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05. Juli 2015 17:16 Uhr

Wenn sich Wein und Wissenschaft ergänzen

In Ihringen haben sich die Rebpaten der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie getroffen

Deutlich weniger Paten als in den Vorjahren kamen auf den Blankenhornsberg. Das mochte an den extrem hohen Temperaturen gelegen haben, womöglich hatte die Zurückhaltung aber auch etwas mit im Frühjahr bekanntgewordenen Insolvenz der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg zu tun.

  1. Hans-Bodo Hartmann und Angelika Musella von der Fördergesellschaft Tumorbiologie probierten zusammen mit Rolf Steiner, dem Leiter des Staatlichen Weinbauinstituts, und Bernhard Huber, dem Leiter des Staatsweinguts Freiburg in Ihringen (von links), den diesjährigen Rebpatenwein. Foto: Kai Kricheldorff

"Die Winzer freuen sich, wenn die Sonne scheint, und wenn es über 30 Grad heiß ist, bleibt die Kirschessigfliege passiv und kann keinen Schaden anrichten." Rolf Steiner, der Leiter des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg, versuchte der flirrenden Hitze, die am Freitagnachmittag bleiern über dem Blankenhornsberg in Ihringen lag, etwas Positives abzugewinnen. Wie jedes Jahr Anfang Juli hatten sich dort die Rebpaten der Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie versammelt.

Allein im letzten Jahr kamen 226 neue Paten hinzu. So sind es inzwischen knapp 1700, die jeweils jährlich mit einer 100-Euro-Spende einen oder mehrere Rebstöcke in der Lage "Doktorgarten" des Staatsweinguts auf dem Blankenhornsberg in Ihringen übernommen haben.

Fast 1700 Rebpaten unterstützen das Projekt

Einige von ihnen waren am Freitagnachmittag auf das Plateau eines der schönsten Berge des Kaiserstuhls gekommen, um Neuigkeiten über das erfolgreiche Sponsorprojekt zu erfahren und dabei den Rebpatenwein 2014 kennenzulernen.

"Ein Rebstock für die Forschung" ist der Name des Projekts, das vor 13 Jahren ins Leben gerufen wurde und seither mit Spenden von annähernd 250 000 Euro die Forschungsarbeit der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg unterstützt hat.

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Hans-Bodo Hartmann vom Vorstand der Fördergesellschaft konstatierte, die Klinik für Tumorbiologie habe zuletzt "durch schweres Wasser fahren und gefährliche Klippen umschiffen müssen". Die Fördergesellschaft sei aber in keinerlei Hinsicht von der Insolvenz der Klinik betroffen, stellte Hartmann klar. Struktur und Finanzen seien in Ordnung, durch die enge Verflechtung mit der Klinik für Tumorbiologie habe allerdings die Identität der Gesellschaft gelitten.

Gesellschaft schaut sich nach anderen Kliniken um

Hartmann machte deutlich, dass sich diese künftig gegenüber anderen Trägern onkologischer Kliniken öffnen werde, um weiterhin mit Fördergeldern "sinnvolle Forschungsprojekte" unterstützen zu können. Er hoffe, dass die Klinik für Tumorbiologie ihren Weg in Zukunft erfolgreich weiter gehen kann, sagte Hartmann und bedankte sich bei den Förderern für die "grandiose Unterstützung" des Rebpatenprojekts, besonders beim Staatsweingut Freiburg.

Ministerialrat Konrad Rühl vom Landesministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz überbrachte die Grüße von Ressortchef Alexander Bonde, dem Schirmherrn des Rebpatenprojekts. Er lobte die nachhaltige Bewirtschaftungsform des Weinbaus durch das Staatsweingut. Sie sei eine hervorragende Werbung für weitere Rebpatenschaften, so Rühl.

Hausherr Bernhard Huber, der Leiter des Staatsweinguts, versicherte, dass dieses mit dem Rebpatenprojekt weiterhin der Fördergesellschaft als Partner zur Seite stehen werde. Weit über 3000 Rebstöcke wachsen in der Top-Lage "Doktorgarten".

Von dort gingen auch 553 Flaschen Spätburgunder in den freien Verkauf. Aus dem Erlös geht ein Euro je verkaufter Flasche ebenfalls als Spende an die Fördergesellschaft.

Wegen der großen Hitze verzichtete man auf die sonst üblichen Weinbergführungen, nicht aber auf die Verkostung des Rebpatenweins, eines 2014er Spätburgunders. Kellermeister Philipp Isele charakterisierte sein Aroma als klassisch und von Noten von Kirsche und dunklen Früchten geprägt. Der Wein werde sich weiter entwickeln und die Flaschenreife den Genuss noch erhöhen, sagte der Kellermeister.

Die Rebpaten dürfen ihren edlen Rotwein also getrost noch für einige Zeit in ihren Weinkellern lagern, um ihn dann zu genießen, wenn er sein Optimum entfaltet hat.

Kontakt und Information: http://www.foerdergesellschaft-tumorbiologie.de und http://www.staatsweingut-freiburg.de

Autor: Kai Kricheldorff