Eine einzigartige Ausstellung

Paul Klock

Von Paul Klock

Do, 11. Mai 2017

Breisach

Elf Galerien von Breisach bis Hüfingen und von Denzlingen bis Badenweiler zeigen im Kunstkreis Radbrunnen interessante Werke.

BREISACH. "Kunstdialoge am Oberrhein" hieß eine Ausstellung 2012, in der zeitgenössische Kunst von Galerien und Kunstvereinen der Region gezeigt wurde. Teilnehmer waren damals der Radbrunnen Breisach, das Markgräfler Museum in Müllheim und die Städtische Galerie Stapflehus in Weil. Nun hat sich eine weitaus größere Anzahl an Veranstaltern und Galerien unter der gemeinsamen Webseite http://www.oberrhein-galerien.info organisiert und sich wieder mit einer gemeinsamen Ausstellung im Radbrunnen vorgestellt.

Und auch diesmal wird das Besucherinteresse groß sein. Das sah man schon bei der Eröffnung, bei der sich die interessierten Besucher auf allen drei Stockwerken drängten, um der sachkundigen Einführung des früheren BZ-Kulturredakteurs Volker Bauermeister zu lauschen. Und was sie zu sehen bekamen, ist in der Tat dazu geeignet, selbst Besucher zu überzeugen, die nicht so sehr mit zeitgenössischer Kunst auf vertrautem Fuß stehen.

11 Galerien von Breisach bis Hüfingen und von Denzlingen bis Badenweiler zeigen ihre "Vorzeigekünstler", die sie auch in ihrem ständigen Repertoire haben und für ihre Arbeit typisch sind. Das Stadtmuseum Hüfingen wurde durch multiple Schichtungsobjekte von Stefan Kees vertreten. Der Denzlinger Kulturkreis wartete mit Objekten von Ilse Reichinger auf. Der Kunstverein March zeigte atmosphärische "Nachtbilder" von Celso Martinez Naves. Das Merdinger Kunstforum stellte Zeichnungen von Dietrich Schön vor. Der Kunstverein Schallstadt präsentierte "leichtlebige" Skulpturobjekte von Ludwig Köhler. Das Kunstpalais Badenweiler überraschte mit der Tryptischon-Figurengruppe "Maria in Gummistiefeln".

Die Besucher sollten etwas mehr Zeit einplanen

Die Galerie konkret in Sulzburg ordnete vier Arbeiten von Jo Niemeyer zu einer Wand füllenden Bilderkette mit poetischer Aura. Der Kunstkreis Radbrunnen wurde durch den Freiburger Künstler CW Loth repräsentiert, dessen Spezialität kompakte, von virtuoser Einfachheit geprägte Holzskulpturen sind. Das Haus der modernen Kunst in Staufen hat die spröden dunkel-getönten Mischtechnik-Arbeiten von Ulrich Gehret im Programm, die Gedok Freiburg feine Bleistiftzeichnungen von Carola Faller-Barris. Und last, but not least sind da noch die sehr sensitiven Bildhauer- und Collage-Arbeiten von Julia Dorwarth-Becker, die das Depot K in Freiburg vertritt.

Die Ausstellung ist einzigartig, es gibt keine einzige schwächere Arbeit. Die Vereinigung so vieler Kunstpositionen in dieser Qualität von Künstlern, die hauptsächlich in der Regio ansässig sind, ist in der Tat etwas ganz Besonderes – nicht nur am Oberrhein, sondern sogar darüber hinaus. Allerdings sollten Besucher auch etwas mehr Zeit mitbringen, vielleicht zwischendurch einen Kaffee trinken und noch einmal wiederkommen.

Dennoch oder eigentlich deshalb gibt es einen Wermutstropfen. Die Frage, ob solche Präsentationen an gleicher oder anderer Stelle regelmäßig stattfinden, wurde leider verneint. Sinn und Zweck dieser Ausstellung sei es, die zusammengeschlossenen Galerien und Kunstvereine am Oberrhein vorzustellen und auf die gemeinsame Internetseite hinzuweisen, von der aus man virtuell die einzelnen Adressen besuchen kann, um sich darüber zu informieren, was die Regio im Bereich der darstellenden Kunst bietet. Weit entfernt sind die Orte, von Hüfingen einmal abgesehen, nicht. Wer also nach einer Inspiration für die Wahl eines Ausflugsziels in der Nähe sucht, kann sich ja von seinem Kunstinteresse leiten lassen. Ein Klick genügt und das Navi kann programmiert werden.

Kunstdialoge am Oberrhein: Die Ausstellung ist bis zum 11. Juni freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags und an Feiertagen von 11.30 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Infos gibt es unter http://www.oberrhein-galerien.info