Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
10. Februar 2012
Leserbriefe
WILDSCHWEINSCHÄDEN
Auch Orchideen sind stark gefährdet Zu unserer Berichterstattung über die Wildschadensproblematik vom 4. Februar erreichte uns folgende Leserzuschrift:
Ja, immer öfter wird über immer größere Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen geklagt. Aber Wildschweine schädigen nicht nur Landwirte, sondern, was die wenigsten Jäger wissen und auch kaum ein Naturschützer, bei der starken Vermehrung der Schwarzkittel sind auch Orchideen wie Knabenkräuter sehr stark gefährdet. So haben die Wildschweine zum Beispiel am Rande der Wutachschlucht in der ehemaligen Kiesgrube Kappel vor 3 Jahren eine ganze Population von Knabenkräutern total vernichtet. Von den Orchideen (ca. 300 Orchis insgesamt waren es ursprünglich) wurde bei der Exkursion im Juni 2011 mit der NABU-Gruppe Hochschwarzwald gerade noch eine einzige Pflanze gefunden. Nachzulesen sind solche Schäden auch im großen Buch "Orchideen Mitteleuropas" von Helmut Presser. Wenn die Jäger also auch Naturschützer sein wollen, müssten sie allein aus diesem Grunde verstärkt die Wildschweine bejagen. Warum ist der Schaden an Knabenkräutern so wenig bekannt? Zum einen sind die Knabenkräuter nach etwa einem Monat verblüht und niemand achtet danach mehr auf diese Pflanzen. Wenn im folgenden Jahr oder nach Jahren dann weniger da sind, oder vielleicht gar alle verschwunden sind, fällt dies niemand mehr auf. Auch gibt es ja noch nicht so lange so viele Schwarzkittel. Dabei sind vor allem Pflanzen nahe am Waldrand gefährdet und solche auf vergrasten Schleifwegen oder an feuchten Wegrändern. Gerade einzeln wachsende Exemplare sind nirgends verzeichnet und so fällt ihr Fehlen nicht auf. Auch ist niemand da, der von Jägern Schadensersatz fordert und es gibt wohl keinen gesetzlichen Schadensersatzanspruch. So wird man bei uns bald zu Methoden wie in den USA zurückgreifen müssen. Dort werden Überläuferbachen gefangen, mit Sender versehen, markiert und wieder freigelassen. Die jungen Bachen bleiben nie alleine, sondern schließen sich immer wieder Rotten an. Man kann jetzt immer feststellen, wo sich die Rotten befinden und so viel besser zum Erfolg kommen.
Werbung
Peter Simon, Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins, Ortsgruppe Neustadt
Autor: Peter Simon, Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins, Ortsgruppe Neustadt
