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02. Juli 2012

Eine kraftvolle weltmusikalische Melange

Der Multiinstrumentalist Steeve Eton spielte im Breisacher Radbrunnen / Jazz fusioniert mit afrikanischer und indianischer Musik.

  1. Der Straßburger Musiker Steeve Eton spielte in Breisach. Foto: Kai kricheldorff

BREISACH (kff). Altsaxophon, Flöte, ein elektronisches Blasinstrument, Perkussion und einen Sampler braucht Steeve Eton, um ein abendfüllendes Konzertprogramm von breiter musikalischer Vielfalt und Qualität zu gestalten. Der 33-jährige Straßburger gastierte jetzt im Breisacher Radbrunnen.

Ebenso wenig wie auf ein bestimmtes Instrument ist Eton auf eine Musikrichtung festgelegt. Seine Konstante ist der ständige Stilwechsel. Mit Hilfe des Samplers knüpft er Stück für Stück ein dichtes rhythmisches Netz. Das besteht aus perkussiven und anderen instrumentalen Klangfolgen und Melodiefragmenten. Dazu setzt der Musiker singende und sprechgesangliche Phrasen. Mit dem Sampler fügt er alles zu einem Klangteppich unterschiedlicher Rhythmen, Riffs und Tempi zusammen, über dem er dann auf den Blasinstrumenten oder mit seiner Stimme improvisiert. So entsteht ein beinahe orchestrales Klanggebilde, bei dessen schrittweisem Aufbau die Zuhörer als Augen- und Ohrenzeugen dabei sind.

Es ist ein spannender Produktionsprozess. Steeve Eton nutzt die Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung aus, um seine musikalische Kreativität sozusagen in ein helleres klangliches Licht zu bringen. Die häufigen, manchmal heftig erfolgenden Stil- und Rhythmuswechsel, die er dabei auf seinen Instrumenten vollbringt, verleiten ihn jedoch nicht zur Beliebigkeit, sondern geben seiner Musik Struktur, Emotionalität und Inhalt.

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Afrikanische und indianisch-amerikanische Klänge fusionieren mit Einflüssen aus Klassik und Jazz zu einer Melange von Weltmusik, die kraftvoll und zart zugleich ist. Eton, der französische Musiker mit afrikanischen Wurzeln, bot ein außergewöhnliches Hörerlebnis.

Das freilich beim Konzert im Radbrunnen nur wenigen Zuhörern zu Teil wurde. Es ist schon etwas traurig, wenn in der sonst so musikinteressierten Region – allein die Jugendmusikschule westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg zählt mehr als 1000 Schüler – zu einem Konzert, dessen Programm abseits breiter Pfade populärer Musikdarbietung liegt, lediglich ein Dutzend Zuhörer erscheinen. Dass der Kunstkreis Radbrunnen als Veranstalter sich von magerer Resonanz dennoch nicht entmutigen lassen wird, musikalische Originale wie den Solisten Steeve Eton in die Europastadt zu bringen, bleibt zu hoffen.





Autor: kff