Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
01. August 2011 16:21 Uhr
Die Kooperation tut beiden Schulen gut
Flex-Fernschule und Hugo-Höfler-Realschule wollen Zusammenarbeit fortsetzen
Zum Erfahrungsaustausch über die Kooperation im Rahmen der Schulfremdenprüfung für externe Realschüler trafen sich jüngst Vertreter der Flex-Fernschule und der Hugo-Höfler-Realschule.
BREISACH-OBERRIMSINGEN. Die Zusammenarbeit, die im Jahr 2009 begann, brachte für beide Schulen viele neue Erfahrungen mit sich.
Nachdem im ersten Jahr 3 Schüler den Realschulabschluss mit Flex geschafft hatten, waren es nun im 3. Jahr bereits 9, die Tendenz ist steigend. Das für die Fernschule für circa 650 000 Euro neu entwickelte Realschullehrwerk wurde von der staatlichen Zentralstelle in Köln bundesweit zugelassen und ist einzigartig. Finanziell unterstützt wurde die Fernschule dabei von der Glücksspirale und der Kölner Stiftung Leuchtfeuer. Der Caritasverband steuerte Mittel aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung bei.
Für den Unterricht und die Prüfungsvorbereitung ist die Fernschule zuständig. An der Prüfungsabnahme sind auch externe Kollegen beteiligt. Dies sei, so führte Flex-Schuleiter Thomas Heckner aus, nicht nur aus formalen Gründen wichtig. Die Fernschüler wollten auch am "normalen" Maßstab gemessen werden. Nachdem die Realschule sich mit ihrem als Prüfungsvorsitzenden fungierenden Konrektor Gottfried Martin zur Zusammenarbeit bereit erklärt hatte, entstand eine für beide Seiten sehr fruchtbare Kooperation. Die Flex-Lehrer freuten sich über die freundliche Aufnahme durch das Kollegium der Breisacher Realschule, in deren Räumen an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Prüfungen stattfanden. Die Vorbereitung und die Abnahme der Prüfung bedeuteten für die Realschullehrer einigen zusätzlichen Aufwand, aber auch viele interessante Erfahrungen.
Werbung
Ebenso war es den Flex-Lehrern ergangen. Beide Gremien waren sich einig über die erfolgreiche Vorbereitung, hatten doch von 12 Schülern 9 die Mittlere Reife erreicht. Konrektor Martin sprach von einem sichtbaren Erfolg, auch "die Ergebnisse der Prüfungen können sich sehen lassen". Realschulrektor Christoph Wolk interessierte sich für den sozialen Hintergrund der Fernschüler, beziehungsweise den Grund, warum sie diesen Bildungsweg eingeschlagen hatten.
Flex-Schulleiter Heckner erläuterte, dass in der Regel über die Jugendämter diese Möglichkeit angeboten werde. Etwa ein Drittel der Schüler komme aus Erziehungshilfe-Einrichtungen im Ausland. Aber auch kranken Jugendlichen, die oft unter mehreren psychischen Erkrankungen leiden oder auch schwerwiegende körperliche Krankheiten haben, werde so eine Chance für einen Schulabschluss gegeben. Nachdem die Möglichkeiten, diese Jugendlichen "in" die Schule zu bekommen, alle fehlgeschlagen seien, gehe es für die Flex-Fernschule darum, "wie die Schule zu den Menschen kommen kann".
Die Lehrer der Realschule interessierten sich sehr für die lerntechnischen Abläufe der Fernschule und auch, wie es nach dem Abschluss weitergeht. Viele Absolventen hätten ganz konkrete Pläne für ihre Zukunft, entweder eine Ausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule, berichteten die Kollegen der Flex-Schule.
Bei der Auswertung der Fragebögen zu Beginn des Fernunterrichtes stelle sich immer wieder heraus, dass alle Jugendlichen, unabhängig von ihren individuellen Problemen oder Erkrankungen, eine relativ simple Vorstellung davon hätten, was sie in ihrem Leben erreichen wollen. Dazu gehöre immer der Schulabschluss als Grundlage für eine Zukunftsperspektive.
Rektor Wolk betonte, dass auch die Hugo-Höfler- Schule von der Zusammenarbeit profitiere und diese in Zukunft weiter fortsetzen wolle. "Es tut uns gut, unserem Menschenbild und unseren Schülern, die auch Situationen erleben, die ihnen neu sind", sagte er. In diesem Zusammenhang sprach Wolk den Flex-Lehrern ein Kompliment für die gute Qualität ihrer Arbeit aus. Konrektor Martin berichtete, dass es einen Stamm von Lehrern gebe, die dabei bleiben wollten. Über diese Zusagen der Schulleitung der Realschule für die Fortführung der Kooperation freute sich Flex-Leiter Thomas Heckner mit seinen Kollegen sehr.
Autor: Meike Zorn
