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17. Oktober 2011
Besonders Frauen sind in unserer Gesellschaft von Armut bedroht
Im Rahmen einer landesweiten Aktionswoche fand in Breisach eine Veranstaltung mit Schulen und Organisationen statt, die Hilfe in Notlagen anbieten.
BREISACH (jov). "Armut bedroht alle" war das Motto eines Aktionstages in Breisach. Anlass war eine landesweite Aktionswoche, in der darauf hingewiesen wurde, dass besonders Frauen spezifischen Armutsrisiken ausgesetzt sind.
Der Arbeitskreis "Soziale Dienste Breisach" unter Leitung von Heinz Krieg hatte in Zusammenarbeit mit Schulen und sozialen Einrichtungen einen "Postenlauf" in Breisach organisiert. Durch ein Quiz mit jeweils 4 Fragen konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 b der Hugo-Höfler-Realschule (Klassenlehrerin Uta Redmann) und der 8 b der Julius-Leber-Schule (Klassenlehrerin Cecilia Stoll) mit dem Thema "Armut in Breisach" auseinandersetzen. Dazu boten folgende Institutionen einen "Posten" an: Sozialamt der Stadt Breisach, AGJ-Wohnungslosenhilfe, Diakonisches Werk, Tafelladen, Schulsozialarbeit/Hort Julius-Leber-Schule, Streetworker, Kobra Drogenberatung und Caritas.
Die Schülerinnen und Schüler sprachen in 9 kleinen Gruppen bei den jeweiligen "Posten" vor und trafen sich gegen Mittag wieder auf dem Neutorplatz. Hier hatte das Jugendzentrum zusammen mit Streetworker Willi Ingenhoven ein Zelt aufgebaut und Preise ausgelegt. Die Anwesenden wurden zudem mit Gebäck und Getränken versorgt, die ebenso wie die Preise von Breisacher Geschäftsleuten und der Stadt gesponsert wurden.
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Die Preisverleihung nahmen Bürgermeisterstellvertreter Jörg Leber und Katharina Braun von der Kobra vor. "Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, muss man feststellen, dass Armut uns alle bedroht, es ist eine andere Art des Lebens, das wir kennen", sagte Leber, der an alle Schüler eine Eintrittskarte für das Waldschwimmbad verteilte. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer einer der Preise.
Eine Mädchengruppe der Hugo-Höfler-Realschule berichtete, dass der Vormittag sehr interessant gewesen sei, sie hätten nicht gewusst, dass so viele Leute in die Hilfe eingebunden seien. Schüler Moritz Reischmann bemängelte, dass die Zeit für die Aktion viel zu kurz gewesen sei. Er hätte sich lieber länger bei weniger Stationen aufgehalten.
Eine Erkenntnis der Ligaaktionswoche 2011 lautet: "Von Einkommensarmut sind in erster Linie Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Erwerbslose betroffen – in allen Gruppen sind Frauen überproportional anzutreffen. Generell liegt das Lohn- und Gehaltsniveau von Frauen deutlich unter dem von Männern. Durch unbezahlte Kindererziehung ergeben sich Lücken in der Erwerbstätigkeit, die Frauen bei Aufstiegsmöglichkeiten, aber auch bei Sozialleistungen bis hin zur Rente, benachteiligen." Der Aktionstag auf dem Neutorplatz fand auch bei vielen Bürgern große Beachtung.
Autor: jov
