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26. Mai 2011

"Die Planungszeit ist erschöpft"

Breisach und Vogtsburg streiten für den Bau der Anschlussstelle der B 31 am Winklerberg .

  1. Ein heikles Thema ist die Straßenkreuzung am Winklerberg westlich von Ihringen. Hier plant das Regierungspräsidium einen Anschluss an die B31 West. Foto: kai kricheldorff

IHRINGEN / BREISACH / VOGTSBURG (kff.) Im Zeichen der Nachbargemeinden stand der 2. Tag der Erörterung des geplanten Bauabschnitts der B 31 West zwischen Gottenheim und Breisach. Gerade mal ein Dutzend Interessierte waren gekommen. Gut besetzt waren dagegen die reservierten Plätze für die Bürgermeister aus den Nachbarkommunen.

"Wir stimmen der vom Regierungspräsidium vorgeschlagenen Nordvariante zu und fordern zwingend den zügigen Weiterbau der Straße, denn wenn sie in Gottenheim enden sollte, wäre das fatal für die ganze Region", unterstrich Breisachs Bürgermeister Oliver Rein die Position der Münsterstadt. Den Vorschlag, mit dem Straßenbau von Breisach aus zu beginnen, wollten die Vertreter des Präsidiums mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren nicht kommentieren.

Für Breisach von besonderer Bedeutung ist der Lärmschutz im Bereich Hochstetten. Reins Forderung, die von der B 31 West ausgehenden Immissionen durch den Bau eines Hochstetten Lärmschutzwalls abzumildern, lehnte Leo Andlauer vom Regierungspräsidium ab. Gesetzliche Bestimmungen würden dem entgegenstehen. Der Bitte um neuerliche Prüfung will das Präsidium aber nachkommen, sicherte Referent Joachim Lucht zu, der die Erörterung leitet.

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Im Windschatten wichtiger Verkehrswege

Für den Fall, dass die Stadt Breisach den Grunderwerb für die zum Bau des Lärmschutzwalls benötigten Flächen übernehmen würde, gäbe es doch eine Chance. Als Vorhabenträger könnte das Regierungspräsidium der Stadt sogar Erdmassen, die als Aushub beim Bau der Bundesstraße anfallen, zur Verfügung stellen, bot Andlauer an. Rein forderte, dass auch ein eventueller Lärmschutz an der alten B 31 geprüft werden soll.

Auf Ablehnung stößt er von Breisach gewünschte Kreisel zum ehemaligen KBC-Areal. "Wir halten aber die Forderung aufrecht", so der Bürgermeister Rein.

Weiteres Thema war nochmals die Anschlussstelle Winklerberg, die die Stadt Breisach ebenso wie Vogtsburg für dringend notwendig hält. "Für uns ist sie der optimale Anschluss für den Verkehr von der B 31 zum Badischen Winzerkeller, ins Wohngebiet Kohlerhof und zum Einkaufszentrum am Neuen Weg", erklärte der Breisacher Bürgermeister.

Sein Vogtsburger Kollege Gabriel Schweizer, der vor 37 Jahren zu den Mitbegründern der Bürgerinitiative "Pro B 31 West" gehörte, stellte klar, dass die im Innern des Kaiserstuhls gelegene Stadt im Windschatten wichtiger Verkehrswege und damit der regionalen Wirtschaftsentwicklung liege. "Wir haben auf der Grundlage, dass dieser Anschluss kommt, in den 90er Jahren ein 30 Hektar großes Gewerbegebiet in Achkarren mit Fördermitteln des Landes gebaut, erklärte Schweizer. Eine unmittelbare Anbindung an die B 31 hätte zu den Voraussetzungen gehört, unter denen sich die mittlerweile 30 Betriebe an dem Gewerbestandort angesiedelt hätten. Käme die Anschlussstelle Winklerberg nicht, würde er mit seinen 150 Arbeitsplätzen an Wertigkeit verlieren, so der Vogtsburger Rathauschef, der nach über 3 Jahrzehnten Diskussion die Planungszeit als erschöpft ansieht.

Sowohl Rein als auch Schweizer würden zustimmen, wenn die Anbindung der von Achkarren kommenden L 114 an die B 31 West über einen Kreisverkehr erfolgen und die Bahnlinie auf gleicher Ebene kreuzen würde. Beides aber wird vom Regierungspräsidium abgelehnt. Der Bund, der den Bau der Straße finanziert, lässt Kreisverkehre nur in Ausnahmefällen zu und die ebenerdige Querung des Gleiskörpers, auf dem ab 2019 die Breisgau-S-Bahn im 15-Minuten-Takt fahren soll, wäre allein schon aus Sicherheitsgründen eine unrealistische Variante, führte Bernd Dörr, der Vertreter des Regierungspräsidiums, aus.

Autor: kff