Hausgemeinschaftsmodell

Neues Seniorenpflegeheim soll im Sommer fertig sein

Thomas Rhenisch

Von Thomas Rhenisch

Fr, 02. März 2018 um 16:51 Uhr

Breisach

Das Seniorenpflegeheim in der Zeppelinstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Helios-Rosmann-Klinik soll noch im Sommer bezugsfertig sein.

BREISACH. Der Bau des Seniorenpflegeheims mit 75 Pflegeplätzen macht sichtbare Fortschritte. Ende Oktober war Richtfest, seither ging der Bau in der Zeppelinstraße in zentraler Lage weiter voran. Nach wie vor geht der künftige Betreiber, die Evangelische Stadtmission Freiburg, davon aus, dass das Heim im Sommer bezugsfertig sein wird.

Der genaue Termin werde der Stadtmission vier Monate vor der endgültigen Fertigstellung vom Bauherrn und Investor, der FWD Hausbau- und Grundstücks-GmbH, mitgeteilt, erklärt der Vorstand der Stadtmission, Ewald Dengler. "Wir werden sicher demnächst den genauen Termin der Eröffnung mitteilen können," ist Dengler zuversichtlich. Erst dann wird das lange geplante Seniorenzentrum neben der Helios-Rosmann-Klinik komplett sein. Mit dem Projekt hatte der Breisacher Gemeinderat im Jahr 2010 den Investor beauftragt. 2015 waren das Gebäude für das betreute Wohnen und die beiden Häuser für das Service-Wohnen bezugsfertig.

Große Nachfrage
Beim Richtfest des Pflegeheims im vergangenen Oktober erinnerte Breisachs Bürgermeister Oliver Rein daran, wie vor nunmehr über fünf Jahren das damalige "Haus Kaiserstuhl" aus Brandschutzgründen schließen musste. Als Bürgermeister habe es ihm persönlich wehgetan, dass die Bewohner aus Breisach wegziehen mussten, weil es hier für sie keinen Platz mehr in einem Pflegeheim gab.

Damals hätte man wohl nicht gedacht, dass es noch einmal fast sechs Jahre dauern würde, bis das neue Pflegeheim eröffnet. Immer noch liegt die Nachfrage im bestehenden Seniorenpflegeheim über der Zahl der vorhandenen Plätze. Es liegen auch schon Anfragen für das neue Pflegeheim in der Zeppelinstraße vor, teilt die Stadtmission mit.

Als Gründe für die lange Vorlaufzeit nennt Vorstand Dengler auf BZ-Anfrage unter anderem eine Vielzahl neuer gesetzlicher Bestimmungen für den Betrieb des Pflegeheims. In den zurückliegenden Jahren habe es umfangreiche Gesetzesänderungen im Bereich der Landesheimbauverordnung sowie auch im Bereich des Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetzes gegeben. Diese Vorgaben hatten im Zusammenhang mit der konzeptionellen Ausrichtung auch Einfluss auf die bauliche Gestaltung des Pflegeheims, für das Investitionskosten von rund 8 Millionen Euro kalkuliert wurden. Beim eigentlichen Bau, der zum Jahreswechsel 2016/17 begonnen wurde, gab es dann allerdings keine weiteren Verzögerungen mehr.

Konzeptionell wird das Pflegeheim nach dem Hausgemeinschaftsmodell ausgerichtet sein. Dieses Modell stellt das Leben in sechs Wohngruppen mit jeweils 12 oder 13 Bewohnerinnen und Bewohnern in den Mittelpunkt. Es löst sich zugleich von der Großküche als zentraler Versorgungseinheit. Wesentlich, so die Stadtmission gegenüber der BZ, sind die individuell eingerichteten Einzelzimmer mit Bad und die offene, voll ausgestattete Wohnküche, in der tagsüber immer Betreuungskräfte anwesend sind. In der Küche treffen sich die Bewohner, hier wird gegessen, gesungen, gelesen und gelebt. Je nach Fähigkeiten und Wünschen können sich die Seniorinnen und Senioren an den Alltagsaktivitäten beteiligen. Sie können mitkochen, den Tisch decken, Geschirr einräumen, Geschirr spülen, abtrocknen, Wäsche aufräumen oder einfach dabeisitzen und Anteil nehmen – oder sich zurückziehen. Die Privatzimmer der Bewohner sind mindestens 16 Quadratmeter groß.

Integrative Wohngemeinschaften
Die Wohngruppen des Hauses sind als integrative Wohngemeinschaften angelegt. Das heißt, dass auch Menschen mit demenzieller Erkrankung betreut werden können. Zudem, so Dengler wird es eine Vielzahl von Freizeit- und Beschäftigungsangeboten geben, die beispielsweise von der Seniorengymnastik über Konzerte, Gottesdienste und Begegnungsmöglichkeiten in der hauseigenen Cafeteria reichen. Grundsätzlich können die Bewohner in das neue Pflegeheim auch ihre Haustiere mitbringen, deren Unterbringung und Haltung muss jedoch im Einzelfall geklärt werden.

Ein Angebot für die Tagespflege ist nicht vorgesehen. "Wir bieten in unserem bestehenden Seniorenpflegeheim in der August-Ehrlacher-Straße jedoch sehr erfolgreich eine Tagespflege an", informiert Ewald Dengler. Auskunft über die Kosten für einen Heimplatz kann der Vorstand der Stadtmission noch nicht geben.
Derzeit würden die Pflegesätze noch mit dem Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald und den Pflegekassen ausgehandelt. Auch die Suche nach Pflegepersonal wird erst beginnen, wenn der genaue Eröffnungstermin feststeht. Dabei baut Dengler auf die Attraktivität des neuen Hauses und seines attraktiven Betreuungskonzeptes. Bereits jetzt gebe es einige Initiativbewerbungen.