Helios-Rosmann-Klinik

SPD im Kreis kritisiert nächtliche Schließung der Breisacher Ambulanz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 20. Januar 2019 um 21:23 Uhr

Breisach

SPD-Kreisverband und SPD-Kreistagsfraktion kritisieren, dass die Notfallambulanz in der Breisacher Klinik nachts geschlossen ist. Notfallpatienten bräuchten "schnelle Hilfe und keine Odyssee".

"Wenn die Kassenärztliche Vereinigung eine Notfallpraxis ablehnt, muss die Notfallversorgung weiterhin durch die Klinik gewährleistet werden", reagiert der SPD-Kreisverband auf den Bericht in der BZ, dass Notfallambulanz der Breisacher Helios-Rosmann-Klinik nachts nicht mehr besetzt ist. Die Landkreisverwaltung sei gefordert, schreiben Birte Könnecke, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Breisgau-Hochschwarzwald, ihr Stellvertreter Oswald Prucker und Reiner Zimmermann, Mitglied im Kreistag und im Breisacher Gemeinderat, in einer Stellungnahme.

Der Kreistagsvorlage zum Zukunftskonzept der Breisacher Klinik habe man im Dezember zugestimmt, weil die drei Hauptanliegen – Erhalt des Klinikstandortes, der Arbeitsplätze und der Notfallversorgung – gesichert schienen. Wichtig sei gewesen, dass das Leistungsangebot "eine effiziente Notfallversorgung, zumindest wochentags tagsüber seitens der Klinik, unter Gewährleistung dieser Versorgung auch in den übrigen Zeiten, insbesondere nachts und am Wochenende, in Räumlichkeiten der Klinik" umfasst.

Diese Vereinbarung werde nun offenbar mit Füßen getreten. Die SPD kritisiert die Aussage von Klinikgeschäftsführerin Dr. Beatrice Palausch, dass jemand, der Bauchweh hat oder sich den Fuß verstaucht, künftig nach Freiburg fahren müsse. Notfälle seien nicht planbar, bei einem Notfall brauche ein Mensch schnelle Hilfe und keine Odyssee. Bei den allermeisten Notfallpatienten handele es sich um medizinische Laien. Es sei absurd, von ihnen zu erwarten, dass sie einschätzen können, ob plötzliche Bauchschmerzen durch Flatulenz oder lebensbedrohliche Zustände verursacht werden, kritisiert die SPD. Zwar habe die SPD den Kompromiss mitgetragen, sie sei aber nicht bereit, die Notfallversorgung der Bevölkerung auf’s Spiel zu setzen. Die SPD fordert den Landkreis auf, "die Einhaltung der Vereinbarung durchzusetzen". "Eine Klinik, die ganze Abteilungen schließen muss, weil zwei Mitarbeiter durch Krankheit ausfallen, sollte ihre Aufstellung überdenken und dies nicht an den Patienten auslassen", heißt es abschließend.

Mehr zum Thema: