Orientalische Düfte durchziehen das Bildungszentrum

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Sa, 24. November 2018

Bonndorf

Internationale Küchenparty lockt zum gemeinsamen Essen, Kommunizieren und sich Kennenlernen.

BONNDORF (mhw). Zehn Familien kamen bei der dritten internationalen Küchenparty der Volkshochschule zusammen. Dementsprechend wuselte es in der Küche des Bildungszentrums Bonndorf, denn zu den zwei Dutzend Erwachsenen gesellten sich ein gutes weiteres Dutzend kleiner Kinder sowie ebenso viele Heranwachsende.

Entspannte Stimmung prägt den Abend

Vielversprechende und ebenso fremdländische Düfte waberten durch das Gebäude, das Wasser lief einem förmlich im Munde zusammen. Die Frauen aus Syrien bereiteten gemeinsam mit "Küchenchef" Adnan Aoudah und dessen Frau Raya, die ebenfalls Köchin ist, eine Fülle orientalischer Köstlichkeiten zu. Hühnchen mit Reis in verschiedenen Variationen, gefüllte Zucchini, Teigtaschen mit Lammhack oder Käse sowie Salate und mediterranes Gemüse und natürlich auch süße Nachspeisen wurden binnen zwei Stunden auf einem Buffet präsentiert, das Feinschmeckerherzen höher schlagen lässt. Denn Zutaten wie Granatapfelsirup, Koriander oder Pinienkerne finden sich nicht auf alltäglichen deutschen Speisezetteln. Auch hatten sämtliche Akteure an den Herden den Ehrgeiz, etwas Erstklassiges aufzutischen. Die Küchenparty erfüllt indes nicht allein den Zweck, sich gemeinsam zu sättigen. Vielmehr steht die Begegnung im Vordergrund. Insofern war die Enttäuschung der organisierenden "Freunde des Friedens" darüber, dass nur wenige andere Bevölkerungsgruppen mitmachten, nachvollziehbar. Eine Frau aus Löffingen war der Einladung der VHS gefolgt, weil sie neugierig auf fremdländische Kost ist. "Die Frauen verwenden viel mehr verschiedene Gewürze als unsereins und dass Milchpulver einen Hefeteig geschmeidiger macht, wusste ich bisher auch nicht", zeigte sie sich von den Kochkünsten beeindruckt.

Eine andere Besucherin kam auf Bitte ihrer syrischen Arbeitskollegin und war begeistert von der Küchenparty. Brunhilde Robertz aus Stühlingen wiederum nahm die Einladung "ihrer" syrischen Familie an, die sie betreut und denen sie Sprachunterricht erteilt, seit diese vor drei Jahren nach ihrer Flucht aus der Heimat in der Stühlinger Stadthalle gestrandet waren. "Diese Vielfalt ist ja so interessant", schwärmt auch sie und ist angetan, wie nett bei dieser Küchenparty alle miteinander umgehen. Einmal mehr zeigte sich dabei, dass gemeinsame Aufgaben die Menschen einander näherbringt und wie verbindend ein gemeinsames Mahl ist. Dass hie und da mal was frisch vom Herd weg oder aus Schüsseln stibitz und vorgekostet wurde, beweist, wie ähnlich es doch überall auf der Welt in Küchen zugeht – egal ob orientalisch oder deutsch.