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20. Oktober 2010

"Südbaden bildet aus"

CDU-Abgeordnete besuchen das Christophorus-Jugendwerk .

  1. Das Jugendwerk hat sieben eigene Werkstätten für die Berufsausbildung. Foto: Birgit Lüttmann

BREISACH-OBERRIMSINGEN (lue). Unter dem Motto "Südbaden bildet aus" besuchte der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß zusammen mit den Sozialausschüssen der CDU-Südbaden das Christophorus-Jugendwerk in Oberrimsingen.

Das Jugendwerk in Oberrimsingen wird getragen vom Caritas-Verband und kümmert sich um die Förderung benachteiligter Jugendlicher. Norbert Scheiwe, der Leiter des Jugendwerks, begrüßte Weiß und die Mitglieder der Sozialausschüsse sowie Landrätin Dorothea Störr-Ritter zu der Informationsveranstaltung und der Führung durch die Flex-Fernschule und die Ausbildungswerkstätten.

Im Gespräch mit Schulamtspräsident Siegfried Specker stellte Scheiwe die Aufgaben seiner Einrichtung vor: Angebote für Jugendliche, die in der üblichen Schullaufbahn nicht zurecht kommen. Das Einzugsgebiet ist groß und die Jugendlichen stammen aus allen sozialen Schichten. Das Ziel ist immer ein formeller Bildungsabschluss, da dieser eine Chance auf Ausbildung und damit auf Integration bietet. Scheiwe sprach von einer "Gewährleistung von Abschlüssen". Der Schwerpunkt liegt auf der individuellen Förderung der Jugendlichen. Nur wenige befinden sich stationär in der Einrichtung. Insgesamt betreut das Christophorus-Jugendwerk 400 bis 450 Jugendliche in verschiedensten Bereichen.

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Die schulische Ausbildung betrifft den Hauptschul- und neuerdings auch den Realschulabschluss. Die Schülerinnen und Schüler der Flex-Fernschule bekommen individuelle Lernbriefe, die sie innerhalb einer Woche zurückschicken müssen.

Informationen über die Flex-Fernschule

In der Fernschule gibt es kein Klassenzimmer, sondern die Schüler arbeiten zu Hause. Damit das auch funktioniert, wird mit Hilfe von Eltern, Verwandten und Sozialarbeitern ein Netzwerk gebildet. Zwölf Fernlehrer stehen dabei für telefonische Anfragen zur Verfügung. Lediglich zur Abnahme von Prüfungen kommen die Prüflinge in die Schule.

Ulrich Ganter von der Flex-Fernschule sagte dazu, dass über 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler durchhalten, denn sie "bekommen wieder Spaß am Lernen". Er führte die Besucher durch die Räume der Fernschule und zeigte einen Lernbrief als Beispiel. Auffallend waren die vielen Fotos an den Wänden, die den Schülerinnen und Schülern "ein Gesicht geben".

Für die berufliche Ausbildung stehen sieben verschiedene Werkstätten zur Verfügung. Die Besucher durften sich in Schlosserei, Schreinerei und Fahrradwerkstatt umschauen. Hier werden Jugendliche zu Fachwerkern oder Facharbeitern ausgebildet. Sogar eine moderne CNC-Maschine ist vorhanden. Scheiwe zeigte sich stolz auf die Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerksbetrieben, bei denen seine Schüler ein Praktikum absolvieren können. Damit erhalten sie ein wichtiges Training für die Realität, sie können sich leichter integrieren. Die Abschlüsse, die sie am Ende der Ausbildung erhalten, sind ganz normale Abschlüsse, geprüft von der zuständigen Handwerkskammer.

Autor: lue