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23. Februar 2011
"Tourismus intensivieren"
Podiumsdiskussion über die Zukunft des ländlichen Raums.
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Über eine sinnvolle Politik für den ländlichen Raum wurde bei einer Wahlveranstaltung in Wasenweiler diskutiert. Auf dem Podium saßen (von links) die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß, der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Bayer, Wasenweilers Ortsvorsteher Alois Lai und der Kaiserstühler Nabu-Vorsitzende Engelbert Mayer. Foto: kai kricheldorff
IHRINGEN-WASENWEILER / BREISACH / VOGTSBURG (kff). Politische Initiativen und bürgerschaftliches Engagement sind Themen, die der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Bayer ins Zentrum seines Wahlkampfs gestellt hat. Bei einer Veranstaltung im Gasthof "Sonne" in Wasenweiler ging er der Frage nach, wie der ländliche Raum politisch gestärkt werden kann. Dazu hatte Bayer zu einer Diskussion mit der Ortenauer SPD-Bundestagsabgeordneten Elvira Drobinski-Weiß, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins "Bischoffinger Dorflädele", Wolf Klingenmeier, und Engelbert Mayer von der Nabu-Gruppe Kaiserstuhl aus Eichstetten eingeladen.
Bayer nannte konkrete Schritte, die aus seiner Sicht notwendig sind, um das wirtschaftliche und kulturelle Leben im ländlichen Raum künftig zu sichern. Dazu gehört die Intensivierung des Tourismus, da dieser Wirtschaftszweig mehr Arbeitsplätze in Baden-Württemberg bereitstelle als die Automobil- und Maschinenbauindustrie. Nötig seien auch die ländliche Versorgung mit Schulen und Arztpraxen sowie die dezentrale Energiegewinnung.
Klar sprach sich der SPD-Politiker dafür aus, den Anbaustopp für Reben in Deutschland aufrecht zu erhalten, damit auch zukünftig Weinbau in der Rheinebene verhindert wird. Erhalten werden müsse auch der Naturgarten Kaiserstuhl, sowohl als Produktionsfläche für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie als einzigartige Landschaft. Die Sicherung der Grund- und Nahversorgung auf den Dörfern forderte Bayer ebenso wie den Abbau von Defiziten beim ÖPNV und dem DSL-Netz.
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Auch eine Vereinfachung der Verwaltungsvorschriften beim Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) der Landesregierung hält Bayer für überfällig. Dieses im Kern gute System sei zu einem "bürokratischen Monster" geworden, klagte der SPD-Politiker.
Würde Baden-Württemberg auf "grüne Gentechnik" verzichten und das Land sich zur "Gentechnikfreien Zone" erklären, wäre dies ein Standortvorteil, denn viele Verbraucher lehnten die Gentechnik als unkalkulierbar ab, meinte Bayer. Elvira Drobinski-Weiß, die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, schlug vor, Kenntnisse über Ernährung und Kochen als Bildungsinhalte in den Unterricht aller Schularten einfließen zu lassen. Wolf Klingenmeier beschrieb Entwicklung und Ziele, die sein Verein mit der Gründung des "Bischoffinger Dorflädeles" verfolgt, das am 26. Februar eröffnet wird. Nabu-Vorsitzender Engelbert Mayer unterstrich die Bedeutung des Anbaustopps für Weinreben. "Mit der Ausweitung des Rebanbaus in den Tallagen würden einzigartige Lebensräume der Natur zerstört werden", erklärte Mayer.
Viele Fragen und Diskussionsbeiträge belegten das große Interesse der auch aus dem weiteren Umkreis angereisten Versammlungsteilnehmer. Das Ergebnis bündelte MdL Christoph Bayer am Ende zu drei Aspekten: Der ländliche Raum dürfe nicht dem Flächenfraß anheimgegeben werden. Die in ihm erzielte Wertschöpfung müsse in der Region gehalten und ihr Abfluss in andere Landesteile verhindert werden. Schließlich sei darauf zu achten, dass im Rahmen der Entwicklung der neu geschaffenen Metropolregion entlang des Oberrheins der ländliche Raum nicht untergeht, so Bayer.
Autor: kff


