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18. Mai 2010 16:03 Uhr

Grosseinsatz

Brand bei Uni-Bibliothek Freiburg löst Großeinsatz aus

Schwarzer Rauch über Freiburg: Auf dem Dach der alten Uni-Bibliothek ist ein Feuer ausgebrochen. Aus den oberen Stockwerken und dem Dach schlugen offene Flammen.

Die dunkle Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. Um 15.50 Uhr gingen die ersten Notrufe bei der Feuerwehr ein. Augenzeugen berichteten von Flammen, die aus dem Dach der alten Universitätsbibliothek schlugen. Betroffen war der Gebäudeteil Richtung Stadttheater.

"Wir nehmen an, dass auf dem Flachdach Isolationsmaterial am Lüftungsschacht in Brand geraten ist", sagte Einsatzleiter Ralf-Jörg Hohloch von der Freiburger Feuerwehr. Die Ursache ist bislang unklar. Möglich, dass ein Schneidbrenner den Brand auslöste. Die alte UB wird derzeit aufwändig saniert, zahlreiche Bauarbeiten sind im Gange.

Ein Arbeiter notärztlich versorgt

Als das Feuer ausbrach, waren drei Arbeiter auf dem Dach – sie retteten sich rechtzeitig über das Treppenhaus ins Freie. Einer von ihnen befand sich aber offenbar in unmittelbarer Nähe zum Brandherd und atmete reichlich Rauch ein. Er musste von einem Notarzt versorgt werden.

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Im zweiten und dritten Untergeschoss ist das Archiv der Bibliothek untergebracht, mehr als drei Millionen Bücher lagern dort. Laut Bibliotheksleiterin Antje Kellersohn konnten sich die acht Mitarbeiter in Sicherheit bringen. Die Archivalien wurden nicht durch Löschwasser beschädigt. "Und dort lagern einige Schätze", sagte Kellersohn erleichtert.

Schaulustige vor sich selber schützen

Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort: 5 Fahrzeuge der Feuerwehr, 76 Feuerwehrleute, je 20 Rettungskräfte und Polizisten. Die Beamten hatten den Werderring komplett gesperrt, der innerstädtische Verkehr wurde für die Dauer der Rettung umgeleitet. Unterstützt wurden die Helfer aus der Luft von einem Hubschrauber. Hunderte Schaulustige säumten die Straße. Einige mussten von der Polizei zu ihrem eigenen Schutz auf Distanz gehalten werden.

Der Feuerwehr gelang es relativ rasch über zwei Drehleitern von der Milchstraße aus das Feuer zu löschen. "Alles halb so wild", gab dann auch Freiburgs Erster Bürgermeister Otto Neideck Entwarnung. Ebenfalls vor Ort: Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer. Auch er konnte beschwichtigen: "Es sah schlimmer aus, als es war."

Ein Sachverständiger wird nun untersuchen, wie es zu dem Brand kam. Der Schaden wird als eher gering eingestuft.



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Autor: Frank Zimmermann, Alexandra Sillgitt