"Der Verein steht allen offen"

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Fr, 02. November 2018

Bonndorf

BZ-INTERVIEW mit Hamada Bitar, Vorsitzender der "Freunde des Friedens", über die Vereinsziele.

BONNDORF (mhw). Dass ein junger Bürgerkriegsflüchtling in Deutschland gleich einen Verein gründet, ist außergewöhnlich. Hamada Bitar tat dies vor zwei Jahren mit Gründung der "Freunde des Friedens". Über seine Beweggründe und die erreichten Ziele spricht er mit unserer Mitarbeiterin Martha Weishaar.

BZ: Was ist Ihnen so wichtig an diesem Verein?
Bitar:
Ich möchte, dass Flüchtlinge mit den Bürgern in Kontakt kommen. Ich will ihnen auch helfen, dass sie ihre Trauer und die schlimmen Erlebnisse in ihrer Heimat und während der Flucht verarbeiten können.

BZ: Haben Sie das Gefühl, dass Sie mit dem Verein etwas bewirken können?
Bitar: Ja, wir haben schon vieles erreicht, haben viele Gespräche geführt und konnten vielen Menschen helfen.

BZ: Die überwiegende Anzahl Ihrer Mitglieder stammt aus dem arabischen Raum und Afrika. Gelingt es Ihrem Verein, die verschiedenen Nationalitäten zusammen zu bringen?
Bitar: Das ist schwierig, denn jedes Land hat seine eigene Kultur, eigene Traditionen. Deshalb ist es wichtig, dass Religion und Politik im Verein absolut keine Rolle spielen. Bei uns steht der Mensch im Vordergrund.
BZ: Haben Sie Ideen, wie die Freunde des Friedens weitere Volksgruppen, zum Beispiel Menschen aus Polen, der ehemaligen UdSSR oder der Türkei im Verein integrieren könnten?
Bitar: Am besten geht das über den Sport. Wir haben Interessierte aus Kolumbien, Russland und Polen. Der Verein steht allen offen und ich freue mich über jeden, der zu uns stößt. Schließlich wollen wir alle hier zusammen leben. Wir sind eine Familie. Das wollen die Freunde des Friedens fördern.