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09. Mai 2012

Drei Ausstellungen und ein Buch

In Breisach, Müllheim und Weil am Rhein sind von Mitte Mai an Malerei und Fotografie als "Kunst-Dialoge am Oberrhein" zu sehen.

  1. Bei der Ausstellung im Kunstkreis Radbrunnen ist auch dieses Foto von Matthias Heipel zu sehen, das den Namen „Vogelgruen“ trägt. Foto: Art+Weise

BREISACH/MÜLLHEIM/WEIL. Es ist ein Projekt, das die Macher begeistert: Die Kunst-Dialoge am Oberrhein, die in einer dreiteiligen Ausstellung und einem Buch Gestalt angenommen haben, sind – zumindest in Südbaden – bislang einmalig. Jeweils 25 Maler und Fotografen wurden zu Tandems zusammengespannt, damit sie sich mit der Kunst des anderen auseinandersetzen. Zu sehen sind die Ergebnisse vom 12. und 13. Mai an im Markgräfler Museum in Müllheim, in der Städtischen Galerie Stapflehus in Weil am Rhein und beim Kunstkreis Radbrunnen in Breisach.

Müllheims Museumsleiter Jan Merk sprach bei der Pressekonferenz in seinem Haus von einem "außergewöhnlichen Kunstprojekt in Südbaden", Tonio Paßlick vom Weiler Stapflehus lobte, dass ein "spannender Prozess entstanden sei", und Ari Nahor als Vertreter des Breisacher Kunstkreises und der ausstellenden Fotografen sieht vor allem noch eine Menge Arbeit vor sich. Denn die Gemälde und Fotos der 25 Tandems müssen gehängt werden: Zehn Bildpaare kommen im Markgräfler Museum unter, acht im Stapflehus, die restlichen im Radbrunnen. Als "sehr opulente Ausstellung" beschreibt Jan Merk denn auch das Ganze, das auf eine Idee des Schliengener Verlegers Peter Martens zurückgeht.

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Martens war es auch, der – mit Hilfe des Netzwerks seines Kulturverlags "Art + Weise" – die Künstler und Fotografen angesprochen hat. Bei der Zusammenstellung der Paare hat er sich, wie er erzählte, von Aspekten wie Landschaft, Unterholz, Brücken und Häfen oder auch Menschen leiten lassen; einen Bezug zum Oberrhein sollte es zudem geben.

"Wer passt zu welchem Aspekt?", lautete die Frage, mit der sich Martens auf die Suche machte. Erfolgreich, wie sich jetzt zeigt. In der Projektphase seien "unglaublich viele neue Bilder entstanden", erzählte Martens, der alle Werke in dem Bildband zusammengeführt hat, natürlich auch dort als Tandems und ergänzt durch schriftlich festgehaltene Dialoge, die wiederum in den Ausstellungen auf Tafeln zwischen Malerei und Fotografie als verbindendes Element gehängt werden.

So haben die Kunst-Dialoge zwei verschiedene Ebenen. Eine dritte kommt durch den Betrachter hinzu. Peter Martens ist überzeugt, dass der Zugang zur Kunst hier leichter gelingt. Und dass der Betrachter "intensiver einsteigt" in seinen eigenen Dialog mit den Werken.

Wer sich die Liste der beteiligten malenden und fotografierenden Künstler anschaut, stößt auf prominente Namen, auch von außerhalb der Region. Ganz gezielt wurde bei der Konzeption darauf geachtet, dass die regionalen Vertreter nicht dort ausgestellt werden, wo sie ohnehin häufiger zu sehen sind.

Wer etwa im Landkreis Lörrach arbeitet, der bekommt nun einen Platz in den Ausstellungsräumen in Müllheim oder Breisach.

Die "tolle Kooperation" zwischen den städtischen Ausstellungshäusern und dem Kulturverlag, die Tonio Paßlick und Jan Merk lobten, hatte ihren Ausgangspunkt in einem früheren Buchprojekt, Titel: "Markgräflerland – Künstlerland". Weil es über Ari Nahor schon Kontakte gab und der Platz in Weil und Müllheim zu knapp geworden wäre für die 50 Dialog-Tandems, wurde der Kunstkreis Radbrunnen aus Breisach erstmals mit ins Boot geholt.

Im Radbrunnen in Breisach sind Werke der Maler Albi Maier, Celso Martinez-Nave, Nicolas Poignon, Alexander Schönfeld, Stefan Bergmann und Ulrich Fürneisen sowie der Fotografen Thomas Dix, Matthias Heipel, Bernd Schumacher, Ralf Greiner, Dieter Conrads und Thomas Kaiser zu sehen.

Weitere Informationen unter http://www.markgraefler-museum.de www.stapflehus.de, http://www.kunstkreis-radbrunnen.de und kv-artundweise.de

Autor: Andrea Drescher