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12. Juli 2017

Gegen Waffenhandel und Atomkraft

Deutsche, Franzosen und Schweizer demonstrierten am Montag auf der Rheinbrücke bei Breisach.

  1. Gegen Waffenhandel und Atomkraft demonstrierten Jürgen Grässlin, Bundessprecher der deutschen Friedensgesellschaft, und Gleichgesinnte aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Foto: Johannes Burkart

BREISACH. Gegen das Atomkraftwerk Fessenheim und den deutschen Waffenhandel wandte sich der Bundessprecher der deutschen Friedensgesellschaft, Jürgen Grässlin, am Montagnachmittag in einer Ansprache auf dem Neutorplatz in Breisach. Menschen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz machten mit Schildern und Plakaten auf der Rheinbrücke auf diese Themen aufmerksam.

"Geld aus Aktien von Rüstungskonzernen ist Blutgeld. Schande über all die Konzerne, die Geld mit dem Morden an Menschen verdienen", prangerte Grässlin die deutsche Rüstungsindustrie an. Durch den Verkauf von Waffen an kriegsführende und menschenrechtsverletzende Staaten würden Rüstungsfirmen zu Beihelfern zum Mord, sagte der Friedensaktivist. Über 80 Prozent der in der Türkei getöteten Kurden seien, laut Grässlin, beispielsweise mit Waffen von Heckler und Koch erschossen worden. Er rief die anwesenden Zuhörer dazu auf, Aktien der Firma zu kaufen, um sich dadurch im Vorstand eine Stimme zu verschaffen. Damit könne man den Rüstungskonzern Stück für Stück in ein ziviles Unternehmen umwandeln."Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten", lautete eine Kernaussage in Grässlins Rede. Wer Rüstungsgüter exportiere und woanders dadurch Leben zerstöre, trage dazu bei, dass Menschen zur Flucht gezwungen werden. Durch die Genehmigung der Ausfuhren von Rüstungsgütern nehme die Bundesregierung in Kauf, dass in den Einfuhrländern Oppositionelle, Andersgläubige und Minderheiten unterdrückt werden. Grässlins griffige Forderung lautet: "Öffnen Sie Grenzen für Menschen und schließen Sie Grenzen für Waffen".

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Grässlin machte auch auf die Situation in Frankreich rund um das Atomkraftwerk Fessenheim aufmerksam. Er berief sich hierbei auf einen Artikel der Badischen Zeitung, aus dem hervorgeht, dass Frankreich 17 Atomreaktoren abschalten müsse, um die Vorgaben des Energiewendegesetzes zu erfüllen. Demnach dürften bis 2025 nur noch 50 Prozent des Strombedarfs von Atomstrom gedeckt werden. "Das Kraftwerk in Fessenheim ist eine Gefahr für uns alle, eine Gefahr für das Leben".

Im Anschluss an Grässlins Rede meldete sich ein Zuschauer zu Wort, der darüber informierte, dass Reaktorblock Zwei in Fessenheim erst im Januar wieder in Betrieb genommen werden soll. Ursprünglich war geplant, den Reaktor bereits im Juli wieder anzuschalten.

Theodore Ziegler, Religionslehrer am Martin-Schongauer-Gymnasium, spielte mehrere Lieder, mit denen er auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam machte. Auch kritisierte er in einem Lied das AKW Fessenheim, welches seiner Meinung nach längst nicht mehr den Sicherheitsanforderungen genüge. Mit Schildern und Plakaten hatten sich über 40 Menschen vorher an der Rheinbrücke getroffen, um gegen das AKW Fessenheim und den Waffenhandel zu demonstrieren. Laut Veranstalter Gustav Rosa nahmen neben Franzosen und Deutschen auch Bürger aus der Schweiz an der Mahnwache teil.

Autor: jobu