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07. Januar 2015 17:09 Uhr

Hornkonzert in Breisach

"Die Idee entstand bei einem Glas Wein"

BZ-Interview mit Dr. Erwin Grom zum Hornkonzert, das am Samstag im Hansjakob-Hof im Badischen Winzerkeller stattfindet.

  1. Die Stuttgarter Hornklasse wird in Breisach mit dem Männerchor der Limburger Domsingknaben, der Mezzosopranistin Alison Browner und dem Pianisten Andreas Frese auftreten. Foto: MIchael Grom

  2. Erwin Grom Foto: Privat

BREISACH. Seit vielen Jahren ist das Benefizkonzert der Hornklasse der Stuttgarter Musikhochschule für Musikliebhaber in Breisach und der Region ein Höhepunkt zum Jahresbeginn. Am 10. Januar werden die Meisterschüler von Professor Christian Lampert erstmals mit dem Männerchor der Limburger Domsingknaben, der Opern- und Liedsängerin Alison Browner und dem Pianisten Andreas Frese im Hansjakob-Hof des Badischen Winzerkellers musizieren. BZ-Redakteurin Agnes Pohrt sprach mit dem Arzt und Vorstandsmitglied des Breisacher Münsterbauvereins, Dr. Erwin Grom, der die Gastspiele der Hornklasse organisiert.

BZ: Gesang und Horn – diese Kombination gibt es eher selten zu hören. Hatten Sie die Idee für dieses besondere musikalische Zusammentreffen?

Grom: Nicht nur ich – die Idee wurde bei einem Glas Wein zusammen mit Professor Lampert geboren.

BZ: Wie die Musiker der Stuttgarter Hornklasse so haben auch die Limburger Domsingknaben international ein sehr gutes Renommee. Wie kam der Kontakt zustande?

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Grom: Der Sohn von Professor Lampert singt in diesem berühmten Chor mit und durch seine Vermittlung kam der Kontakt zustande. Zu unserer Freude und wohl auch die sehr gute Presse, die unsere Hornkonzerte in Musikkreisen haben, erhielt ich eine spontane Zusage von Wilhelm Gries, der den Chor auch in Breisach dirigieren wird.

BZ: Der Chor nennt sich "Limburger Domsingknaben", in Breisach werden aber ausschließlich Männerstimmen zu hören sein.

Grom: Das scheint zunächst verwirrend. In der Kirchenmusik wurden früher Sopran und Alt von Knaben gesungen, die nach dem Stimmbruch in den Tenor beziehungsweise Bass wechselten. So hören wir aus dem Gesamtensemble in Breisach den Männerchor. Dies ist für den Limburger Chor auch eine Premiere, denn sie singen erstmals in ihrer Geschichte in dieser Formation zusammen mit den Hörnern ein Konzert – auch das zeichnet unser Konzert aus.

BZ: Wie ist es gelungen, zudem noch die Mezzosopranistin Alison Browner und den Pianisten Andreas Frese für dieses Konzert zu gewinnen?

Grom: Wie es sich so fügt: Alison Browner, aus Irland stammend, ist mit Wilhelm Gries verheiratet. Als international gefeierte Mezzosopranistin hat Sie Ihren Mädchennamen als Künstlernamen beibehalten. Andreas Frese war Mitglied der Limburger Domsingknaben und hat dann seinem Klavierstudium an der Robert Schumann Hochschule eine internationale Karriere vor allem als Liedpianist begonnen.

BZ: Wie viel Zeit haben Hornisten, Chor und Sängerin, um für dieses Konzert zu proben?

Grom: Nicht viel. Die Limburger Domsingknaben hatten an den Weihnachtsfeiertagen ihren kirchenmusikalischen Dienst im Limburger Dom mit einer sehr anspruchsvollen Literatur. Die Hornisten spielten in ihren Orchestern über die Weihnachtsfeiertage und an Silvester/Neujahr – aber als Profis müssen sie mit Proben am Freitagnachmittag und Samstagvormittag auskommen. Vorab fanden natürlich Registerproben statt.

BZ: Alle Mitwirkenden treten ohne Gage zugunsten des Breisacher Münsterbauvereins auf. Was verbindet Musiker und Sänger mit der Münsterstadt am Rhein?

Grom: Schon beim ersten Hornkonzert war Professor Lampert mit seinen Hornisten von der Begeisterung des musikkundigen Breisacher Publikums beeindruckt. Dazu kamen ja gewisse familiäre Bindungen, die die Musiker hier in Breisach heimisch werden ließen.

BZ: Gibt es ein konkretes Projekt des Münsterbauvereins?

Grom: Die Sanierung des Glockenstuhls im Nordturm stellt ein in jeder Hinsicht sehr anspruchsvolles Projekt dar, das keinen Aufschub mehr duldet.

BZ: Sechs Benefizkonzerte hat die Hornklasse in Breisach gegeben? Wie viele Spenden sind bislang zusammengekommen?

Grom: Sicher an die 20 000 Euro. Dies dies ist auch Ausdruck der Wertschätzung, die die Musikfreunde, die bis zu 200 Kilometer anreisen, diesen Konzerten, dem Stephansmünster und der Arbeit des Münsterbauvereins entgegen bringen.

BZ: In den vergangenen Jahren waren die Hornkonzerte sehr gut besucht. Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie diesmal? Reicht der Platz im Hans-Jakob-Hof?

Grom: Wir haben in jedem Jahr noch viele Stühle dazu stellen müssen – der Hansjakob-Hof ist ideal und jedes Mal voll – wir hoffen das auch für dieses Jahr.

Termin: Das Hornkonzert findet am Samstag, 10. Januar, um 20 Uhr im Hansjakob-Hof des Badischen Winzerkellers in Breisach statt. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.


Erwin Grom

Dr. Erwin Grom (65) wurde in Sigmaringen geboren. Seit 1967 lebt er mit Unterbrechungen, seit 1985 fest mit seiner Familie in Breisach. Grom ist Facharzt für Innere Medizin-Kardiologie-Sport-und Flugmedizin. Er war 25 Jahre Chefarzt und ärztlicher Direktor des Ameos Krankenhauses Dr. Lay in Bischoffingen. Er ist Schriftführer und Redaktionsmitglied der Zeitschrift "Unser Münster".

Erster Teil: Werke von Robert Schumann: die "Manfred-Ouvertüre" (op. 115), bearbeitet für Hornsextett; aus der "Humoreske" (op. 20) "einfach-sehr rasch und leicht-noch rascher-erstesTempo-wie am Anfang"; Adagio und Allegro (op. 70) für Horn und Klavier; Fünf Gesänge (op. 137) "Zur hohen Jagd" für Männerchor und Hornquartett ("Zur hohen Jagd", "Habet acht!", "Jagdmorgen", "Frühe", "Bei der Flasche").

Zweiter Teil: Werke von Franz Schubert: "Fünf deutsche Tänze" (op. 33), Hornquartett; drei Klavierstücke D946 (Allegro assai-Andante-tempoI-Andantino-TempoI); drei Lieder für Singstimme und Klavier ("Nähe des Geliebten", "Nach dem Gewitter", "Der Jüngling an der Quelle"); "Auf dem Strom" für Singstimme, Horn und Klavier; Ständchen für Altsolo und Männerchor; "Nachtgesang im Walde" für Männerchor und Hornquartett.

Autor: apt