Breisach

Bau der Stadt- und Sporthalle verschiebt sich bis 2018

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Fr, 17. März 2017 um 15:54 Uhr

Breisach

Der Bau der neuen Stadt- und Sporthalle auf dem Gelände des Martin-Schongauer-Gymnasiums verschiebt sich mindestens um ein Jahr. Gestorben ist das Projekt jedoch nicht.

Wie bereits berichtet, planen die Stadt Breisach und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald gemeinsam eine neue Stadt- und Sporthalle auf dem Campus des Gymnasiums zu errichten, weil die Schule schon seit Jahren dringend neue Hallenkapazitäten für den Sportunterricht braucht. Da die Breisacher Stadthalle, die direkt neben dem Gymnasium liegt, in die Jahre gekommen ist, haben Stadt und Landkreis beschlossen, ihre Ziele zu bündeln und die Halle gemeinsam zu bauen.

Entsprechende Vereinbarungen wurden bereits getroffen und erste Planungen in die Wege geleitet. Auch das Erdreich auf dem Baugelände beim Martin-Schongauer-Gymnasium wurde schon untersucht. Eine europaweite Ausschreibung unter Planern stand kurz bevor. Mit dem Baubeginn wurde noch 2017 oder spätestens 2018 gerechnet.

Überraschende Wendung

Insofern kam jetzt die Nachricht, dass das Projekt zunächst einmal gestoppt worden ist, überraschend. Als wichtigsten Grund dafür nannte Breisachs Bürgermeister gegenüber der BZ die Umstellung des städtischen Etats auf das kommunale Haushaltswesen. "Das Problem ist nicht, dass wir plötzlich mehr oder weniger Geld haben, sondern dass Verwaltung und Gemeinderat mit dem neuen Haushaltsrecht zunächst einmal Erfahrungen sammeln müssen", betonte das Gemeindeoberhaupt. So könne die Stadt zum Beispiel erst 2018 ihre Eröffnungsbilanz erstellen. Zudem müssten nun auch die Abschreibungen erwirtschaftet werden, was eine sportliche Herausforderung sei. "Das sind alles Unbekannte", sagt Rein.

Stadt investiert schon sehr viel

Deshalb habe die Stadt beschlossen, das Projekt zunächst einmal mindestens ein Jahr auf Eis zu legen, um besser abschätzen zu können, ob die neue Stadt- und Sporthalle wirklich vernünftig finanziert werden könne. Der Entschluss sei bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für 2017 gefallen. Schon in diesem Jahr investiere Breisach mit rund 13,3 Millionen Euro so viel wie nie zuvor.

Zudem könne das Vorhaben zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht über den Eigenbetrieb Bau des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald abgewickelt werden. Dann müsse Breisach nicht mehr, wie bislang geplant, das Projekt vorfinanzieren. Trotz der derzeit sehr günstigen Zinsen müsse die Stadt schauen, dass sie sich finanziell nicht übernehme, alleine schon wegen der Verantwortung gegenüber den folgenden Generationen.

Kostenschätzung von 13,3 Millionen

Winfried Wagner, dem Rektor des Breisacher Gymnasiums, hat Rein die Nachricht bereits übermittelt. Auch wenn es ihm leidtue, müsse die Schule jetzt etwas länger auf die neue Halle warten. Dem Landkreis dankt der Bürgermeister explizit dafür, "dass er auf uns wartet". Laut Rein wird die neue Stadt- und Sporthalle voraussichtlich rund 13,3 Millionen Euro kosten. Davon trage Breisach rund 8,3 Millionen und der Landkreis rund 5 Millionen Euro. Zudem gelte es, in den kommenden Jahren auch andere Millionen-Projekte wie den Umbau des Marktplatzes und die Sanierung der Stadtmauern zu finanzieren.

Dass die neue Stadt- und Sporthalle aber irgendwann gebaut wird, daran lässt Rein keinen Zweifel. Bis Anfang 2018 will er entscheiden, ob das Projekt im kommenden Jahr fortgeführt wird.

Landkreis zeigt Verständnis

Thomas Wisser, Dezernent der Fachbereiche Finanzen und Schulen beim Landkreis, hat Verständnis für die Verschiebung des Projektes angesichts der vielen großen Vorhaben, die in Breisach demnächst verwirklicht werden. Gleichwohl sind ihm natürlich die Interessen des Breisacher Kreisgymnasiums wichtig, zumal mit dem Bau der Stadt- und Sporthalle auch eine dringend notwendige Erweiterung der Schulmensa und die Umgestaltung des Schulinnenhofes zusammenhängen würden. Außerdem müsse irgendwann einmal die alte Sporthalle des Gymnasiums auf Vordermann gebracht werden.

Aus diesen Gründen hat Wisser dem Wunsch der Schule entsprochen, einen Plan B auszuarbeiten, falls mit dem Bau der gemeinsamen Halle nicht in den nächsten zwei Jahren begonnen wird. "Dann müssen wir uns etwas anderes überlegen", sagte der Dezernent.

Von Anfang an sei klar gewesen, "dass die Stadt bei dem Vorhaben den Hut aufhat". Vereinbart worden sei auch, dass Breisach die Halle errichtet und den Anteil des Landkreises zunächst einmal vorfinanziert. Der Idee, das Projekt über den Eigenbetrieb Bau des Landkreises abzuwickeln, steht Wisser eher zurückhaltend gegenüber, weil dies die Gesamtverschuldung des Landkreises weiter erhöhen würde. Die Zinsen seien derzeit wohl sehr günstig, "aber wir müssen sie auch noch bezahlen können, wenn sie einmal 5 statt 0,5 Prozent betragen", betonte der Dezernent.

Rektor bedauert Verschiebung

Winfried Wagner, Leiter des Breisacher Gymnasiums, ist über die Verschiebung des Vorhabens nicht gerade erfreut. "An dem Projekt hängt nicht nur die Erweiterung der Mensa, sondern auch die Schaffung von zusätzlichen Aufenthaltsräumen für das selbstständige Lernen der Schüler", erklärt er.

Weil die Schule viel zu wenig solcher Räume habe, würden viele Schüler in ihren Freistunden auf Bänken oder sonst wo in der Schule rumsitzen. Gleichzeitig zeigt er aber auch Verständnis für die Position der Stadt und akzeptiert ihre Entscheidung. Dennoch ist Wagner froh, dass der Landkreis eingewilligt hat, bereits jetzt über einen Plan B für Sporthalle, Mensa und Räume für das selbstständige Lernen zu reden. Dazu hätten ihn auch die Gesamtlehrerkonferenz und der Elternbeirat gedrängt.

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