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06. Februar 2012
ZUR PERSON
Ihren 75. Geburtstag feiert heute bei bester Gesundheit Elvira Knaub, geborene Böshans, im Bierbrunnen. Ihre deutschen Vorfahren sind zu Zeiten Katharina der Großen zu Fuß mit einem Handkarren in die jetzige Ukraine aufgebrochen, dereinst in der Hoffnung auf fruchtbares Land, Arbeit und eine rosige Zukunft. Auf der Halbinsel Krim verbrachte Elvira Knaub mit einem Bruder und einer Schwester die ersten Jahre der Kindheit, ehe die Familie im Zug des Zweiten Weltkrieges innerhalb von zwei Stunden die Heimat verlassen musste. Ihr Vater war Ortsvorsteher, überdies der Einzige im Ort, der russisch sprechen konnte, und musste die Evakuierungsmaßnahme leiten. In Viehwaggons gepfercht wurden die Deutschstämmigen in den Kaukasus transportiert, doch auch dort holte der Krieg sie ein. Erneut wurden die "Deutschen" über mehrere Monate hinweg in Viehwaggons durch das Land gekarrt, ehe sie in Nordkasachstan eine neue Bleibe fanden. Hier stießen sie auf offene Feindseligkeit und – ohne warme Kleidung – auf 40 Grad Minustemperaturen. Der Vater kam in ein Arbeitslager in den Ural, durfte die Familie aber nachholen. Nach dem Krieg siedelte die Familie zurück nach Kasachstan und baute sich dort eine Existenz auf. Hier besuchte Elvira Knaub die Schule und erlernte nach deren Abschluss das Schneiderhandwerk. 1956 zog die Familie zurück auf die Krim. 1957 heiratete die Jubilarin Alexander Knaub und freute sich mit ihm über die Geburt von einem Sohn und zwei Töchtern. Neben der Hausarbeit verdiente sie mit Näharbeiten hinzu. Nach weiteren Stationen in Lettland und Moldawien kamen Elvira und Alexander Knaub mit ihrem Sohn 1989 nach Deutschland. Nach mehreren Aufenthaltsorten landete die Familie zunächst in Schluchsee, wo die Jubilarin als Schneiderin im Hotel Vierjahreszeiten beschäftigt war. Nach einer weiteren Zeit in Schopfheim landete sie in Bonndorf. 2005 verstarb ihr Ehemann. Die Jubilarin ist überzeugt, dass sie nur mit Gottes Hilfe all die Gefahren ihres Lebens überstehen konnte. Ihre freie Zeit verbringt sie gerne mit Bibelstudien, Lesen, Gobelinsticken und zeigt überdies großes Talent als Kunstmalerin. Zum Geburtstag gratulieren neben den Kindern und deren Partnern zwölf Enkel und ein Urenkel.
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Autor: mhw
