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23. Juni 2010
Eine fabelhafte Geschichte
Theater bilingual: Zwei Schülergruppen spüren Herrn Deutsch und Mademoiselle France nach .
BREISACH (BZ). Ist es typisch deutsch, am Samstag sein Auto zu waschen? Können Franzosen tatsächlich nicht so gut Auto fahren? Und was gefällt einem am jeweils anderen Land? Zwei Schülergruppen links und rechts des Rheins haben sich mit Klischees über die Gegenseite auseinander gesetzt. Heraus kam nun ein Theaterstück.
Am Donnerstag wurde in der Hugo-Höfler-Realschule ein deutsch-französisches Theaterstück mit dem Titel "Die fabelhafte Geschichte von Herrn Deutsch und Mademoiselle France" aufgeführt. Schülerinnnen und Schüler der Breisacher Realschule und des Collège Robert Schumann in Volgelsheim schrieben und präsentierten dieses Stück unter Anleitung ihrer Fremdsprachen- und Theaterlehrerinnen Christine Kopp und Susanne Kienzler. Seit Oktober 2009 arbeiteten diese zwei Schülergruppen an der Umsetzung des bilingualen Theaterprojektes.Die zwölf Schülerinnen und Schüler aus den 6. und 7. Klassen entwarfen zunächst die Szenen, die einen in Breisach, die anderen in Volgelsheim, die dann zu einer gemeinsamen Collage gefügt wurden. In diesem Stück lernen sich Herr Deutsch und Mademoiselle France in Paris kennen, am Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages. Sie erfahren, dass diese Freundschaft nach 47 Jahren bis heute gültig ist, trotz Vorurteile n und Klischees.
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Die Schüler forschten den eingangs erwähnten Fragen nach, schickten sich gegenseitig Postkarten von schönen Regionen und kombinierten die Projektarbeit mit Elementen eines klassischen Schüleraustauschs, etwa des Steckbriefe-Schreibens (zur ersten Kontaktaufnahme). Dazu wurden Traditionen vermittelt, etwa vom deutschen Adventskalender und dem französischen Königskuchen. Es kam zu mehreren ganztägigen Begegnungen und schließlich zu gemeinsamen Theaterproben, um zwei Aufführungen vorzubereiten. Gestern folgte die Aufführung im Collège in Volgelsheim.
Die Grundidee, sozusagen der Motor für dieses bilinguale Gemeinschaftsprojekt, war, durch die Mittel des Theaterspielens Grenzen zu überwinden. Nationale Grenzen, und die Grenzen im Kopf. Jugendliche aus zwei Länder, die sich nicht kennen, lassen sich aufeinander ein, denken sich durch das Spiel in den "Anderen" hinein, setzen sich mit dessen Lebenswirklichkeit auseinander, dessen Traditionen, Besonderheiten und Eigenarten und eignen sich spielerisch dessen Sprache an. Zuschauer aus den Klassen fünf bis sieben verfolgten die abwechslungsreiche, gelungene Darbietung mit Spannung und Interesse und belohnten die französischen und deutschen Akteure schließlich mit donnerndem Applaus.
Autor: bz
