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10. September 2015 18:44 Uhr

Binnenschifffahrt ist nicht ausgelastet

Rheinhafen hat noch Kapazitäten

Über Binnenschifffahrt auf dem Rhein und damit zusammenhängende Fragen der Transportlogistik informierten sich Mitglieder des Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur der CDU-Landtagsfraktion im Breisacher Rheinhafen.

  1. Jährlich werden im Breisacher Rheinhafen bis zu einer Million Tonnen Fracht umgeschlagen. Foto: Kai Kricheldorff

Martin Kuttler, Geschäftsführer der Rheinhafen Breisach GmbH und dem Tochterunternehmen Lagerhaus Breisach GmbH, gab den Abgeordneten einen Überblick zur wirtschaftlichen Situation der beiden Unternehmen.

Pro Jahr werden im Hafen der Münsterstadt zwischen 700 000 und 1,1 Millionen Tonnen Fracht auf Schiffe geladen oder gelöscht. Das Geschäft sei stark saisonabhängig und unterliege neben konjunkturellen Einflüssen auch dem Klima, erläuterte Kuttler.

In Deutschland werde der Güterverkehr zu rund 70 Prozent über die Straße und zu etwa 18 Prozent über die Schiene abgewickelt. Der Anteil der Binnenschifffahrt betrage etwa 12 Prozent. "Während die Transportkapazitäten auf der Straße nahezu erschöpft und beim Schienengüterverkehr stellenweise Engpässe zu verzeichnen sind, hat die Binnenschifffahrt noch viele freie Kapazitäten", so der Geschäftsführer des Breisacher Rheinhafens. Aus seiner Sicht wäre es wünschenswert und die Politik könne dazu beitragen, dass sich der Modal Split zugunsten von Bahn und Wasserstraßen verändere.

Modal Split bezeichnet in der Verkehrsstatistik die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel. Im Güterverkehr werden dazu im Wesentlichen Lkw-Verkehr, Schienengüterverkehr, Binnenschifffahrt, Seefracht, Luftfracht und der Rohrleitungsverkehr (Pipelines) gerechnet.

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Baustoffe wie Sand, Kies und Split machen 60 Prozent des Umschlagvolumens des Breisacher Hafens aus. 20 Prozent fallen auf Mineralöle und Dieselkraftstoff, der Rest sind Agrarprodukte und Düngemittel sowie zu einem geringen Anteil auch Rohmetalle. Im Jahr 2012 betrug der Umsatz des Rheinhafens fast 9 Millionen Euro, in den vergangenen beiden Jahren war er leicht rückläufig. Nicole Razavi (Geislingen), Vorsitzende des Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur der CDU-Landtagsfraktion, sowie ihre Kollegen Bettina Meier-Augenstein (Karlsruhe), Marcel Schwer (Endingen) und Patrick Rapp (Wahlkreis Breisgau) erkundigten sich vor allem nach der wirtschaftlichen Stellung des Breisacher Rheinhafens im Vergleich zu anderen Häfen am Oberrhein.

Beim Schiffsgüterumschlag nimmt Breisach hier neben Kehl, Karlsruhe und Mannheim eine geringere Position ein, überflügelt allerdings den Hafen von Weil am Rhein, der anders als die Münsterstadt, über Schienenanschluss verfügt. Im Hafen von Neuf-Brisach auf der anderen Rheinseite, ebenfalls mit Gleisanschluss versehen, wird eine etwas größere Tonnage umgeschlagen als in Breisach, erklärte Geschäftsführer Kuttler. Aus seiner Sicht würde der Ausbau der B 31 West bis Breisach die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens verbessern.

"Der Gütertransport auf dem Wasser ist kostengünstig und umweltfreundlich", konstatierte Nicole Razavi. Die freien Transportkapazitäten der Binnenschifffahrt stellen nach ihrer Ansicht, die Politik vor die Aufgabe, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass mehr Güterverkehre von den Landwegen auf die Wasserstraßen verlagert werden können. Nach dem Gespräch fuhren die Abgeordneten mit dem Lift auf das Dach des 45 Meter hohen Silos der Rheinhafengesellschaft und genossen den Rundblick über Breisach und den Flussverlauf. Im Anschluss trafen sie in einem Breisacher Restaurant mit Speditionsunternehmern aus der Region zu einem Informationsgespräch zusammen.

Breisacher Rheinhafen

Die Rheinhafen Breisach GmbH ist ein mehrheitlich kommunales Unternehmen, an dem die Stadt Breisach und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald je etwa 30 Prozent der Gesellschafteranteile halten. Die Stadt Freiburg ist mit zirka 10 Prozent beteiligt. Die restlichen 40 Prozent sind in privater Hand und werden überwiegend von Speditionen gehalten. Die Rheinhafen GmbH ist zu zwei Dritteln an der Lagerhaus Breisach GmbH beteiligt. Beide Unternehmen beschäftigen zusammen 20 Mitarbeiter.

Autor: Kai Kricheldorff