Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. Juli 2011

"Schulen brauchen die Beurteilung von außen"

BZ-INTERVIEW mit Christoph Wolk, Breisacher Realschulleiter.

  1. Christoph Wolk, Rektor der Hugo-Höfler-Realschule Foto: voigt

BREISACH. Die Hugo-Höfler-Realschule in Breisach wurde für die gute Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Berufs- und Schulwahl nach dem Realschulabschluss mit dem Berufswahl-Siegel Baden-Württemberg 2011 ausgezeichnet (wir berichteten). BZ-Mitarbeiter Hans-Jochen Voigt sprach mit dem Rektor Christoph Wolk über den Erfolg der Schule.

BZ: Die Hugo-Höfler-Realschule hat kürzlich das Berufswahlsiegel Baden-Württemberg erhalten. Was bedeutet diese Auszeichnung für Ihre Schule?

Wolk: Diese Auszeichnung hat eine besondere Bedeutung. Sie wird deutschlandweit vergeben. Wir fühlen uns geehrt, da nur ganz wenige Schulen diese Ehrung erhalten. Es ist eine Bestätigung, dass unsere Schule ihre Schülerinnen und Schüler auf die Ausbildungsberufe und die weiterführenden Schulen perfekt vorbereitet.

BZ: Wie viele Realschüler besuchen im Schnitt eine weiterführende Schule?

Wolk: 40 Prozent der Schüler verlassen unsere Schule, um anschließend den Abschluss am Gymnasium zu absolvieren, die weiteren 60 Prozent gehen auf andere Schulen oder direkt in Ausbildungsberufe der Betriebe, der Banken oder anderer Firmen. Hierfür ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. Deshalb wird das Ergebnis seit einiger Zeit evaluiert. Durch gute Vorbereitung kann die Zahl der ’Abbrecher’ in der Berufsausbildung reduziert werden. Man muss dabei bedenken, dass es derzeit 360 Ausbildungsberufe und 9000 Studiengänge in Deutschland gibt.

Werbung


BZ: Welchen Stellenwert hat dieses Siegel?

Wolk: Es hat höchsten Stellenwert. Die Kriterien werden von unabhängigen Personen zum Beispiel aus der Industrie oder von der Agentur für Arbeit geprüft. Wir brauchen heute Fachleute, die die Ergebnisse der Schulen von außen beurteilen.

BZ: Wer ist an Ihrer Schule maßgeblich für die Zusammenarbeit mit außerschulischen Stellen zuständig?

Wolk: Man kann das Ergebnis nicht nur an einzelnen Personen festmachen. Es wird eng und nachhaltig organisiert. Wir haben 3 Beauftragte für die Berufsorientierung, die mit Schulen und der Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Dazu gehören Oliver Staib, Thomas Scherzinger und Andrea Wieser. Dahinter stehen das gesamte Lehrerkollegium, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern sowie die Betriebe.

BZ: Mit welchen Firmen arbeitet die Realschule zusammen?

Wolk: Unsere Partner sind unter anderem die Volksbank Breisgau-Süd, die Agentur für Arbeit, Rhodia in Freiburg, die Festspiele Breisach, die im handwerklichen Bereich ausbilden, das Sportcenter Umkirch und demnächst auch das Autohaus Märtin/Freiburg. Nicht zuletzt wegen des Gütesiegels kommen inzwischen die Betriebe auf uns zu. Eltern und Schüler arbeiten intensiv in den Arbeitsgruppen mit. Alle Schüler haben die Möglichkeit, im Jahr 2 Wochen in verschiedenen Betrieben ihr Praktikum zu machen. Da wir viele französische Schüler an der Schule haben, arbeiten wir natürlich auch mit französischen Firmen zusammen.

BZ: Wer sind Ihre Ansprechpartner außerhalb der Schule?

Wolk: Die Arbeitsagentur stellt einen Tag in jeder Woche einen Berater den Schülern und Eltern zur Verfügung. Weitere Ansprechpartner sind zum Beispiel die IHK und die Handwerkskammer.

BZ: Was leistet hierzu das Regierungspräsidium?

Wolk: Das Regierungspräsidium bietet insbesondere die Möglichkeit der Weiterbildung für die Lehrer. Unterstützende Beratung erfolgt zum Beispiel durch Frau Güntert vom staatlichen Schulamt.

Autor: jov