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11. Juni 2012 15:13 Uhr

Gewaltverbrechen

Leiche in Gündelwangen: Simon Neipp wurde getötet

Viele hatten es vermutet – jetzt ist es traurige Gewissheit: Bei der in Bonndorf-Gündelwangen gefunden Leiche handelt es sich um den vermissten Simon Neipp. Er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.

  1. Simon Neipp. Foto: Privat

Ein Landwirt hatte die stark verweste Leiche am Freitag unweit des Gündelwanger Sportplatzes gefunden. Bei dem Toten handelt es um den vermissten Simon Neipp. Er wurde anhand seiner Zähne identifiziert. Das hat die Polizei am Montag bekannt gegeben. Auch die Vermutungen, dass der 24-jährige Gündelwanger einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, haben sich anhand der Obduktion verdichtet. Angaben zur Todesursache, einer möglichen Tatwaffe oder einem Motiv wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Derzeit geht die Polizei davon aus, dass Neipp in seiner Wohnung im Bonndorfer Ortsteil Gündelwangen in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai getötet wurde. Anschließend wurde seine Leiche aus dem Haus geschafft und in einem Waldstück beim Sportplatz Gündelwangen in einem Grünabfallhaufen gelegt. In der Wohnung Neipps wurden Blutspuren entdeckt. Wie die Polizei mitteilt, habe zwar jemand versucht, diese wegzuwischen, doch mit einem speziellen kriminaltechnischen Verfahren sei es gelungen, die Spuren zu sichern. Aus der Wohnung fehlten ein Couchtisch mit Glasplatte, die Gardinen, orangerote Vorhangschals und ein Teppich. Wo diese Gegenstände geblieben sind, ist ungewiss.

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Hilfsbereiter und freundlicher junger Mann

In Gündelwangen sitzt derweil der Schock tief. Dass in dem kleinen Dorf ein Gewaltverbrechen verübt worden sein soll, ist in der 550-Seelengemeinde kaum fassbar. "Wir haben immer noch gehofft, dass Simon wohlbehalten wieder auftaucht", sagte eine Gündelwangerin, die den 24-Jährigen von Kindesbeinen an gekannt hat, im Gespräch mit der Badischen Zeitung. Sie und viele weitere Bekannte des Opfers schätzten den jungen Mann als immer freundlich, hilfsbereit und sehr zuverlässig. Simon Neipp war in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und auch seine Kameraden beschreiben ihn als einen Mann, der immer da war, wenn er gebraucht wurde. Die Feuerwehr Bonndorf hat nach dem Verschwinden des Kammeraden sogar einen Aufruf zur Mithilfe auf der Homepage der Wehr veröffentlicht.

Hubschrauber und Hundestaffel im Einsatz

Neipp war am Donnerstag, 24. Mai, um etwa 22.30 Uhr zuletzt an seiner Wohnung "Im Espan" gesehen worden. Um diese Uhrzeit war er der Polizei zufolge von einer Veranstaltung der örtlichen Feuerwehr nach Hause gekommen und wurde dabei gesehen, wie er sein Wohnhaus betrat. Anschließend verschwand er spurlos.

In mehreren großangelegten Aktionen suchten zeitweise bis zu 130 Menschen nach Neipp, darunter auch zahlreiche Privatleute. Bergwacht, Hundestaffel, Hubschrauber und Feuerwehrmänner waren mehrfach im Einsatz. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Die Ermittler erhoffen sich nun Hinweise von Zeugen:
  • Von besonderem Interesse sind Beobachtungen aus der Tatnacht (Donnerstag auf Freitag vor Pfingsten), die womöglich mit dem Tatgeschehen in der Wohnung von Simon Neipp in Verbindung gebracht werden können. Personen oder Fahrzeuge könnten aufgefallen sein, ebenso der Abtransport des Opfers aus der Wohnung. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Täter gut vor Ort auskennt. Die Polizei schließt nicht aus, dass ein Einheimischer die Tat begangen hat.
  • Ungeklärt ist auch der Verbleib der aus der Wohnung verschwundenen Einrichtungsgegenstände: Couchtisch, Vorhänge und Teppich. Dieser ist etwa ein 1,20 Meter breit und ein 1,50 Meter lang, kurzflorig, von dunkler Grundfarbe und mit wenigen, orangefarbenen Elementen am Rand. Außerdem werden Kleidungsstücke des Opfers vermisst, die möglicherweise blutig sein können. Dasselbe gilt für weitere Textilien, Putzutensilien sowie Verpackungsmaterial, wie beispielsweise Müllsack oder Plastiktüten.
  • Ebenfalls noch nicht gefunden wurde der Schlüsselbund des Simon Neipp, an dem sich unter anderem die Wohnungs- und Autoschlüssel befinden.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Waldshut-Tiengen unter der Telefonnummer 07741 83160 entgegen.

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Autor: jul/sill