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28. Juli 2012

Brandruine wird bald abgerissen

Baugenossenschaft plant Neubau in der Schaffhauser Straße / Investiert wird ferner in die Verbesserung der Wohnqualität.

  1. Wiedergewählt in den Aufsichtsrat: Michael Scharf (li.) und Walter Hirscher (re.). Mit im Bild Alexander Graf, Vorsitzender der Baugenossenschaft seit 2011. Foto: Erhard Morath

  2. Unbewohnbar ist dieses Gebäude in der Schaffhauser Straße seit dem Brand im März. Die Baugenossenschaft will das Haus nun abreißen und auf dem Grundstück einen Neubau mit sechs bis acht Wohnungen erstellen. Foto: Wilfried Dieckmann

BONNDORF. Die Baugenossenschaft Bonndorf präsentierte in ihrer 78. Mitgliederversammlung eine umfangreiche Tagesordnung. Neben Neuwahlen stand ein Ausblick auf geplante Neubau- und Sanierungsmaßnahmen im Mittelpunkt der Versammlung.

Besondere Beachtung fand der Brand, bei dem in der Nacht zum 30. März in der Schaffhauser Straße vier Wohnungen ein Raub der Flammen wurden. Bürgermeister Michael Scharf informierte in diesem Zusammenhang, dass die vier betroffenen und durch den Brand obdachlosen Mieter wieder untergebracht werden konnten, drei über den freien Wohnungsmarkt, einer innerhalb der Baugenossenschaft. Dank und Lob hatte er auch für Bernd Neumann und Heinz Eichkorn parat. Sie sind für alle möglichen großen und kleinen Aufträge bei der Wartung der 21 Häuser zu einer wertvollen handwerklichen Hilfe für die Genossenschaft geworden.

Das Hauptaugenmerk seiner Arbeit legt der Genossenschaftsvorstand auf die Erhaltung und kontinuierliche Verbesserung der Wohnqualität für seine 164 Mieter. Im Zuge von Mieterwechseln seien im Geschäftsjahr 2011 fünf Wohnungen grundlegend modernisiert worden. Um Energiekosten zu senken, werde man weiter in Wärmeschutzmaßnahmen investieren. Mieterhöhungen erfolgten keine und sind auch für 2012 nicht vorgesehen. In einem Anschreiben hatte der Vorstand aber eine Vollkostenumlage für 2012 angekündigt. Damit werde man Grundsteuer- und Gebäudeversicherungskosten individuell, je nach Gebäude, den dortigen Mietern auferlegen. Ewald Löffler bemängelte, dass das Schreiben für Aufregung gesorgt habe. Scharf und Graf verteidigten die Maßnahme und das Verfahren, schließlich hatte jeder die Möglichkeit nachzufragen und sich aufklären zu lassen. Inzwischen liegen die Einverständniserklärungen dazu von allen vor. Auch im Jahre 2011 hatte die Genossenschaft mit einer Quote von 0,3 Prozent einen rekordverdächtig geringen Leerstand an Wohnungen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind gut und geben keinerlei Grund zur Kritik. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 66,5 auf 75,2 Prozent. Zurück gingen gleichzeitig die Verbindlichkeiten, also Darlehen an Kreditinstitute, um 237 700 Euro. Finanz- und Vermögenslage sind geordnet, die Zahlungsfähigkeit ist auch in Zukunft gewährleistet, die Ertragslage zufrieden stellen. Alexander Graf bemühte sich, den anwesenden Mitgliedern mit griffigen Formulierungen und Erläuterungen die gesetzlich vorgegebene Materie seines Geschäftsberichtes nahe zubringen. Michael Scharf von Seiten des Aufsichtsrates stellte sicher, dass die dort erbrachte Arbeit, alles im Ehrenamt, im korrekten Lichte und gesetzlich unangreifbar, vollständig dargestellt wurde. Der Prüfungsbericht enthielt keinerlei Beanstandungen.

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In der Versammlung wurde darüber hinaus auch der Jahresabschluss mit Gewinn und Verlustrechnung präsentiert. Das Zahlenwerk wurde einstimmig genehmigt, einschließlich der Verwendung des Reinertrages. Auf Antrag von Ewald Löffler wurden der Aufsichtsrat und der Vorstand von den anwesenden Mitgliedern einstimmig entlastet.

Aktuell zählt die Genossenschaft 273 Mitglieder. Die Dividende für Genossenschaftsanteile liegt bei 4 Prozent. Turnusgemäß standen zwei Mitglieder des Aufsichtsrates für weitere 3 Jahre zu Wahl an. Die Wahl wurde von Wolfgang Weißer, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, geleitet. Beide Kandidaten, Michael Scharf und Walter Hirscher, wurden von der Versammlung einstimmig für eine weitere Amtszeit in den Aufsichtsrat gewählt. Walter Hirscher dankte dem Vorstand und seinen Kollegen für die geleistete Arbeit, kündigte aber gleichzeitig an, nach Ablauf der Amtszeit nicht mehr kandidieren zu wollen. Er empfahl, die Zeit zu nutzen, um in aller Ruhe geeignete Kandidaten zu suchen.

In einem Ausblick gab Alexander Graf noch neue Informationen bekannt. Das vom Brand in Mitleidenschaft gezogene Objekt in der Schaffhauser Straße wird abgerissen. An seiner Stelle werde ein Neubau für 6 bis 8 Familien mit einem Kostenvolumen von rund einer Million Euro entstehen. "Die Zinsen stehen günstig, Fördergelder sind realistisch", sagte Graf. Und mit etwas Glück könnte bereits Ende 2013 mit dem Bezug gerechnet werden.

In der Hans-Thoma-Straße 2 steht der Bau von Garagen auf der Agenda. In der Waldallee stehe man in Verhandlungen zum Kauf eines Grundstückes zur Ergänzung einer eigenen Fläche. Saniert werden solle auch das Gebäude Hans-Thoma-Straße 8. Um einem Investitionsstau entgegenzuwirken, werde man für laufende Reparaturen 120 000 Euro einplanen.

In der abschließenden Diskussion mit den Genossen und Mitgliedern kamen verschiedene Hinweise auf unsachgemäße Balkonanbauten und in die Jahre gekommene Garagen zur Sprache. Vorstand Alexander Graf notierte kräftig mit und versprach, die Wünsche vor Ort zu prüfen und sinnvoll zu regeln. Zufrieden äußerte sich Michael Scharf über die Planung eines Neubaus in der Schaffhauser Straße mit Ausblick auf den Japanischen Garten im sonst eher von Neubauten vernachlässigten Osten der Stadt.

Ein dickes Lob zollte die Genossenschaft ihren Mietern, die die Mieten und Verbrauchskosten pünktlich bezahlt hätten und mit der Pflege der Wohnungen samt Außenanlagen für ein schönes Gesamtbild des Baubestandes sorgten. Die überschaubare Zahl von Mitgliedern, so wie dies auch in den Vorjahren der Fall war, mag auch Ausdruck der Zufriedenheit mit der Arbeit der Baugenossenschaft sein.

Autor: Erhard Morath


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