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21. Januar 2011 11:53 Uhr

Bis Ende 2018 im 15-Minuten-Takt von Breisach nach Neustadt

Die Breisgau-S-Bahn wird ausgebaut

Die Weichen für den Ausbau der Breisgau-S-Bahn sind gestellt. Der Zweckverband Regio Nahverkehr Freiburg (ZRV) hat mit der Deutschen Bahn, dem Land Baden-Württemberg und der SWEG die planerischen Eckpunkte des Projekts "Breisgau S-Bahn 2020" verabschiedet.

  1. Bis Ende 2018 soll die Breisgau-S-Bahn elektrifiziert werden und im 15-Minuten-Takt durch Ihringen fahren. Foto: Kai Kricheldorff

IHRINGEN / BREISACH / KAISERSTUHL.

Unter anderem soll ab Dezember 2018 zwischen Breisach und Neustadt/Seebrugg im Schwarzwald eine durchgehende S-Bahnlinie verkehren. Das millionenschwere Programm für den Ausbau der Ost-West-Achse sieht unter anderem die Elektrifizierung der Bahnstrecken zwischen Breisach und Freiburg und zwischen Gottenheim und Endingen vor.

Damit einhergehend müssen Stationen modernisiert, Bahnsteige verlängert und die Stellwerks- und Signaltechnik auf den neuesten Stand gebracht werden. Ziel ist es, das Gesamtprojekt bis zum Ende des Jahrzehnts abzuschließen. Auf der künftigen S-Bahn-Strecke zwischen Breisach und Neustadt sollen dann die Züge im 15-Minuten-Takt verkehren. Unverzichtbar ist dafür der Bau von zwei weiteren Begegnungs- und Ausweichstellen auf der eingleisigen Strecke zwischen Freiburg und der Europastadt am Rhein. Einen der erforderlichen Doppelspurabschnitte sehen die Planer in oder bei Ihringen vor.

"2011 wird es noch keine sichtbaren Bauarbeiten entlang der Bahnstrecke geben, da wir uns noch in der Planungsphase befinden", sagt Geschäftsführer Uwe Schade von der Regio-Verbund-Gesellschaft (RVG) auf BZ-Anfrage. Die RVG plant im Auftrag des Zweckverbands das Projekt "Breisgau-S-Bahn 2020".

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"Massiv werden die Veränderungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) den Gemeinderat in diesem Jahr beschäftigen", hatte Ihringens Bürgermeister Martin Obert kürzlich angekündigt. Schon im Frühjahr wird der ZRV dem Gemeinderat des Winzerdorfes die ersten Planungen für den S-Bahn-Ausbau vorstellen.

Ausweichstelle in Ihringen vorgesehen

Ausschlaggebend für die Standortwahl zum Bau der zweigleisigen Ausweichstelle in Ihringen dürften nach Oberts Einschätzung vor allem technische Voraussetzungen sein. Der Bürgermeister rechnet nicht damit, dass von der Gemeinde geäußerte Präferenzen die Standortentscheidung wesentlich beeinflussen werden.

In den Gesprächen mit den Fachleuten des ZRV erwartet man sich im Ihringer Rathaus vor allem Aufschluss darüber, wie die S-Bahn-Planer sich den zukünftigen Ausbau des Kreuzungsbereichs der Gleisstrecke mit der Eisenbahnstraße westlich des Bahnhofs vorstellen. Sie wird eine der Hauptzufahrten aus dem Ortszentrum zur künftigen B 31 West sein. Verkehrt die S-Bahn einmal im Viertelstundentakt, müssten an den Bahnübergängen möglicherweise bis zu 8-mal in der Stunde die Schranken heruntergehen.

Ein derartiges Hindernis könne wenigstens zeitweise lange Rückstaus von Fahrzeugen beiderseits der Eisenbahnstraße zur Folge haben. Ob dann ein noch zumutbarer Ablauf des Straßenverkehrs gewährleistet werden kann, erscheine fraglich.

Aber auch der Bau einer Straßenunterführung könnte sich aus städtebaulicher und technischer Sicht als problematisch herausstellen. Vor allem aber wäre er teuer. Die aktuelle Kostenkalkulation sieht kein Geld für eine Straßenunterführung vor. In den ersten bekannt gewordenen Planungen sei lediglich von einer Unterführung für Radfahrer und Fußgänger im Ihringer Bahnhofsbereich die Rede, sagte Bürgermeister Martin Obert.

Im Zuge der erst 2008 fertiggestellten Sanierung der Eisenbahnstraße wurden keinerlei planerische oder bauliche Vorkehrungen für den Bau einer später zu errichtenden Unterführung getroffen. Damals war der S-Bahn-Ausbau noch nicht zu einem konkreten Paket geschnürt worden.

Während der vergangenen 2 Jahre musste der ZRV das Projekt "Breisgau-S-Bahn 2020" mit Hochdruck aufs Gleis stellen, um die Finanzierung nach dem GVFG-Bundesprogramm (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) sicherzustellen. Auch die Fristen für die Fertigstellung des viergleisigen Ausbaus der Rheintalbahn spielen eine Rolle.

Kosten von 300 Millionen Euro

Derzeit rechnet eine grobe Schätzung mit 300 Millionen Euro Baukosten für das Gesamtprojekt. Allein für den Streckenabschnitt Breisach–Neustadt/Seebrugg gibt der Zweckverband einen Investitionsbedarf von voraussichtlich 94 Millionen Euro an. 60 Prozent der Finanzierung übernimmt der Bund, 20 Prozent das Land, kalkuliert der Zweckverband. Da das Bundesprogramm Ende des Jahrzehnts ausläuft, drängt die Zeit, damit bis Dezember 2018 die S-Bahn mit einem deutlich verbesserten Angebot in Betrieb gehen kann.

Zeitgleich müssten dann auch sämtliche Verkehrsleistungen im Bereich der Breisgau-S-Bahn neu ausgeschrieben werden.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.regio-verbund.de

Autor: Kai Kricheldorff