Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

06. Dezember 2008

Plädoyer für christliche Werte

Bischof Norbert Strotmann aus Peru war in Breisach zu Gast

  1. Bischof Norbert Strotmann aus Peru (links) besuchte auf seiner Reise für das Adveniat auch Pfarrer Peter Klug und den „Freundeskreis-Peru“ der Breisacher Kolpingfamilie. Foto: hans-jochen voigt

BREISACH. Pfarrer Peter Klug von der katholischen Kirchengemeinde St. Stephan und der "Freundeskreis Peru" der Kolpingfamilie freuten sich dieser Tage im Pfarrhaus über einen besonderen Besuch aus Südamerika. Bischof Norbert Strotmann, der seit 1972 in Peru lebt, besuchte Breisach im Zuge seiner Europareise, die er für Adveniat, das bischöfliche Hilfswerk für Lateinamerika, derzeit zusammen mit mehreren anderen Bischöfen unternimmt. Hierbei werden Gespräche geführt und Vorträge gehalten, um den Menschen und dem "Klerus unsere Mentalität zu vermitteln".

Lebhaft, aufgeschlossen und mit viel Humor, allerdings immer ernst in der Sache, berichtete er von der katholischen Kirche in Mittel- und Südamerika und insbesondere von deren Problemen. So ist in Peru ein Seelsorger für etwa 15 000 Gläubige zuständig, im Vergleich zu Europa (1400) und den USA (1500) eine deutlich schwerere Aufgabe.

95 Prozent der Menschen leben in Peru in den Städten und 5 Prozent im Hochland. Das größte Problem sei derzeit, dass sehr viele Menschen die Kirche verließen. Hier fordert der Bischof bereits vor der Bischofssynode eine neue Strategie, um dies zu verhindern.

Werbung


"Wo bleibt der Mensch?", fragte er im Gespräch. Heute gebe es ein verändertes Familienbild und oft eine viel zu "brutale" Bildung für die jungen Leute. Die Werte würden sich stetig verschieben, die Weltwirtschaftslage verändere das Bewusstsein. Wichtig seien aber nicht nur die Finanzen, sondern das Leben der Menschen mit- und untereinander. "Wir als Christen müssen neu vermitteln, dass der Wert im Leben von Menschen repräsentiert wird, nicht von Sachen", sagte der Seelsorger aus Peru. Weiter betonte er, dass man sich nicht an den Begriff "3. Welt" gewöhnen dürfe. Den ärmeren Ländern müsse weiter geholfen werden, zum Beispiel im Gesundheitswesen.

Pfarrer Klug schenkte dem Gast einen Bildband über das Münster
Norbert Strotmann ging als Diakon 1972 nach Peru und wurde dort zum Priester geweiht. 1996 wurde er in einer neuen Diözese im Osten Limas Bischof. Seine Diözese "Chosica" – mit etwa 1,5 Millionen Gläubigen bei 1,8 Millionen Einwohnern – umfasst einen großen Teil des Stadtgebiets von Lima und reicht letztlich bis an den fast 5000 Meter hoch gelegene Pass Ticlio.

Der Breisacher "Freundeskreis Peru" zeigte sich an den Ausführungen des Bischofs sehr interessiert und erinnerte an den Besuch von Pfarrer Antonio Sanchez sowie Gemeindemitgliedern aus der Nähe von Lima im April 2008.

Pfarrer Peter Klug überreichte einen Bildband über das Breisacher Münster mit den Worten: "Nehmen Sie unsere guten Wünsche und Gebete mit." Der Bischof besuchte anschließend weitere kirchliche Einrichtungen in der Stadt.

Autor: Hans-Jochen Voigt