Vereine

Blasmusikverband Hochschwarzwald tagt in Bonndorf

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Mo, 20. März 2017

Bonndorf

Vereinsarbeit hat durchaus auch eine politische Seite. Dies wurde bei der Hauptversammlung des Blasmusikverbandes Hochschwarzwald deutlich.

BONNDORF. Mit Thomas Dörflinger, Bundestagsabgeordneter für die CDU, und Reinhold Pix, Landtagsabgeordneter der Grünen, sowie Bürgermeister Michael Scharf war folglich auch die Politik am Samstagabend in der Bonndorfer Stadthalle präsent. Nur im Schulterschluss eines Verbandes ist es für Vereine möglich, ihre Interessen gegenüber der Politik zum Ausdruck zu bringen. Nicht zuletzt geht es dabei ums Geld.

Thomas Dörflinger
So auch beim Erhalt der Musikakademie Staufen. 18 Millionen Euro lässt es sich das Land Baden-Württemberg kosten, um den Investitionsstau an der musikalischen Nachwuchs- und Ausbildungsschmiede im Südschwarzwald zu beheben und die Blasmusik zu fördern. "Ohne die Blasmusikverbände gäbe es die Musikakademie Staufen nicht, es braucht Ihre politische Interessenvertretung", sagte Thomas Dörflinger den knapp 200 anwesenden Musikerinnen und Musikern. Dabei gehe es vorrangig um Nachwuchsförderung, Zukunftssicherung und Brauchtumspflege.

Reinhold Pix
"Wir müssen den kulturellen Aderlass verhindern", forderte Reinhold Pix, der nebenbei kritisierte, dass zwar alle vom ländlichen Raum reden, die Fraktionsarbeit indes überwiegend städtisch geprägt sei. Er betonte die touristische Bedeutung der Blasmusik, insbesondere im Hinblick auf den Erfolg des Blasmusikfestivals.

Volker Haselbacher
Volker Haselbacher vertrat die Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Kulturelles Miteinander und Heimatverbundenheit sind ihm wichtig. "Blasmusik gehört zur Region und ich kenne keine andere Vereinsstruktur, die so viele Jugendliche bindet, abgesehen vom Fußball", lobte der stellvertretende Geschäftsführer der HTG. Das Blasmusikfestival werde weiter entwickelt, die Organisatoren freuen sich auf neue Ideen, gleichwohl fehlt es noch an Anmeldungen, so Haselbacher.

Micha Bächle
Für den Präsidenten des Blasmusikverbandes, Micha Bächle, war das Blasmusikfestival mit 6000 Besuchern an 16 Veranstaltungen zweifelsohne auch ein Höhepunkt des zurückliegenden Jahres. Er appellierte an alle Vereine, sich 2017 zu beteiligen, da ihm wichtig ist, die großartige Arbeit der Musikvereine bei dieser Gelegenheit nach außen darzustellen. "46 Musikvereine und Bläserjugenden mit 2290 Musikern, darunter 37 Prozent unter 18 Jahre – das ist ein Wort", fasste der Präsident den Blasmusikverband stolz zusammen. Ein großes Anliegen ist dem vormals nicht musizierenden Präsidenten der Austausch mit allen Aktiven, aber auch, selbst als Blasmusiker aktiv zu sein. Aus diesem Grund übt er sich derzeit am Bariton und Michael Scharf bekam den Auftrag, ein passendes Format zu finden, bei dem Micha Bächle, sein Ausbilder Flake, Thomas Dörflinger und er selbst eine Kostprobe ihres Könnens bieten.

Gottfried Hummel
Verbandsdirigent Gottfried Hummel lobte den organisatorisch sowie musikalisch guten Stand der Vereine, insbesondere die Jugendarbeit. Dass manche neue Wege wagen, tue der Vielfalt im musikalischen Bereich sehr gut. Im Blasmusikfestival sieht er eine ideale Plattform, Blasmusik näher an das Volk zu rücken. Ein großes Problem sieht Hummel im dürftigen Interesse an Dirigentenkursen. "Vor allem kleinere Kapellen haben oft ein Problem, einen bezahlbaren Dirigenten zu finden. Umso wichtiger ist es, in den eigenen Reihen Vizedirigenten zu haben", mahnte er an.

Wahlen und Finanzen
Bei den von Michael Scharf geleiteten Wahlen wurde Thomas Happle vom Musikverein Saig neuer stellvertretender Verbandsdirigent. Bestätigt wurde der erste Vize-Präsident Guido Kaltenbrunn aus Reiselfingen sowie die aus Göschweiler stammende Schriftführerin Carolin Müller. In Vertretung für Kassiererin Franziska Rösch berichtete Micha Bächle über die Finanzlage des Verbandes. Mit einem Jahresüberschuss von 1633 Euro und einem Gesamtguthaben von 25 435 Euro ist diese ausgeglichen.

Beschlüsse
Beschlossen wurde in der Hauptversammlung ferner der Beitritt zur Ausgleichsvereinigung der Künstlersozialkasse und der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände. Mit dem aktuellen Beitrag von 98 Cent pro Vereinsmitglied in einem Alter zwischen sieben und 18 Jahren halten sich die Kosten für die einzelnen Vereine in Grenzen. Aus Solidaritätsgründen indes sei dieser Schritt erforderlich, informierte Bächle. In einem weiteren Beschluss wurde die Senioren-Blaskapelle Hochschwarzwald in den Blasmusikverband aufgenommen. Nach nunmehr 32 Jahren ihres Bestehens sei dies kein Projektorchester mehr. Zudem soll durch den Status als Verbandsorchester die Verbindung zwischen Verband und Senioren gestärkt werden.

Freilich kam auch die Blasmusik nicht zu kurz. Eingangs unterhielt die Jugendkapelle unter Leitung von Felix Schüle, später übernahmen die Bonndorfer Musikanten den Unterhaltungspart.