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12. März 2010 12:02 Uhr
Am Rimsinger Ei
Bürger skeptisch – Badenova verschiebt Geothermieprojekt
Geothermie und Risse in Staufen werden mittlerweile oft in einem Atemzug genannt. Kein Wunder ist die Skepsis in Rimsingen gegenüber den Plänen der Badenova groß. Diese reagiert jetzt auf die Befürchtungen und verschiebt vorerst seismische Messungen.
BREISACH. Die für dieses Jahr geplanten seismischen Messungen für eine Geothermieanlage am Rimsinger Ei bei Oberrimsingen werden auf das Jahr 2012 oder 2013 verschoben. Bis zu diesem Zeitpunkt will der Energiedienstleister Badenova die Bevölkerung noch intensiver über das Projekt informieren. Besonders in Oberrimsingen gibt es nach wie vor Bedenken und Ängste.
Badenova ist derzeit auch mit einem Geothermieprojekt in Neuried in der Ortenau beschäftigt. "Da die Firma dort schon weiter mit der Planung ist und in Breisach keine Eile besteht, möchten Stadt und Badenova zunächst einmal abwarten, welche Erfahrungen dort gemacht werden", erklärte Breisachs Bürgermeister Oliver Rein auf Anfrage der BZ. Er begrüße die neue Technologie zwar sehr, nehme aber auch die Sorgen der Oberrimsinger Bürger ernst. "Es müssen alle Unabwägbarkeiten aus dem Weg geräumt werden", betonte Rein. Nach seinen Informationen werden die seismischen Untersuchungen nicht vor 2013 beginnen.
Auf das Jahr 2013 wollte sich Roland Weis, Pressesprecher der Badenova, nicht genau festlegen. Allerdings bestätigte er, dass das Vorhaben zunächst einmal auf die lange Bank geschoben und nicht vor 2012 realisiert werden wird. In Neuried seien die seismischen Untersuchungen bereits abgeschlossen, sagt Weis, "übrigens ohne dass jemand zu Schaden gekommen ist oder die Natur beeinträcht wurde". Nun müsse Badenova zuerst einmal Partner für das geplante Geothermiekraftwerk in Neuried finden, denn alleine sei solch ein Millionen-Projekt nicht zu stemmen. Insofern habe das Vorhaben in Neuried Vorrang.
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Weis geht allerdings nach wie vor davon aus, dass sich der Untergrund unter dem Rimsinger Ei ebenso gut für die Geothermie eignet wie das Gelände in Neuried. Vor 2012 werde es allerdings in Oberrimsingen keine seismischen Voruntersuchungen geben, erklärte auch Weis. Die Zeit bis dahin wolle man nutzen, um die Ängste und Bedenken der Oberrimsinger Bürger durch Informationen auszuräumen.
Auch wenn die seismischen Voruntersuchungen am Rimsinger Ei positiv verlaufen, heißt dies laut Weis nicht, dass es dort auch eine Probebohrung geben wird. Denn eine solche kostet nach Angaben des Pressesprechers zwischen 8 und 9 Millionen Euro. Ein Kraftwerk würde sogar mit 20 bis 40 Millionen Euro zu Buche schlagen. Und diese Summe müsse erst einmal aufgebracht werden.
Weis weist abschließend darauf hin, dass die Badenova das Projekt auf keinen Fall gegen den Willen der Bevölkerung umsetzen wird. "Wenn es nicht gewünscht wird, lassen wir auf jeden Fall die Finger davon. Ohne die Rückendeckung der Region und ihrer Bürger läuft das nicht."
- Bärbl Mielich: Die Geothermie birgt auch Risiken
Autor: Gerold Zink
