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20. Januar 2012
Freundschaft ist die stabilste Brücke
GFDAF pflegt die transatlantischen Beziehungen durch persönliche Kontakte / Das Leben im Peter-Folkerts-Haus pulsiert.
BONNDORF. "Hier läuft die Graswurzelarbeit der deutsch-amerikanischen Beziehungen." Harald Leibrecht, Bundestagsabgeordneter und Koordinator der Regierung für transatlantische Kontakte, lobte die Arbeit der Gesellschaft zur Förderung der deutsch-amerikanischen Freundschaft (GFDAF), die jüngst zur Versammlung ins Peter-Folkerts-Haus in Boll eingeladen hatte.
Neben der Politik geht es der GFDAF insbesondere um zwischenmenschliche Beziehungen, und gerade dieser persönliche Brückenschlag über den Atlantik sei ungeheuer wertvoll, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu festigen und mit neuen Inhalten zu füllen, meinte Harald Leibrecht, der erstmals in Bonndorf zu Gast war. Seine Eindrücke schilderte er folgendermaßen: "Hier wird tolle Arbeit geleistet, mir ist nicht bange um die transatlantischen Beziehungen."Was in der vergangenen Zeit geleistet wurde, das fasste Regina Folkerts zusammen, dank deren Engagement das Leben im Begegnungszentrum in Boll pulsiert, wie es GFDAF-Präsident Werner Dörflinger formulierte. Zu Gast waren nach Folkerts Worten unter anderem fünf amerikanische Gruppen der US-Standorte Stuttgart, Böblingen und Wiesbaden – insgesamt 130 Jugendliche mit ihren Betreuern, die ihren Aufenthalt in Boll sehr genossen haben. Auch die deutsch-amerikanische Party mit den Girls-Scouts des US-Army Standorts Stuttgart unter der Leitung von Oberst Mark Landers gab Gelegenheit, nicht nur über Freundschaft zu reden, sondern diese zu leben, blickte Regina Folkerts zurück. In diesem Zusammenhang zitierte sie den verstorbenen Beirat Lord Ralf Dahrendorf, der ihr immer wieder ans Herz gelegt hatte: "Das was Menschen bewirken im freundschaftlichen Miteinander, kann weder durch Verträge noch durch gute Ratschläge bewirkt werden. Freundschaft muss gelebt werden, dann hinterlässt sie nachhaltige Spuren bei den Menschen."
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Das Begegnungszentrum in Boll wird aber auch von vielen anderen Gruppen und Vereinen genutzt. Guggenmusiken und Chöre kommen zu Probewochenenden, die Kreativwoche für Mädchen des Landkreises findet in Boll statt, und auch für die VHS öffnet die "alte Schule" gerne ihre Pforten, zahlreiche Kurse mit mehr als 100 Teilnehmern pro Monat finden dort statt. Im Jahr 2011 konnten insgesamt 1074 Übernachtungen verbucht werden. Würde man die Wochenaktivitäten dazu zählen, so haben sich nahezu 2000 Menschen im Peter-Folkerts-Haus getroffen, haben dort gefeiert, getanzt, musiziert, gesungen und gelacht, führte Regina Folkerts weiter aus.
Als Seele des Hauses bezeichnete Folkerts das neue Hausmeister-Ehepaar Agathe und Hubert Baumgartner. "Ihr steht voll hinter der Idee und leistet für uns einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren des Hauses", lobte Regina Folkerts. Ein herzliches Dankeschön sprach sie auch allen Helfern und Spendern bei den getätigten Renovierungsarbeiten im Begegnungszentrum aus, außerdem dem großen Helferpool, der sich bei Aktionen, bei Aufräum- oder Putzarbeiten mit eingebracht hat.
In ihrer Vorausschau konnte Regina Folkerts feststellen, dass das Peter-Folkerts-Haus bereits an 18 Wochenenden gebucht ist. Unter anderem werden wieder Boy-Scouts und Girls-Scouts von deutschen US-Army-Standorten erwartet, die mit Bonndorfer Pfadfindern zusammen treffen werden. Der Ausbau des Jugendprogrammes und die Kontaktpflege sind Schwerpunkte im Jahr 2012. Ein Anliegen hatte Regina Folkerts noch: Im Außenbereich des Begegnungszentrums soll ein Spielbereich entstehen, der auch von Einheimischen genutzt werden kann. Hierbei wünscht sie sich die Unterstützung der Stadt und traf bei Gemeinderätin Anne Meier, die als Vertreterin der Stadt anwesend war, auf offene Ohren. Meier versprach, sich dafür einzusetzen, dass im Haushaltplan 2013 – dann wird die GFDAF 25 Jahre alt – Mittel für die Spielanlage eingestellt werden. Regina Folkerts abschließend: "Die GFDAF bot im Jahr 2011 für 2000 Menschen Stunden der Begegnung mit Völkerverständigung, musikalischem Miteinander, Stärkung der Dorfgemeinschaft, Fitness, Kreativität und Spaß."
Graswurzelarbeit der
deutsch-amerikanischen
Beziehungen."
Harald Leibrecht, MdB
Dieser Ansicht schloss sich auch Harald Leibrecht an, der darauf verwies, dass sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen in den vergangenen 20 Jahren enorm verändert haben. "Der kalte Krieg ist vorbei, jetzt müssen neue Herausforderungen bewältigt werden", sagte Leibrecht und verwies auf Finanzkrise, Sicherheitspolitik, Klimawandel und wirtschaftliche Beziehungen. Die USA konzentrieren sich wirtschaftlich immer stärker auf den asiatisch-pazifischen Raum. Deutschland, beziehungsweise Europa seien gut beraten, die Brücken über den Atlantik zu festigen. "Die Partnerschaft ist unverzichtbar", sagte Leibrecht und fügte an, "sie braucht neue Inhalte und neue Schwerpunkte". Und genau in diesem Bereich sei die GFDAF mit ihrer Arbeit auf zwischenmenschlicher Ebene auf dem richtigen Weg.
Autor: Juliane Kühnemund
