Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. August 2016 21:17 Uhr

Behindertensport

Ex-Mountainbike-Profi Benny Rudiger kämpft sich ins Leben zurück – und hilft nun anderen

Seit einem Sturz im Januar vergangenen Jahres ist der ehemalige Mountainbike-Profi Benny Rudiger querschnittsgelähmt. Eine Spende hat er nun abgelehnt – und an den Verein zur Förderung des nordischen Behindertensports weitergegeben.

  1. Benny Rudiger Foto: Martha Weishaar

Eigentlich sollte Benny Rudiger mit dem Erlös der diesjährigen Benefiz-Sportveranstaltung "Dunker bewegt" bedacht werden. Der 32-jährige Bankkaufmann aus Oberried ist seit einigen Jahren mit Dunkermotoren verbunden. Als er infolge einer Krebserkrankung 2006 seine Profikarriere als Mountainbiker aufgeben musste, gründete er gemeinsam mit der ebenfalls an Krebs erkrankten und mittlerweile verstorbenen Doris Weiß 2010 in Kirchzarten den Verein "ride to live".

"Ich habe im Verlauf meiner Erkrankung so viel Unterstützung erfahren, also wollte ich etwas zurückgeben und anderen Menschen in vergleichbarer Situation Mut machen", erklärt er sein Engagement. Durch den einstigen Dunker-Geschäftsführer Volker Brunner kam er in Kontakt zu den Bonndorfer Motorenbauern. Gemeinsam initiierten sie 2011 erstmals "biken für eine gute Sache". Daraus wurde "Dunker bewegt".

"Ich erfahre sehr viel Unterstützung und bin gut versichert, da soll eine Spende doch denen zu Gute kommen, die es nicht so gut haben." Benny Rudiger

Werbung

Seit einem Sturz im Januar vergangenen Jahres ist Benny Rudiger querschnittsgelähmt. Dunkermotoren wollte ihn mit dem Erlös der diesjährigen "Dunker bewegt Veranstaltung" in seinen kostspieligen Therapien unterstützen. Das lehnte er jedoch mit der Begründung ab, dass es weitaus bedürftigere Menschen als ihn gibt. "Ich erfahre sehr viel Unterstützung und bin gut versichert, da soll eine Spende doch denen zu Gute kommen, die es nicht so gut haben", sagt er in entwaffnender Bescheidenheit. Da Benny Rudiger mittlerweile Kontakte zum Behindertensport hat, schlug er als Empfänger den Verein zur Förderung des nordischen Behindertensports vor.

Seit Mai ist Rudiger bereits wieder berufstätig

Mit beispielhafter Energie kämpfte sich Benny Rudiger ins Leben zurück. Seit Mai ist er wieder berufstätig. Unmittelbar nach seinem Unfall habe er nicht unbedingt Lust zum Weitermachen gehabt. "Ich hatte eigentlich gar keine andere Wahl", bringt er die Unterstützung durch seine Familie und Freunde in allen Bereichen auf den Punkt. Mit dem Handbike fährt er Rad, im Sitzschlitten geht’s auf die Loipe, obschon die ersten Versuche frustrierend waren. Für Benny Rudiger geht es nicht mehr um Wettkämpfe, vielmehr um den Ausgleich, den er im Sport findet. Und die Unabhängigkeit, selbst loszuradeln, wann und wohin er will. BZ-Sportredakteur Johannes Bachmann sagt über ihn: "Benny tut anderen Menschen gut und Gutes. Er ist ein Kerl, der immer einen Weg weiß, wie es weitergeht."

Mehr zum Thema:

Autor: Martha Weishaar