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04. Januar 2011 15:43 Uhr

Kimba ist der Klassenliebling in der 6 f

Die Hugo-Höfler-Realschule hat einen Schulhund

Seit ein paar Wochen haben die Schülerinnen und Schüler der 6 f der Breisacher Hugo-Höfler-Realschule einen neuen Klassenkameraden. Das Besondere daran: "Die neue" ist ein Vierbeiner; eine Berner Sennenhündin, die auf den Namen Kimba hört.

  1. Lehrerin Christine Wieber (links vorne) und ihre Schüler haben den gutmütigen Berner Sennenhund längst in ihre Herzen geschlossen. Foto: Kai Kricheldorff

BREISACH. Damit gehört die Realschule mit zu den ersten Schulen in Baden-Württemberg, die sich am Projekt "Schulhund" – als Teil moderner Pädagogik – beteiligen. Es sieht vor, dass speziell ausgebildete Hunde in die Schulgemeinschaften integriert werden, um Schüler mit der Haltung von Haustieren vertraut zu machen, ihnen Achtsamkeit im Umgang mit der Kreatur zu vermitteln und insgesamt ihr Verantwortungsgefühl zu stärken.

Lehrerin Christine Wieber hat Kimba in die 6 f eingeführt. Zuvor hatte das dreijährige Tier eine Ausbildung als Therapiehündin absolviert. Dabei hat sie gelernt, auf spontane Bewegungsabläufe oder Lärmquellen in ihrer näheren Umgebung gelassen zu reagieren. Unerwartete Berührungen durch Menschen oder das schnelle Herumlaufen mehrerer Kinder können Kimba nicht aus der Ruhe bringen.

Kimba ist eine ausgebildete Therapiehündin

Folge eines besonderen Anti-Aggressionstrainings, das mit der Hündin gemacht wurde. Ihr völlig entspanntes Verhalten wirkt sich wiederum beruhigend auf die Klassenatmosphäre aus. "Aber Kimba kann auch deutlich machen, was ihr nicht gefällt und wann sie sich nicht wohl fühlt", sagt Lehrerin Christine Wieber. "Die Schüler achten auf diese Signale und dämpfen dann ihre Lautstärke oder verlangsamen ihre Bewegungen." Wenn sie morgens mit Kimba in ihre Klasse kommt, geht die Hündin durch die Stuhlreihen und begrüßt jeden einzelnen Schüler mit einem Nasenstupser, um sich eine Streicheleinheit abzuholen. Unaufgefordert legt sie sich danach an ihren Ruheplatz unter dem Lehrerpult. Längst ist das Tier der Klassenliebling der 11- und 12-jährigen Jungen und Mädchen der 6 f. Vor einigen Tagen hat Kimba sie beim Schulausflug auf die Hochburg bei Emmendingen begleitet. Das Hundegeschirr, das ihr stets angelegt wird, trägt den Schriftzug "Schulhund". "Die Schüler haben sich ganz schnell mit Kimba identifiziert, für sie ist das Tier ihr Schulhund und das gilt für alle Klassen der Schule", sagt Rektor Christoph Wolk. Um das Projekt mit dem Tier zu starten, hat er die Unterstützung des Elternbeirats eingeholt.

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Das staatliche Schulamt beim Regierungspräsidium Freiburg, das den Schulversuch ausdrücklich begrüßt, wird von der Breisacher Realschule regelmäßig mit Berichten über seinen Verlauf informiert. Übrigens ist der Hund amtlich registriert als ein Tier, das im öffentlichen Dienst steht, wie die Spürhunde vom Zoll oder ein Polizeihund. Und natürlich ist Kimba auch versichert. Wie selbstverständlich bewegt sie sich inzwischen in der Schule. Die gutmütige Hündin mit dem seidig glänzenden, leicht lockigen Fell, lässt sich auch durch die zuweilen quirlige Atmosphäre auf Gängen und im Treppenhaus nicht stören.

"Vom Frühjahr an wird sie während der Pausen auch auf den Hof mitgehen", verrät Christine Wieber und steckt der braunschwarzen Berner Sennenhündin einen Hundekuchen zu – als Belohnung, dass sie den BZ-Mitarbeiter mit "Pfote geben" verabschiedet hat.

Autor: Kai Kricheldorff