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06. April 2015 17:03 Uhr

Feierlicher Gottesdienst

Erzbischof weiht in Oberrimsingen neuen Altar

Einen besonderen Grund zum Feiern hatte am Ostermontag die Pfarrgemeinde St. Stephan in Oberrimsingen. Nachdem die Gläubigen bereits die Kar- und Ostertage im neu gestalteten Kirchenraum begehen konnten, zelebrierte Erzbischof Stephan Burger am Ostermontag ein feierliches Pontifikalamt zur Altarweihe und Segnung von Ambo und Taufstein.

  1. Erzbischof Stephan Burger (Mitte) weihte den neuen Altar der Oberrimsinger Kirche. Mit dabei waren auch (von links) Pfarrer Josef Moosmann, Pfarrer Werner Bauer und Pfarrer Franz Josef Ehrath. Foto: Manuela Schmitt

BESONDERES EREIGNIS
Als vor mehr als 40 Jahren, als Folge der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils, ein einfacher Zelebrationsaltar und ein Ambo für die Pfarrkirche in Oberrimsingen bestellt wurden, dachte wohl niemand daran, dass diese Provisorien so lange im Kirchenraum stehen würden. Im Zuge der grundlegenden Renovierungsarbeiten in der Oberrimsinger Pfarrkirche wurde nun ein architektonisches und künstlerisches Gesamtkonzept entworfen und umgesetzt. Heller Jurakalk, gelbes Glas und Tombak sind nun die bestimmenden Materialien im Altarraum.

Ein Gottesdienst mit Altarweihe ist ein sehr seltenes Ereignis im Leben einer Pfarrgemeinde. Aber auch für Erzbischof Stephan Burger war dieser Weihegottesdienst etwas Besonderes, nämlich der erste während seiner Amtszeit. Zusammen mit den Geistlichen Werner Bauer, Franz Josef Ehrath, Josef Moosmann und Thomas Dietrich sowie Diakon Harald Wochner, Bürgermeister Oliver Rein, Ortsvorsteher Pius Mangold, den Pfarrgemeinderäten und vielen Ministranten zog er festlich begleitet vom Musikverein Oberrimsingen in die vollbesetzte Kirche ein.

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AUF GOTT VERTRAUEN
Neben der Freude über die gelungene Renovierung zog sich vor allem auch die Osterfreude in den liturgischen Texten und Liedern wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Besonders eindrücklich waren dabei die einzelnen Weiheriten: die Segnung des Taufwassers und Taufbeckens zu Beginn des Gottesdienstes, die Segnung des Ambos und die Übergabe des Lektionars vor der Lesung und natürlich die Weihe des Altars vor der Gabenbereitung.

In seiner Predigt zum Evangelium von den Emmausjüngern rief Burger die Gemeinde dazu auf, nicht den Kopf hängen zu lassen, nicht davon zu laufen, sondern den Glauben zur Sprache zu bringen und auf die Kraft des Wortes Gottes zu vertrauen. "Wenn wir aber nicht mehr Kraft schöpfen aus der Begegnung mit Jesus, werden wir bald erschöpft sein. Wo wir nicht mehr für ihn und sein Wort brennen, sind wir bald ausgebrannt – Burn-out." Deshalb sei es so wichtig, dass Menschen bei allen Fragen und Nöten mit Jesus im Gebet ins Gespräch kommen und sonntags wie werktags die Gemeinschaft mit Jesus und untereinander suchen. "Wo Jesus im Mittelpunkt steht, da herrscht Lebensfreude, Zusammenhalt und Solidarität. Dies gilt in unseren Familien, dies gilt in der Kirche mit ihren Seelsorgeeinheiten und dies gilt in unserer Gesellschaft und weltweit, sei es in der Flüchtlingsfrage oder beim Gebet für Opfer von Terror und Gewalt."

TISCH DES BROTES
Nach der Predigt sang die Gemeinde feierlich die Allerheiligenlitanei. Burger besprengte den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisamöl. Ein besonders ergreifender Moment war das Verbrennen des Weihrauchs an fünf Stellen des Altars, das für die Gebete der Menschen steht, die zu Gott emporsteigen. Nach dem Weihegebet wurden die Altarkerzen an der von der Frauengemeinschaft gestalteten Osterkerze entzündet.

Die sich anschließende Eucharistiefeier am neu geweihten "Tisch des Brotes" war, wie jeden Sonntag, der Mittelpunkt des Gottesdienstes. Musikalisch gestaltet wurde er vom Kirchenchor unter der Leitung von Priska Ihle, vom Organisten Lukas Grimm sowie vom Musikverein Oberrimsingen, dirigiert von Werner Erhard.

Christa Ingold, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, bedankte sich am Ende des Gottesdienstes herzlich beim Erzbischof für die eindrucksvolle Feier, die die lange Planungs- und die intensive Bauphase würdig beendet habe. Sie machte deutlich, dass ohne die gute Zusammenarbeit vieler das jetzt erreichte Ergebnis nicht möglich gewesen wäre.

Bürgermeister Oliver Rein schloss sich den Dankesworten an. Er bekannte, dass ihm beim Einzug in die Kirche etwas passiert sei, was einem Bürgermeister nicht passieren solle: "Ich war sprachlos." Jetzt freue sich die gesamte Stadt über die neu gestaltete Kirche, die ein Ausrufezeichen für den Glauben sei. Feierlich beendet wurde der Gottesdienst mit dem Segen des Erzbischofs, der versprach: "Der Bischof geht wieder, der Segen Gottes aber bleibt."

Im Anschluss war die gesamte Gemeinde zu einem Umtrunk auf dem Kirchplatz eingeladen, bei dem es auch die Gelegenheit gab, mit dem Erzbischof ins Gespräch zu kommen. Dieser trug sich schließlich noch in das Goldene Buch der Stadt Breisach ein.

Autor: Manuela Schmitt