Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

11. April 2017 16:59 Uhr

Kriminalstatistik des Polizeireviers Breisach

Mehr Delikte, mehr aufgeklärte Fälle

3055 Straftaten registrierte 2016 das Polizeirevier Breisach in seinem Einsatzbereich. Gegenüber 2015 bedeutet das eine Zunahme um 7,7 Prozent. Die Aufklärungsquote verbesserte sich um einen Punkt auf 60,3 Prozent.

BREISACH. Schwere Gewaltkriminalität wie Mord, Totschlag oder Kindstötung gab es nicht. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger hat zugenommen. Zwei Fünftel der 1276 ermittelten Straftäter hatten keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Erfolgreiche Polizeiarbeit
Thomas Hagnberger, der Chef des Breisacher Polizeireviers, sein Stellvertreter Winfried Pfeiffer und Thomas Ciesel, der im Leitungsteam der Dienststelle für die Erstellung der Statistik zuständig ist, stellten die polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) vor. Fast 56 000 Menschen leben im Zuständigkeitsbereich des Reviers Breisach. Neben der Münsterstadt und Vogtsburg umfasst dieser die Gemeinden Bötzingen, Eichstetten, Gottenheim, Ihringen, March, Merdingen und Umkirch. In diesem Gebiet stieg die zur unmittelbaren Vergleichbarkeit relevante Häufigkeitszahl pro 100 000 Einwohner um 289 auf 5470 Fälle, während sie im gesamten Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald bei 5094 Fällen lag.

Dem Anstieg der Fallzahlen bei den Straftaten um knapp 8 Prozent steht die höchste Aufklärungsquote seit 5 Jahren gegenüber, was seitens der Polizei als Erfolg angesehen wird.

Werbung


Zielgerichtete Konzeptionen zur Bekämpfung bestimmter Arten von Straftaten und größere Anstrengungen bei der Kriminalitätsprävention nannte der Revierleiter als Gründe für diese Entwicklung. "Die Aufklärungsquote von über 60 Prozent sagt auch etwas über die gute Qualität unserer polizeilichen Arbeit aus", so Hagnberger. Auf Landkreisebene lag die Quote bei 56,2 Prozent. Mit 32,2 Prozent aller verzeichneten Straftaten nehmen Diebstähle anteilig die Spitzenposition ein. Auf Platz zwei folgen mit 22,6 Prozent Vermögens- und Fälschungsdelikte, 12,3 Prozent waren Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen lagen bei 9,3 Prozent, die restlichen Straftaten machten zusammen 23,6 Prozent aus.

Die Zahl der Tatverdächtigen nahm um 1,7 Prozent auf insgesamt 1276 Personen zu. Bei den Tätern unter 21 Jahren verzeichnete die Polizei einen Rückgang um 15,2 Prozent auf 290 Tatverdächtige. Revierleiter Hagnberger führte diese erfreuliche Entwicklung auf die höhere Effektivität und die verbesserte Vernetzung der Sozialarbeit an Schulen und in Jugendzentren sowie die von Vereinen geleistete Jugendarbeit zurück.

Steigende Rauschgiftkriminalität
94 Fälle von Gewaltkriminalität sind im Gesamtvergleich wenig. Hier nahm die Fallzahl um 6 (6,8 Prozent) zu. Ein größerer Anstieg ist bei Vermögens- und Fälschungsdelikten zu verzeichnen. Die Zunahme um annähernd 20 Prozent entspricht einem Plus von 112 Fällen. Gestiegen ist auch die Computerkriminalität, und zwar um 16 Fälle auf insgesamt 158 Straftaten, mithin ein Anstieg um 11,3 Prozent.

Die erhebliche Zunahme der Rauschgiftkriminalität um 20,8 Prozent auf 191 Fälle wird seitens der Polizei mit der im vergangenen Jahr stark angewachsenen Zahl von Flüchtlingen begründet. Dabei bezogen sich über 70 Prozent der Delikte auf Diebstahl, Besitz oder Handel von und mit Cannabis. Kaum ins Gewicht fielen dagegen Straftaten im Zusammenhang mit der Aufenthalts- oder Asylgesetzgebung. Die Fallzahl lag hier bei 34.

Einen deutlichen Niederschlag in der Statistik fand der im Herbst 2015 einsetzende Zuzug von Flüchtlingen. Den Anstieg der Fallzahlen in einzelnen Bereichen wie Eigentumsdelikten, Rauschgiftkriminalität und Körperverletzungen führt die Polizei auf die überdurchschnittlich hohe Zahl alleinstehender Männer unter den Flüchtlingen zurück. Geringere Belegungszahlen in den Flüchtlingsunterkünften hätten zuletzt jedoch wieder zu rückläufigen Fallzahlen geführt, so Hagnberger. Auf Grund der Zunahme nichtdeutscher Tatverdächtiger hätten sich Aufwand und Dauer der Fallbearbeitung für die Beamten des Reviers insgesamt erhöht, fügte der Revierleiter hinzu.

Mehr Diebstähle
Einen Rückgang um 17,9 Prozent oder 33 Fälle verzeichnete der Bereich Straßenkriminalität, also Straftaten, die im öffentlichen Raum verübt werden. In der Hauptsache schlagen dabei Sachbeschädigungen, Fahrrad- und Autodiebstähle sowie Diebstähle aus parkenden Fahrzeugen zu Buche. Insgesamt wurden 546 Fälle von Straßenkriminalität registriert. Die Zahl der angezeigten Diebstähle erhöhte sich um 48 auf 985 Straftaten. Das entspricht einer Zunahme von 5,1 Prozent.

Die Statistik führt 71 Wohnungseinbrüche, zwei weniger als im Jahr zuvor. In diesem Bereich konnten, unter anderem mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, Kontrolldruck und Abschreckung erhöht werden, erläuterte Revierleiter Thomas Hagnberger.

Professionelle Diebesbanden
Wohnungseinbrüche begingen ganz überwiegend Banden aus osteuropäischen Ländern. "Dabei gehen sie sehr professionell vor und hinterlassen wenig Spuren, was die polizeiliche Aufklärungsarbeit erschwert", so Hagnberger. Von der künftig vorgesehenen Neueinstufung des Wohnungsdiebstahls als schwere Straftat verspricht sich der Revierleiter einen Rückgang der Fallzahlen in diesem Bereich. Bei Körperverletzungsdelikten gab es einen Anstieg um 21 Fälle (5,9 Prozent) auf 375 Straftaten. Die 283 Sachbeschädigungen stellen im Jahresvergleich einen Rückgang der Fallzahl um 11,6 Prozent dar.

Die örtlichen Kennzahlen der Kriminalitätsstatistik 2016 präsentiert das Führungsteam des Breisacher Reviers demnächst den Ratsversammlungen der jeweiligen Städte und Gemeinden.

Autor: kff