Eine Künstlerin, die ihre Leidenschaft weiter gibt

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Mo, 10. September 2018

Bonndorf

Gerda Hoeft präsentiert eine Auswahl ihrer Werke im Rathaus / Bürgermeister lobt die Malerin als "Botschafterin der Kunst".

BONNDORF. Als Botschafterin der Kunst bezeichnet Bürgermeister Michael Scharf die Malerin Gerda Hoeft. Und das hat seinen Grund. Nicht nur, dass die Künstlerin zum wiederholten Mal im hiesigen Rathaus die Bandbreite ihres Schaffens präsentiert. Nein, Gerda Hoeft gelingt es überdies, dass aus passiven Betrachtern ihrer Werke aktive Gestalter werden.

"Sie müssen eine besondere Fähigkeit haben", würdigte Scharf dieses herausragende Merkmal der Malerin bei der Eröffnung zur aktuellen Ausstellung. Worum Kunstlehrer an Schulen sich teils vergeblich mühen, gelinge ihr scheinbar mühelos, führte er in Erinnerung an sein Engagement im BK-Unterricht während der eigenen Schulzeit aus. Die zahlreichen Teilnehmer der VHS-Malkurse von Gerda Hoeft indes bleiben beinahe ohne Ausnahme der Malerei treu. "Wie gelingt es Ihnen, solch einen Bazillus in unserer Bevölkerung zu wecken?", hinterfragte Scharf diesen sehr wichtigen Aspekt der Kunst – dass diese nämlich nicht nur präsentiert, sondern in die Bevölkerung hineingetragen werde. "Ihnen steht unser Rathaus immer offen. Ich freue mich über diese fulminante Ausstellung, Sie bringen Glanz in unser bescheidenes Rathaus", sparte der Bürgermeister denn auch nicht mit Lob und ermunterte die Gäste der Vernissage am Sonntagvormittag zum Betrachten und kommentieren der vielfältigen, farbenprächtigen Kunstwerke.

Darstellungen von "Wasserfall", "Klimawandel" oder "Trommler" ziehen auf den Fluren des Rathauses den Betrachter in ihren Bann, nicht minder ein Abbild von "Bonndorf". Die meisten Bilder sind käuflich. Mit "Genesis" verhält es sich anders. "Das war das Lieblingsbild meines Mannes und er bat mich, es nie zu verkaufen", erklärte Gerda Hoeft.

Stille breitete sich aus, als Scharf an den vor wenigen Monaten verstorbenen Mann der Künstlerin, Hartmut Hoeft, erinnerte. Nicht nur als Musiker, auch in jedweder anderer Form unterstützte dieser das künstlerische Wirken sowie sämtliche Ausstellungen seiner Frau. Ein Stück weit füllten bei der jetzigen Vernissage die Söhne die entstandene Lücke. Harald Hoeft erwies sich als virtuoser Musiker, mal jazzig im Solo, mal im Einklang mit der Malerin Maria Schäfer aus Albbruck-Birkingen, die dem Hang sphärisch anmutende Klänge und Rhythmen entlockte. Ruth Baumgartner ergänzte die exzellente musikalische Umrahmung zur Vernissage, die so vielfältig und bunt wie die präsentierten Werke war. Und dass alle Bilder solide an jeweils passender Stelle fixiert sind, darin unterstützte Ralf Hoeft seine Mutter. Bis 31. März können die vielseitigen Kunstwerke in Mischtechnik, Tusche, Acryl, Aquarell oder Encaustic zu den Öffnungszeiten des Rathauses betrachtet werden.