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18. März 2011
Bonndorfer Fasnet begeistert Kinder in Weißrussland
Verena Kreidler arbeitet im Rahmen ihres sozialen Jahres an einer Schule in Brest / Dort bringt sie den Schülern auch den Narrenmarsch und das Gumpen bei.
BONNDORF. Einen recht ungewöhnlichen Weg, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren, beschreitet derzeit Verena Kreidler. Seit September vergangenen Jahres arbeitet sie an der "Allgemeinen Mittelschule Nr. 7" in der weißrussischen Stadt Brest. Ungefähr 1400 Schülerinnen und Schüler werden hier von 126 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Durch das Freiwilligenprogramm des Auswärtigen Amtes "Kulturweit" erfuhr Verena nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr von dieser Möglichkeit, und da sie noch keine konkreten beruflichen Pläne hatte, wagte sie diesen Schritt in ein Land, von dem sie weder Sprache noch irgendetwas anderes kannte.
Unvorstellbar für unsere Verhältnisse ist allein schon die Tatsache, dass diese Schule aufgrund der hohen Schülerzahlen im Zweischichtbetrieb arbeitet. Das heißt konkret, dass die Schüler im Wechsel entweder von 8 bis 14 Uhr oder von 14 bis 19 Uhr unterrichtet werden. Die Schule gewichtet den Deutschunterricht sehr hoch, so dass die Schüler wöchentlich zwischen drei und fünf Stunden in Deutsch unterrichtet werden. Zudem können sie den DSD-Unterricht (Deutsches Sprachdiplom) besuchen und am Ende der Schulzeit die DSD-Prüfung ablegen. Mit entsprechend erfolgreichem Bestehen dieser Prüfung können die Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abitur sogar an einer deutschen Universität studieren.
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Seit 1991 pflegt die Brester Schule eine enge Partnerschaft sowie jährlichen Schüleraustausch mit einer Realschule in Ravensburg. Verena Kreidler assistiert an dieser Schule momentan im Deutschunterricht, singt mit den Schülern oder studiert Theaterstücke ein. Außerdem arbeitet sie im Schulmuseum, wobei sie viel über die Geschichte der Schule und der Stadt Brest erfuhr. Die weißrussischen Schüler lernen bei dieser Gelegenheit, Museumsführungen in deutscher Sprache zu machen.
Die zurückliegende Fastnachtszeit war für Verena Kreidler, die seit früher Kindheit begeisterter Pflumeschlucker ist, Anlass, den weißrussischen Schülern die Bonndorfer Fastnachtsbräuche auf verschiedenen Wegen näher zu bringen. Den Jugendlichen gefielen dabei besonders die bunten Kostüme und die schrägen Töne der Guggenmusik. Die junge Bonndorferin brachte ihren Schützlingen sogar Narrensprüche, den Narrenmarsch und das Gumpen bei. Einzig bei der Frage, weshalb die Pflumeschlucker blaue Schirme tragen, musste die 20-Jährige passen.
Verena Kreidler wurde im September in der 309000-Einwohner-Stadt an der polnischen Grenze gleich herzlich aufgenommen und fand hier auch ohne russische Sprachkenntnisse rasch Freunde. Das Leben in Brest mit seinen Cafés, einer schönen Fußgängerzone mit vielen Geschäften, Parks und Freizeitmöglichkeiten sowie der sehenswerten Brester Festung gefällt der Bonndorferin sehr. In ihrer Gastfamilie konnte sie sich in den ersten Monaten gut an die neue Sprache und den weißrussischen Lebensstil gewöhnen. Vor allem machte sie die Erfahrung, dass man hier mit einer entsprechend aufgeschlossenen Art viele hilfsbereite und freundliche Menschen kennenlernt. So sieht sie den kommenden sechs Monaten, die sie noch in Brest verbringen wird, erwartungsvoll entgegen.
Autor: Martha Weishaar


