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18. August 2012 00:02 Uhr

Ja-Wort

Brangelina: Dorf in der Provence im Hochzeitsfieber

In dem provencalischen Dorf Correns zweifelt kaum jemand daran: Angelina Jolie und Brad Pitt, seit vier Jahren Bürger der Gemeinde, werden sich hier das Ja-Wort geben. Und das bald.

  1. Brad Pitt und Angelina Jolie Foto: dpa

  2. Das Rathaus von Correns: Der Bürgermeister ist im Stress. Foto: dpa

Die Vorzimmerdame reagiert gereizt. Nein, sagt sie, der Bürgermeister von Correns sei nicht zu sprechen. Michael Latz sei von morgens bis abends beschäftigt, der arme Mann habe nicht eine freie Minute. Wieso das Dorfoberhaupt Mitte August Schwerstarbeit zu verrichten hat, während der Rest der Nation süßem Nichtstun frönt, sagt die Dame nicht. Es versteht sich wohl von selbst: Die Hochzeit des Jahres hält den Lokalpolitiker in Atem.

Die meisten in dem 800-Seelen-Nest sind überzeugt: In der romanischen Kapelle des Gutshofs Miraval, den das Paar mitsamt 400 Hektar Land erworben hat, werden die Hochzeitsglocken läuten. Die Hollywoodstars, die sich vor vier Monaten verlobten, werden aus dem Dunkel der Kapelle ins gleißende Licht treten, wo sich die Natur zurzeit von ihrer verführerischsten Seite zeigt: Olivenhaine glitzern silbern in flimmernder Luft, Zikaden zirpen und die Sonne scheint sowieso.

Der Schmuckhersteller Dominique Eelbo ist sich "total sicher", dass es so kommen wird – und zwar "sehr bald". "Ich habe im Rathaus aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass Brad Pitt dort bis auf zwei Dokumente bereits sämtliche zur Heirat erforderliche Urkunden eingereicht hat", erzählt der 58-jährige Franzose. "Die zwei werden demnächst hier heiraten, womöglich schon an diesem Wochenende", prophezeit er und fügt mit verklärtem Blick hinzu: "Das wär’s doch, wenn die beiden, frisch getraut, bei mir ein Collier kauften!" Angelina Jolies Cousin, Martin Poucher, lag also nicht ganz falsch, als er vergangene Woche verkündete, Brad und Angie würden demnächst in Correns Hochzeit feiern. Eine Feier in kleinem Kreis sei geplant, 20 bis 30 Gäste seien eingeladen.

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Nicht nur der Schmuckhersteller, ganz Correns scheint vom Hochzeitsfieber gepackt. Die Bäckerin erzählt von einem am Vortag gesichteten Hubschrauber. "Das waren sie", versichert die Frau, während sie Schokoladencroissants in eine Tüte gleiten lässt. "Sie" erweist sich als weiter Begriff. Er umfasst neben den Brautleuten in spe so ziemlich alles, was deren glamouröse Welt belebt: Pitts Freunde George Cloony, Johnny Depp und Quentin Tarantino, die sechs Kinder des Paares, drei eigene und drei adoptierte, einfliegende Privatlehrer und Bodyguards.

Dorfälteste dämpfen derweil die Erwartungen. "Womöglich bekommen wir von dem Weltereignis überhaupt nichts mit", meint ein Rentner. Ein anderer nickt, fügt hinzu, dass die Hollywoodschönheit sich in den vergangenen zwölf Monaten in den Gassen von Correns kein einziges Mal habe blicken lassen. Doch das stimmt nicht ganz. Cathérine hat Angelina Jolie in Correns gesehen. Die Mittfünfzigerin ist der Amerikanerin im Supermarkt regelrecht in die Arme gelaufen – der Gemischtwarenladen ist kaum größer als ein Wohnzimmer. Die der Französin als Lara-Croft-Darstellerin bekannte Schauspielerin stand an der Kasse. "Ich kam hinzu und wusste nicht, was ich sagen sollte", erzählt Cathérine. "Und dann klingelte auch schon die am Türknauf angebundene Messingglocke und der Filmstar war entschwunden."

Wer dem Paar gezielt näherzukommen versucht, stößt schnell an Grenzen. Ein Gitter verstellt die Zufahrt zur zwei Kilometer langen Straße nach Miraval. Kameras überwachen die Sperre, Scheinwerfer leuchten sie aus. Ein Privatpolizist patrouilliert. Der Imker Arnaud Rocheux (32) war oft in Miraval, damals, als das Gut noch Weinbauern gehörte. Als Kind habe er dort im See gebadet, die Eltern hätten Picknick gemacht und ab und an Rotwein erstanden. "Da lässt sich traumhaft Hochzeit feiern", sagt Rocheux.

Autor: Axel Veiel


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