsabzeichen in Gold Ausgezeichneten Lucas Grammelspacher und Anna Ruf (links), Dirigent Carl-Philipp Rombach (Mitte), Thomas Imgraben und Bernhard Metzger (rechts) Foto: Anne Freyer

BOLLSCHWEIL. Sehr groß war der Andrang der Besucher beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle Bollschweil. Die Möhlinhalle reichte nicht aus; bis ins Foyer hinein wurden noch zusätzlich Stühle für die vielen Musikbegeisterten gestellt. Gastgeber wie Gäste – der Musikverein Schallstadt-Wolfenweiler – hatten Programme zusammengestellt, die den Abend besonders opulent, wenn auch etwas lang geraten ließen.

Los ging's mit der neugegründeten Jugendband Bollschweil unter Leitung von Bernhard Maier, sechs musikbegeisterte Buben aus St. Ulrich und Bollschweil, die mit Tuba, Trompeten und Posaunen ihre ersten Schritte auf einer Bühne wagten. Sie wurden abgelöst von der Jugendkapelle Bollschweil-St. Ulrich, mit der Carolin Horst Schwungvolles aus der Neuen Welt einstudiert hatte: das hymnenhafte "Land of Hope and Glory" und die Huldigung des Amerikaners Andrews Watkins an seine Heimat, ein mehrsätziges Werk mit dem Titel "U.S. City Trip". Dass das Gute aber auch um einiges näher liegen kann, zeigte der Nachwuchs mit "Satellite", dem Erfolgssong des Nachwuchsstars Lena, dem sich die Bollschweiler Jungmusiker sichtlich nahe fühlten.

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Quer durch die Kontinente und die Epochen steuerte Dirigent Dirk Hausen seinen Musikverein Schallstadt-Wolfenweiler: von der angelsächsisch inspirierten Komposition "Ladies and Gentlemen" von Peter Kelin Schaars mit anspruchsvollen Tempowechseln, die dank der sicheren Führung durch Schlagzeug und Percussions präzise gelangen, bis zu dem Medley "Die Schöne und das Biest". Dazwischen gab es eine "Renaissance Suite" von Franco Cesarini mit Anklängen an die im 16. und 17. Jahrhundert üblichen Rund- und Schreittänze. Mit einem Altsaxophon-Solo glänzte in dem bekannten Hit "You Raise me up" Sabine Boll, die diesem träumerischen Ohrwurm durch ihr sensibles Spiel eine ganz eigene Farbe verlieh. Als wahrer Abgesang stellte sich die vom MV Schallstadt-Wolfenweiler intonierte "James Bond Suite" heraus, wurde doch einen Tag nach dem Konzert das Ableben ihres Komponisten John Barry bekannt gegeben. Er war derjenige, der den James-Bond-Filmen ihren musikalischen Stempel aufgedrückt hat, belohnt mit fünf Oscars und vier Grammys. Wie eine letzte Hommage spielten die Schallstädter vier seiner Kompositionen, unter anderem für die Filme "Goldfinger" und "Man lebt nur zweimal". Als Zugabe erklang der Klassiker "Unter dem Doppeladler", begleitet vom Mitklatschen des ganzen Saals.

Die Trachtenkapelle Bollschweil hat einen neuen Dirigenten: Carl-Philipp Rombach. Sein Vorgänger Andreas Daiger, der dem Konzert beiwohnte, musste den Taktstock wegen Zeitmangels abgeben, hat aber eine bestens aufgestellte Truppe hinterlassen. Seine Verdienste honorierte das Publikum mit herzlichem Applaus. Der "Neue" hatte seit Oktober 2010 mit der Trachtenkapelle ein völlig neues Programm erarbeitet: viel Symphonisches vorwiegend aus dem englischen Sprachraum, so die Tonschöpfung von Tom de Haas "Sword of Honour", die mit viel Schwert und musikalischem Feuer daherkam, ebenso wie ein Auszug aus "Lohengrin", der Einzug Elsas in die Kathedrale – Wagner ist nun also in Bollschweil angekommen.

Auch die Trachtenkapelle hatte sich, wie so manche andere Kapelle der Umgebung, "Die Hexe und die Heilige" zu eigen gemacht, die musikalische Verarbeitung einer düsteren Geschichte aus dem Mittelalter um zwei Schwestern und ihr grausiges Schicksal. Nicht viel heiterer ging es in Nick Glennie-Smiths "Der Mann mit der eisernen Maske" zu, das Vorgänge am Hof Ludwigs XIV. schildert, und ganz und gar mystisch wurde es mit der "Chronik von Narnia", dem vertonten Roman aus der Kategorie "Fantasy".

Die höchste Auszeichnung, die der Bund Deutscher Blasmusik zu vergeben hat, konnte an diesem Abend Bernhard Metzger im Namen des Markgräfler Musikverbands überreichen: Das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Gold. Lucas Grammelspacher und Anna Ruf erhielten es für ihr hervorragendes Abschneiden bei der entsprechenden Prüfung. Mit ihnen freute sich Thomas Imgraben, der für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft die silberne Ehrennadel erhielt, aber vor allem Meinrad Grammelspacher, Vereinsvorsitzender und Vater eines der beiden ausgezeichneten Nachwuchsmusiker. Zu neuen Ehrenmitgliedern wurden ernannt: Mathilde Albert, Horst Hanser, Ursula Hesse, Eberhard Koch, Gottfried Maier, Ursula Mörs, Uwe Mörs, Dieter Prange, Wolfgang Schell, Sigrid Schmelzer, Reinhard Schmutz, Heinrich Schmutz, Rolf Simmler, Manfred Tritschler, Hannelore Weiser, Jans-Joachim Weiser, Eckard Wellmann, Ulrich Wick.

Autor: Anne Freyer