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01. August 2009

Beamer und Laptop als Belohnung

Realschüler erwirtschafteten mit einem Projekt Geld, kauften davon elektronische Geräte und renovierten ihr Klassenzimmer

  1. Erfolgreiche Projektarbeit an der Breisacher Realschule: Hauptamtsleiter Harald Bitzenhofer (links) übergab die erwirtschafteten elektronischen Geräte an die Klassensprecher der 7 a, Ibrahim Bayram (2.v.l.) und Fabienne Klingenmeier (rechts). Klassenlehrer Oliver Buchert freute sich mit seinen engagierten Schülern. Foto: Bianka Pscheidl

BREISACH. Gute Ideen für ein komfortableres Klassenzimmer sind schnell gesammelt. Doch wie lassen sie sich in die Tat umsetzen? Finden sich genügend Sponsoren? Welche rechtlichen Aspekte gilt es zu beachten? Im Rahmen eines Projektes löste die Klasse 7a der Hugo-Höfler-Realschule all diese Aufgaben so erfolgreich, dass ihr Raum renoviert und mit einem Beamer sowie einem eigenen Laptop ausgestattet werden konnte. Sogar für das "persönliche Flair" in Form von Bildern und Pflanzen ist noch etwas Geld übrig.

Anfangs zögerlich, dann immer lebhafter berichten die 30 Schüler von ihrem "WVR-Projekt", dessen Abkürzung für "Wirtschaft, Verwalten und Recht" steht. Es ist in Baden-Württemberg seit einigen Jahren verbindlich im Lehrplan der Realschulen verankert und wird in Breisach in der 7. Jahrgangsstufe realisiert. Die Hauptarbeit wurde in zwei Projektwochen vor den Herbst- und Osterferien bewältigt. Klassenlehrer Oliver Buchert unterstützte die Jugendlichen während des gesamten Prozesses.

"Am Anfang haben wir gemeinsam überlegt, was wir überhaupt machen oder renovieren wollen. Anschließend ging es darum, Spenden zu sammeln", erzählt Miriam. Dazu wurden verschiedene Gruppen gebildet, unter anderem eine, die Hot Dogs und Currywurst verkaufte. Andere Schüler machten sich in Breisach und Umgebung auf die Suche nach Sponsoren. Die meisten Gefragten seien sehr nett und offen für ihr Anliegen gewesen.

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"98 Prozent der Leute haben etwas gegeben", schätzt Lukas. Auf diese Weise sind 830 Euro gesammelt worden. "In einer kleinen Firma konnte man uns zwar kein Geld geben, bot uns aber Sachspenden an", fährt er fort. Daraus sei die Idee entstanden, während einer Schuldisco eine Tombola zu veranstalten, die ebenfalls erfreulich hohe Einnahmen erzielte. "Wichtig war natürlich auch zu klären, was wir rechtlich gesehen denn überhaupt dürfen und wie Spendengelder zu behandeln sind", heißt es weiter.

Diese rechtlichen Rahmenbedingungen klärte die Klasse auf dem Breisacher Rathaus ab. Lehrer Buchert findet lobende Worte für die Stadt. "Wir sind eine sehr gut ausgestattete Schule", bescheinigt er dem Schulträger. Natürlich gäbe es hierfür Grenzen, die seine Klasse mit Hilfe des Projekts habe überschreiten wollen. Seinen Schülern attestiert der Pädagoge, dass sie sich "super engagiert" verhalten hätten und ihre Zusammenarbeit auf ungewohntem Terrain sehr gut funktioniert habe. Sie hätten ferner gelernt, formelle Geschäftsbriefe zu verfassen und per Telefon oder E-Mail seriös Kontakte zu knüpfen. Von den Firmen habe er ein durchweg positives Feedback erhalten.

Die Klasse darf den Raum mehrere Jahre nutzen
Das Auftreten der Schüler sei als sehr höflich und freundlich empfunden worden. Bei der Übergabe der erwirtschafteten elektronischen Geräte gratulierte Breisachs Dezernent Harald Bitzenhofer der Klasse dazu, dass sie mit dem gesammelten und verdienten Geld exzellent gewirtschaftet habe. Von dem Erlös der Tombola in Höhe von rund 150 Euro wollen die Schüler abschließend einige Verschönerungen finanzieren.

Bilder, die sie im Landschulheim malten, sollen gerahmt und einige Pflanzen angeschafft werden. Es ist sichergestellt, dass die aktive Klasse den so individuell gestalteten Raum bis zum Ende ihrer Schullaufbahn behalten darf. Für die Zeit danach scheinen die Jugendlichen ebenfalls gut gerüstet: "Wir haben bei dem Projekt viel darüber erfahren, wie es im Leben so geht, wenn man älter ist", meint Lukas spitzbübisch.

Autor: Bianka Pscheidl