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13. September 2017

An einer Kreuzung scheiden sich die Geister

Poller aufstellen, Einbahnstraßenregelung ändern, Verkehrssünder melden? Rat sucht nach Lösung für Brunnen-/Linden-/Spiegelstraße.

  1. Wie gestaltet sich künftig die Verkehrsführung an der Kreuzung Spiegel-, Linden- und Brunnenstraße und die Ausgestaltung am dortigen Brunnen in Bonndorf? Der Gemeinderat beschloss eine öffentliche Verkehrsschau, um eine Lösung zu finden, Raserei im 30 Stundenkilometerbereich und das von der Lindenstraße aus verbotene Rechtsabbiegen zu unterbinden. Der Autofahrer auf unserem Bild biegt übrigens korrekt von der Brunnen- in die Spiegelstraße ab. Foto: Stefan Limberger-Andris

  2. Auf dieser Fotomontage ist die im Rat diskutierte Pollerlösung am Brunnen im Einmündungsbereich der Linden- in die Spiegelstraße in Bonndorf dargestellt. Foto: Foto/Quelle: Stefan Limberger-Andris/Stadtverwaltung

BONNDORF. Poller am Brunnen im Einmündungsbereich der Linden- in die Spiegelstraße? Oder doch die Einbahnstraßenregelung der Spiegelstraße umkehren? Nur eines steht bislang fest: Es wird eine Verkehrsschau geben, um Maßnahmen auszuloten, der Raserei und dem verkehrswidrigen Rechtsabbiegen im Kreuzungsbereich Brunnen-, Linden- und Spiegelstraße Herr zu werden.

Im Grunde genommen herrscht für den Straßenverkehr im Kreuzungsbereich der Brunnen-, Linden- und Spiegelstraße Klarheit, wenn... ja wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten würden. In der Lindenstraße darf nur Tempo 30 gefahren werden, es herrscht ein Linksabbiegegebot in die Brunnenstraße, sprich, man darf von der Lindenstraße kommend nicht rechts in die Spiegelstraße abbiegen. Lediglich von der Brunnenstraße aus ist dies erlaubt. In der Spiegelstraße herrscht eine Einbahnstraßenregelung, allerdings von besagter Kreuzung aus in Richtung Martinstraße.

Nach langer Diskussion stimmte das Ratsgremium für eine Verkehrsschau, an der auch Anwohner teilnehmen sollten. Dann soll abgeklärt werden, inwieweit eine Änderung der Verkehrsführung (Umkehr der Einbahnstraßenregelung) sinnvoll und möglich ist. Zudem soll abgeklärt werden, wie weit Poller bei einer entsprechenden Lösung in den Kreuzungsraum positioniert werden könnten. Danach wird der Gemeinderat erneut über zu treffende Maßnahmen entscheiden.

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Gefährliche Situationen
Anwohner der Spiegelstraße hatten sich beklagt, dass immer wieder Verkehrsteilnehmer mit hohem Tempo von der oberen Lindenstraße herkommend zum einen verkehrswidrig rechts abbögen und wegen des hohen Tempos auf dem abschüssigen Straßenstück auch noch, auf den Fußgängerbereich am Brunnen fahrend, die Kurve schnitten. Nicht nur einmal hätten Reifen gequietscht, hätten Anwohner mit Kindern im Arm zurück in den Hauseingang springen müssen, berichtete denn auch ein Bewohner der Spiegelstraße den Ratsmitgliedern in der Frageviertelstunde. Das Thema war im Gemeinderat denn auch ein Stück weit emotional behaftet. Gut eine Stunde lang wurden Möglichkeiten diskutiert, zu schnell fahrende Fahrzeuge im Einmündungsbereich der Linden- in die Spiegelstraße zu hindern, überhaupt deren oft zu hohe Geschwindigkeit zu verringern und die Sicherheit der Anwohner zu erhöhen.

Das Problem, dass die Lindenstraße von Ortskundigen, von der Donaueschinger Straße herkommend, gerne genutzt wird, um möglichst zügig über die Spiegelstraße im Bereich des Martinsgartens auf kürzestem Wege auf die Martinstraße zu gelangen, ist im Rathaus bekannt. Es seien bereits vor etlicher Zeit verkehrsrechtliche Maßnahmen getroffen worden, dies zu unterbinden, so Bürgermeister Michael Scharf – etwa das Linksabbiegegebot in die Brunnenstraße. Gewiss, die Sicherheit der Anwohner müsse erhöht werden, warf Michael Scharf zu Anfang ein. Er empfinde den Vorschlag, rot-weiße Poller im Brunnenbereich anzubringen, allerdings nach optischen Kriterien bewertet für nicht sonderlich gut. Der Aufwand, die Poller für die Wintermonate wegen des Schneeräumdienstes zu entfernen und im Frühjahr wieder anzubringen, sei für den Bauhof zudem zu hoch, unterstützte Jürgen Faller (Bürgerliste) den Bürgermeister argumentativ.

Überwachung durch Anwohner?
Vielmehr sollten Anwohner der Kreuzung diejenigen Verkehrsteilnehmer, die gegen die Regeln verstoßen, notieren und der Polizei melden, brachte Michael Scharf in die Diskussion ein. Zudem sollten Beamten des Polizeipostens in diesem Bereich mehr Präsenz zeigen. Und Erhard Morath (CDU) merkte an, dass ohne eine Sanktionierung der sich falsch verhaltenden Verkehrsteilnehmern wohl dauerhaft nichts geschehen und sich an der prekären Situation nichts ändern werde.

Technische Lösung?
Stadtrat Max Nägele (CDU) sprach sich gegen ein solches, aus seiner Sicht doch zweifelhaftes Engagement seitens der Anwohner aus und regte an, mit der Straßenverkehrsbehörde die für die Kreuzung bestehenden verkehrsrechtlichen Möglichkeiten auszuloten. Gernot Geng (Bürgerliste) hieb, ebenso wie Fraktionskollegin Patricia Schwanke-Kech, in die gleiche Kerbe. Gernot Geng gab zudem zu bedenken, dass die Pollervariante wohl nicht allzu viel Beruhigung bringen werde, man könne jedoch darauf aufbauen und etwas Schönes daraus entwickeln. Als optisch unschön bezeichnete Matthias Büche (Bürgerliste) die Poller. Irene Behringer (Grüne) regte die Platzierung rot-weiß-markierter Blumenkübel am Brunnen an. Bodenwellen in dem Straßenbereich einzubauen, wie von Michael Käppeler (CDU) ins Gespräch gebracht, hieß Michael Scharf für nicht gut – der Lärmpegel würde für die Anwohner steigen.

Der Wunsch der Anwohner nach Pollern sollte ernstgenommen werden, brach Bruno Kalinasch (SPD) eine Lanze für eine technische Lösung. Dadurch könne die Verkehrsgeschwindigkeit doch gedrosselt werden.

Auf Zustimmung des Bürgermeisters stieß der Vorschlag von Karlheinz Rogg (Bürgerliste), es mit der Umkehr der Einbahnstraßenregelung in der Spiegelstraße zu versuchen. Manfred Amann (CDU) präferierte hingegen eher eine "Anlieger frei"-Lösung für die Spiegelstraße, um Verkehrsteilnehmer am Einfahren aus der Lindenstraße zu hindern.

Autor: Stefan Limberger-Andris