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15. Juni 2012 15:36 Uhr

Ermittlungen

Bluttat in Gündelwangen: Polizei sucht Einrichtungsgegenstände des Opfers

Im Fall des getöteten Feuerwehrmannes aus Bonndorf-Gündelwangen sucht die Polizei weiterhin nach Gegenständen aus der Wohnung des Opfers. Dabei hofft sie auf Hinweise aus der Bevölkerung.

  1. Wer weiß, wo sich der Couchtisch von Simon Neipp befindet? Die Polizei hofft auf Hinweise. Foto: Polizei

  2. Wer weiß, wo sich die Gardinen von Simon Neipp befinden? Die Polizei hofft auf Hinweise. Foto: Polizei

  3. Wer weiß, wo sich die Gardinen von Simon Neipp befinden? Die Polizei hofft auf Hinweise. Foto: Polizei

  4. Wer weiß, wo sich die Gardinen von Simon Neipp befinden? Die Polizei hofft auf Hinweise. Foto: Polizei

  5. Der Fundort der Leiche nahe Gündelwangen. Foto: Kamera 24.TV

Der Fall ist mysteriös: Der Gündelwanger Simon Neipp wurde seit der Nacht vom 24. auf den 25. Mai vermisst. Zuletzt war er bei einer Feuerprobe gesehen worden, danach fehlte jede Spur von dem jungen Mann – ehe ein Landwirt am vergangenen Wochenende die Leiche des 24-Jährigen fand. Die Polizei geht von einer Gewalttat aus.

Undurchsichtig macht den Fall die Tatsache, dass Einrichtungsgegenstände aus Neipps Wohnung verschwunden sind: ein Teppich, ein Couchtisch und diverse Vorhänge; ebenso fehlt der Schlüsselbund des Opfers. Die Polizei hofft nun, dass Hinweise aus der Bevölkerung Aufschluss über den Verbleib dieser Gegenstände geben könnten (genaue Beschreibungen am Fuß des Artikels).

Polizei hielt sich lange mit Details zurück

Nach Neipps Verschwinden waberten schnell Gerüchte durch die Tourismusregion an der Wutachschlucht – Gerüchte, die die Polizei später bestätigte: Dass die erwähnten Gegenstände fehlten. Dass sogar Güllegruben und Tümpel in Gündelwangen durchsucht wurden. Dass vieles auf eine Straftat hindeutete. All das hatte sich schnell herumgesprochen in der Gemeinde Bonndorf und ihren Ortsteilen.

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Die Polizei hielt sich mit solcherlei Details indes lange zurück; in den zweieinhalb Wochen zwischen Neipps Verschwinden und dem Leichenfund veröffentliche die zuständige Polizeidirektion in Waldshut-Tiengen nur eine weitere Pressemitteilung zu dem Fall: ein Suchaufruf am 29. Mai, in dem die Polizei erstmals Neipps Namen und Foto publik machte. Bis zum Leichenfund am 10. Juni herrschte Funkstille. Hinsichtlich der fehlenden Gegenstände aus Neipps Wohnung bittet die Polizei erst um Mithilfe aus der Bevölkerung, seit der Getötete gefunden wurde.

"Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, können wir zu unseren Tätigkeiten zurzeit nichts sagen." Polizeisprecher Wißler
Diese Zurückhaltung seitens der Ermittler habe, so der Waldshuter Polizeisprecher Paul Wißler, keineswegs mit Untätigkeit zu tun – sondern mit ermittlungstaktischen Gründen und der unklaren Sachlage nach Neipps Verschwinden. "Verbrechen, Unglücksfall oder Selbsttötung – ohne Opfer konnten wir dazu keine Aussage machen", sagt Wißler gegenüber badische-zeitung.de über die Zeitspanne zwischen Neipps Verschwinden und dem grausigen Fund in einem Waldstück bei Gündelwangen.

Naheliegend ist allerdings auch, dass sich die Polizei schlichtweg nicht in die Karten blicken ließ, deshalb lange keine Einzelheiten preisgab – und sich aus dem selben Grund weiterhin bedeckt hält: "Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, können wir zu unseren Tätigkeiten zurzeit nichts sagen", erklärt Polizeisprecher Wißler am Freitag. Klar ist nur: Die Ermittlungsgruppe der Polizei setzt sich aus rund 20 Beamten zusammen. Wißler: "Die Sonderkommission hat ihren Sitz in Waldshut-Tiengen, aber auch der Bonndorfer Polizeiposten ist rege beteiligt."

Hinweise könnten "von erheblicher Bedeutung" sein

Zur Frage, ob am Tatort DNA-Spuren eines möglichen Täters gefunden wurden, möchte sich Wißler genauso wenig äußern wie zur Zahl und Qualität der bisher eingegangenen Hinweise aus der Bevölkerung. "Die Arbeit der Ermittler ist derzeit auf das persönliche und räumliche Umfeld des Opfers fokussiert", erklärt der Polizeisprecher.

Dennoch betont die Polizei in ihrer Pressemitteilung vom Freitag, dass Hinweise zum Verbleib der erwähnten Einrichtungsgegenstände und des Schlüsselbundes "für das weitere Verfahren von erheblicher Bedeutung" sein könnten. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um folgende Gegenstände:
  • Ein kurzfloriger, vermutlich dunkelblauen Teppich mit vereinzelten viereckigen, orangefarbenen Elementen am Rand. Der Teppich dürfte die Größe von etwa 1,50 x 1,20 Meter haben.
  • Ein Couchtisch mit Glasplatte. Die dreiseitig gerundete Glasplatte ist etwa 1,75 Meter lang, bis zu 0,75 Meter breit und 8 Millimeter stark. Der Unterbau besteht aus Metallrohren und schwarzen, furnierartig beschichteten Pressspanplatten.
  • Von Fenster und Tür fehlen ein weißer Schlaufenvorhang (2,35 x 1,40 Meter groß), ein weißes Raffrollo aus demselben, weißen Gardinenmaterial (1,20 x 1,70 Meter) mit einem etwa 5 Zentimeter breiten Längsstreifen. Außerdem fehlen von den Fenstern zwei orangefarbene, durchscheinende Schlaufenschals (2,45 x 1,40 Meter).
  • Der Schlüsselbund des Opfers mit mehreren Türschlüsseln und einem Autoschlüssel konnte ebenfalls noch nicht gefunden werden.
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Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Waldshut-Tiengen (07741 83160) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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Autor: Karl Heidegger