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15. Mai 2017

Welcher Beruf passt zu mir?

Rund 800 junge Menschen aus zwölf Schulen informieren sich am HeDu-Ausbildungstag über berufliche Möglichkeiten / Stadthalle als idealer Veranstaltungsort.

BONNDORF. Die neu organisierte und nunmehr achte Auflage des HeDu-Ausbildungstages war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Etwa 800 junge Menschen aus zwölf Schulen der Region waren am Freitag der Einladung der Firmen Dunkermotoren und Hectronic gefolgt, um sich ein umfassendes Bild von den vielseitigen beruflichen Möglichkeiten in Bonndorf zu machen. Erstmals wurden diese in der Stadthalle präsentiert.

Nachdem die beiden Industrieunternehmen im Jahr 2009 eine Ausbildungskooperation vereinbart und die HeDu-Ausbildungstage ins Leben gerufen hatten, wurden diese kontinuierlich verbessert. Zum zweiten Mal hatten nun sämtliche Bonndorfer Unternehmen die Chance, zeitgleich ihre Ausbildungsberufe und Karrierechancen anzupreisen. Vonseiten der Stadt wird das gemeinsame Bemühen um Fachkräftenachwuchs unterstützt. Dementsprechend stolz stellte Bürgermeister Michael Scharf denn auch einer prominent besetzten Gruppe sämtliche Firmen und Institutionen vor, die einen Ausstellungsstand in oder um die Stadthalle installiert hatten. Neben den vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten beim Elektronikspezialisten Hectronic sowie bei Dunkermotoren war eine Vielzahl beruflicher Perspektiven geboten. Die Fleischwarenfabrik Adler, neun örtliche Handwerker, sechs Anbieter aus dem Gesundheits- oder sozialen Bereich, die beiden ortsansässigen Geldinstitute sowie ein angeschlossenes Versicherungsbüro, ein Steuerberater, Möhringers Schwarzwaldhotel, der Schmidt’s Markt, Polizei, Bundeswehr, vier Hochschulen und ebenso viele Schulen aus der Region sowie gesetzliche Krankenkassen, Handwerkskammer, Schreinerinnung und die Agentur für Arbeit boten allumfassende Informationen zum Thema Berufswahl, Weiterbildung und Arbeitsleben. Per Bus konnten die Besucher überdies in einige der genannten Unternehmen pendeln, um dort vor Ort einen Eindruck von den jeweiligen Berufsbildern und Aufgaben zu gewinnen.

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Es gab rundweg Lob für die Idee und Organisationsform des HeDu-Tages. Dass dennoch Enttäuschungen nicht ganz ausblieben, hatte andere Ursachen. Während nämlich die jungen Besucher auf Rollstühlen des Altenzentrums begeistert ihre Umgebung unsicher machten, war das Interesse am eigentlichen Beruf der Altenpfleger mau. "Die Technik des Badewannenlifts beeindruckt die Schüler, von unserem Beruf wollen jedoch die Wenigsten etwas wissen", beklagen Altenpflegerin Kerstin Bär und Gabriele Uhl von der Fachschule für Altenpflege in Donaueschingen. Vielleicht seien die Besucher auch einfach noch zu jung, mutmaßen sie. Daniel Stoll hingegen freut sich über interessierte Nachfragen zum Beruf des Metallbauers. An einer Wanderschmiede präsentiert er gemeinsam mit einem Kollegen diesen traditionellen Handwerksberuf. Und auch die Bezirksschornsteinfeger ziehen das Interesse etlicher Besucher auf sich, bestimmt nicht nur aufgrund ihrer eindrucksvollen Berufstracht.

Clemens Podeswa nimmt bereits zum zweiten Mal am HeDu-Tag teil. "Hectronic und Dunkermotoren bieten eine so großartige Organisation, das ist für einen kleinen Handwerksbetrieb wie dem unseren eine ideale Plattform, unseren Beruf darzustellen", lobt der Fliesenlegermeister. Er ließ seinem Auszubildenden Marcus Ruf weitestgehend freie Hand bei der Gestaltung des Workshops. Und tatsächlich lockte der mit seinen Ideen viele Mädchen und Jungen an den Stand, um sich im Mosaiklegen zu üben. Ralf Probst hingegen beteiligt sich zum ersten Mal. "Wir sind ein Fünf-Mann-Betrieb, da könnte ich nicht länger als einen Tag fehlen", lobt er die Verkürzung der Veranstaltung auf einen Tag. "Zudem ist die Stadthalle ein idealer Ort." Relativ viel los war auch bei Daniel Robold vom gleichnamigen Elektrounternehmen. Bei ihm konnten die Besucher eine Steckdose anschließen. "Manche haben’s echt drauf, andere wissen nicht mal, was ein Seitenschneider ist", sagt sein Mitarbeiter Dominik Baumgartner. Ein Team von Möhringers Schwarzwaldhotel macht rund um einen festlich gedeckten Tisch Lust auf Berufe im Gastronomiebereich, derweil Interessierte bei der Holzhaus GmbH sich als potentielle Schreiner oder Zimmermänner im Hobeln und Sägen üben können. Michael Woll macht Werbung für die Aufgabengebiete bei der Sparkasse, während andernorts Hochschulprofessoren akademische Berufe oder Weiterbildungsmöglichkeiten schmackhaft machen.

Norbert Burggraf, der am Klettgaugymnasium Mathematik und Physik unterrichtet, besucht mit bis zu 50 Schülern seit vielen Jahren die HeDu-Ausbildungstage und ist voll des Lobes über die neue Organisationsform: "Das hat sich sehr schön weiterentwickelt, die Stadthalle ist ein idealer Ort und ich hoffe, dass noch viele weitere Unternehmen auf diesen Zug aufspringen."

Mehr Bilder im Internet unter: http://www.badische-zeitung.de

Autor: Martha Weishaar