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02. August 2010 13:14 Uhr

Weil sich andere Gemeinden nicht einig sind

Stadt fordert Weiterbau der B 31 West von Breisach aus

Die Planungen für die B 31 West gehen schleppend voran – zu schleppend, findet die Stadt Breisach. Deshalb hat sie angeregt, den zweiten Bauabschnitt der Trasse nicht von Gottenheim, sondern von Breisach aus zu beginnen.

  1. Die einen fordern den sofortigen Weiterbau der B31 West, die anderen sind dagegen. Foto: Agnes Pohrt

BREISACH/IHRINGEN. Die zweite Offenlage der Pläne für die B 31 westlich von Gottenheim ändert nichts an der bisherigen Haltung der Stadt Breisach. Abgesehen von der ULB sprachen sich alle Fraktionen des Gemeinderats in ihrer jüngsten Sitzung für den raschen Weiterbau der Straße aus. Angesichts der Widerstände in Ihringen und Wasenweiler fordern sie, den Bau von Breisach aus fortzusetzen. Auch auf den Lärmschutz im Bereich von Hochstetten und die sichere Verknüpfung von Radwegen legen die Räte großen Wert.

"Ich bin froh, dass ich mit Ihnen heute über diesen Punkt diskutieren kann", sagte Bürgermeister Oliver Rein. Die Breisacher Verwaltung habe das Thema B 31 fortlaufend mit den zuständigen Behörden bearbeitet, auch wenn davon nicht viel nach außen gedrungen sei.

Die Zustimmung zur Trassenführung erging bereits vor 18 Jahren

Die jetzt vorliegenden Planungsunterlagen entsprechen der bisherigen Beschlusslage des Gemeinderats. Der vorgesehenen Trassenführung war bereits im Jahre 1992 zugestimmt worden. Im Verlauf des weiteren Verfahrens hatte die Stadt am 3. Mai 2006 eine Stellungnahme abgegeben, um die aus ihrer Sicht notwendigen Nachbesserungen zu dokumentieren. Darin war unter anderem eine sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen der Kernstadt und Hochstetten gefordert worden. In einer späteren Besprechung mit dem Regierungspräsidium wurde dieses Anliegen vertieft.

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Die Planung sieht im Bereich Hochstetten einen Kreisverkehr vor, dessen Fahrbahnteiler eine Überquerungsmöglichkeit bieten. In der Murhau soll die Unterführung eines neuen Geh- und Radweges unter der Bundesstraße für Sicherheit sorgen, außerdem ist in der Verlängerung des Galgenwegs eine Überführung vorgesehen.

Da die Verkehrsprognosen für den Zeitraum bis 2025 eine Erhöhung des Lärmpegels um 2 Dezibel im Bereich des Kreisels Hochstetten erwarten lassen, will die Stadt einen entsprechenden Lärmschutz durchsetzen. Außerdem fordert sie, dass der weitere Ausbau der B 31 mit der Strecke zwischen Breisach und dem Kreuzungsbauwerk am Winklerberg bei Ihringen beginnt. Dadurch werde der Ziel- und Quellverkehr auf den Neuen Weg umorientiert. Erst danach könne eine lang ersehnte und dringend notwendige Regelung zur Beruhigung des innerstädtischen Verkehrs erfolgen.

Die Umweltliste befürchtet mehr Lärm

Des Weiteren will die Verwaltung eine direkte Anbindung des Ortsteils Gündlingen an die neue Straße erreichen. Mit dieser Absicht erklärten sich aber nicht alle Gemeinderäte einverstanden. "Jede Zufahrt ist zugleich eine Abfahrt. Damit holen wir uns mehr Verkehr in unseren Ort", warnte Ortsvorsteher Walter Ziegler (CDU). Dieser Einschätzung schloss sich auch Imogen Wiedensohler (FDP/FWB) an.

Jörg Leber (CDU) nannte die B 31 ein Jahrhundertbauwerk, dessen Nutzen niemand bestreiten könne und das nun hoffentlich zügig realisiert werde. Er appellierte an die Verwaltung, an den berechtigten Forderungen der Stadt festzuhalten und vor allem darauf zu dringen, dass der Weiterbau von Breisach ausgehend erfolgt.

"Unsere Region braucht endlich diese Ost-West-Achse, um den zunehmenden Verkehr zu verarbeiten und leistungsfähig zu bleiben", bekräftigte auch Reiner Zimmermann (SPD). Der Standortnachteil sei evident.

"Von Breisach ist nie ein Nein ausgegangen", erinnerte Zimmermann und empfahl den Gemeinden, "bei denen der Ball liegt", das Projekt zum Wohle der Region mitzutragen.

Droht Breisach ein Verkehrschaos?

Die ULB teile diese Ansichten ganz und gar nicht, widersprach Fraktionssprecher Jürgen Langer. Nicht genug, dass der Verkehrsetat völlig unterentwickelt und eine zeitnahe Umsetzung des Straßenprojekts damit nicht zu erwarten sei. Es mache auch keinen Sinn, zwei konkurrierende Systeme voranzutreiben, indem einerseits die Bundesstraße gebaut und andererseits in die Taktverkürzung beim öffentlichen Nahverkehr investiert werde. Für Breisach, insbesondere den Ortsteil Hochstetten, sei durch die Bundesstraße eine deutlich höhere Lärmbelastung zu befürchten.

Die FDP/FWB-Fraktion fordere unbedingt den Weiterbau der Straße, anderenfalls drohe Breisach ein Verkehrschaos, mahnte Werner Schneider. Gerade wenn sich die anderen betroffenen Gemeinden nicht einig seien, halte auch seine Fraktion es für sinnvoll, von Breisach aus zu bauen. Schneider lobte die Planung einer Überführung im Bereich des verlängerten Galgenwegs nördlich von Hochstetten und bat die Verwaltung, das Thema Radwegvernetzung weiter zu verfolgen.

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Autor: Bianka Pscheidl