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15. März 2010
"Andere Vereine wollen Blut sehen"
Hans-Peter Albert legt aus Verärgerung nach 32 Jahren Amt nieder / Norbert Kriegl zum neuen Kassenchef gewählt.
BONNDORF (mhw). Nach 32-jähriger Amtszeit legte Hans-Peter Albert im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung sein Amt als Kassierer des Turn- und Sportvereins (TuS) in Bonndorf nieder. Der TuS verliert damit einen der bedeutendsten Mitstreiter, der die Geschicke des Vereins über Jahrzehnte maßgeblich mitprägte, würdigte Vorsitzender Siegfried Schwenninger die Verdienste des scheidenden Finanzchefs, der außer der Kassenführung zahlreiche andere Aufgaben übernahm.
Unter anderem lag auch die sehr gelungene Gestaltung der Stadionzeitschrift "Löwenkurier" in den Händen des Kassierers. Die Versammlung bezeugte die große Wertschätzung, welche die Vereinsmitglieder Hans-Peter Albert entgegenbringen, mit lang anhaltendem, stehendem Applaus. "Du wirst eine sehr große Lücke hinterlassen", bedauerte Schwenninger, gleichwohl Verständnis für die Beweggründe signalisierend.Diese liegen in den Vorkommnissen des vergangenen Schlossfestes. Der TuS habe die Sperrzeit um zehn bis 15 Minuten überzogen, so dass der Sicherheitsdienst um 3.28 Uhr das Zelt geräumt habe. Mit dem daraus resultierenden Bußgeldbescheid der Stadt gegen ihn sowie den TuS-Vorsitzenden fühlt sich Hans-Peter Albert ungerecht behandelt. Zehn Jahre lang habe er die Kasse des Schlossfest-Komitees geführt und dabei mitbekommen, dass auch andere Vereine in der Vergangenheit die Sperrzeit überzogen, und zwar bis zu drei Stunden, ohne dass darauf eine Strafe folgte. Bürgermeister Michael Scharf habe in einem klärenden Gespräch dargelegt, die anderen Vereine forderten eine Strafe für den TuS, sie "wollen Blut sehen". Auf dieser Basis könne er in Bonndorf kein Ehrenamt mehr bekleiden, räumte Albert sichtlich bewegt und gleichermaßen enttäuscht ein.
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Der Kassenbericht zeigte einmal mehr den hohen Stellenwert des Kassierers, werden hier doch in unzähligen Einzelbuchungen Beträge verwaltet, die einem kleineren Unternehmen entsprechen. Für die nunmehr 1496 Mitglieder tätigte man im sportlichen Bereich 123 163 Euro Ausgaben, denen 119 220 Euro Einnahmen gegenüber stehen. Durch Bewirtungsmaßnahmen und Werbeeinnahmen wurden 20 335 Euro erzielt, so dass neben dem Ausgleich des Verlustes im sportlichen Bereich sogar ein bestehender Kredit getilgt werden konnte und der Verein nun wieder schuldenfrei ist.
Nach einstimmiger Entlastung leitete Rolf Maier die Wahlen. Neu im Gremium ist künftig Norbert Kriegl als Kassierer. Vorsitzender Siegfried Schwenninger sowie seine Stellvertreter Norbert Plum und Jörg Fehrenbach wurden ebenso in ihren Ämtern bestätigt wie Schriftführerin Claudia Schönle, die Jugendleiter Franz Kirchsteiger und Gaby Weishaar sowie die Kassenprüfer Erhard Hölderle und Wolfgang Nieratschker.
Eine Herausforderung für den Verein ist und war der Aufstieg der Fußballer in die Landesliga, erklärte Vorsitzender Siegfried Schwenninger. Dies sei der Erfolg langjähriger, guter Jugendarbeit. Die Resonanz in der Bevölkerung mit entsprechend hohen Zuschauerzahlen übertrifft alle Erwartungen. Der Vorsitzende dankte allen ehrenamtlichen Helfern des Vereins für tausende Stunden freiwilligen Einsatzes. Besonders würdigte er 60 Trainerinnen und Trainer sowie Betreuer, die mehr als 450 Kinder und Jugendliche fördern. Mit knapp 1500 Mitgliedern und allein 18 Jugendmannschaften im Fußball habe man allerdings inzwischen die Grenze dessen erreicht, was ehrenamtlich geleistet werden könne. "Wir müssen das Erreichte erhalten, gegebenenfalls auch verbessern", legte Schwenninger die künftigen Vereinsziele fest. Kritisch sieht er die Versorgung mit Schiedsrichtern aus den eigenen Reihen. Da der TuS hier weit vom Soll entfernt liegt, kommen auf den Verein hohe Kosten zu.
Die Vielfältigkeit der Aufgaben in den jeweiligen Abteilungen führte Schriftführerin Claudia Schönle vor Augen, die das Sportjahr 2009 sowie gesellige Anlässe detailliert Revue passieren ließ. Bürgermeister Michael Scharf zeigte sich begeistert über die vielfältigen Aktivitäten des TuS und lobte die Fortentwicklung des Vereins, die sowohl finanziell als auch organisatorisch eine große Herausforderung darstellt. Dem Vorstand dankte er für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Ehrenjugendleiter Karl-Heinz Strauß kritisierte die Parkplatzsituation beim Waldstadion und regte an, die Wiese vor dem Sportplatzgelände entsprechend zu befestigen. Unzufrieden zeigte er sich darüber, dass der Parkplatz als Wohnmobilstellplatz genutzt wird. Außerdem riet Strauß dringend zur Sanierung des Rasenplatzes.
Autor: Martrha Weishaar
