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12. April 2010 13:47 Uhr
Neue Informationstafeln auf dem Münsterberg
Breisach war römische Kaiserstadt
Als einzige Stadt in Baden-Württemberg kann sich Breisach römische Kaiserstadt nennen. Das belegt die überregionale Bedeutung die "mons brisiacus" mit seinem Praetorium auf dem heutigen Münsterberg zur Römerzeit besaß.
BREISACH. Auf den Tag genau datieren lässt sich Breisachs erste urkundliche Erwähnung: Am 30. August 369 nach Christus unterzeichnete der römische Kaiser Valentinian I. im Praetorium auf dem Münsterberg ein Gesetz. Praetorium nannten die Römer die Residenz- und Unterkunftsgebäude, die sie für Staatsfunktionäre an allen strategisch wichtigen Punkten ihres Reiches errichten ließen.
Beiderseits des Rheins gab es davon eine ganze Menge, dasjenige auf dem "mons brisiacus", wie die Römer den heutigen Münsterberg bezeichneten, stach aber in besonderer Weise heraus, wie Professor Hans Ulrich Nuber vom Lehrstuhl für Provizialrömische Archäologie an der Universität Freiburg bei der Enthüllung von zwei Informationstafeln auf dem Münsterberg jetzt erläuterte.
Während der Jahre 2005 bis 2007 hatte Nuber mit seinen Mitarbeitern die bereits in den 70er Jahren erfolgten sogenannten Grabungsforschungen auf dem Münsterberg fortgesetzt. Dabei konnten die Archäologen den Standort des Praetoriums mit seinen 1500 Quadratmetern Grundfläche zweifelsfrei lokalisieren. Zwischen Rathaus und Münster wurden daraufhin Teile des Fundaments des Gebäudekomplexes wieder sichtbar gemacht. Die beiden großen Tafeln vor dem Rathaus und an der Südspitze des Münsterberges informieren jetzt in 3 Sprachen über die Anlage, ihre baulichen Eigenschaften und den militärisch-strategischen Nutzen für die Römer.
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"Breisach kann sich definitiv als einzige Stadt Baden-Württembergs eine römische Kaiserstadt nennen", verdeutlichte Professor Nuber die durch seine Forschungen gewonnenen Erkenntnisse. Allerdings sei davon auszugehen, dass sich Kaiser Valentinian I. nur wenige Tage im römischen Brisiacum aufgehalten haben dürfte. Ausdrücklich verwies Nuber auf die Beziehung des Praetoriums zu seinem linksrheinisch gelegenen römischen Militärlager Oedenburg, zwischen den elsässischen Gemeinden Biesheim und Kunheim. Die Besonderheit des römischen Praetoriums auf dem Münsterberg war, dass der Amtssitz als militärischer Brückenkopf sowohl in östlicher, als auch in westlicher Richtung diente. Andere spätrömische Anlagen entlang des Rheins hatten dagegen nur jeweils eine geografisch-strategische Ausrichtung.
Der Archäologe von der Freiburger Universität bedankte sich bei den Mitarbeitern der Breisacher Stadtverwaltung und den anwesenden Vertretern des Museums Gallo Romain in Biesheim für die Unterstützung der Forschungsarbeiten seines Teams, die vor Ort der Archäologe Marcus Zagermann geleitet hatte. Breisachs Bürgermeister Oliver Rein zeigte sich bei der Enthüllung der Tafel – im Beisein seiner Amtsvorgänger Fritz Schanno und Alfred Vornarb – glücklich darüber, dass die Stadtgeschichte nun um ein weiteres wichtiges historisches Mosaik aus der Römerzeit ergänzt ist.
Autor: kff
