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22. Dezember 2011 14:40 Uhr
Bei Grezhausen
Verein plant Flugplatz für Ultra-Leichtflieger
Auf einer Weidefläche zwischen Grezhausen und dem "Sonnenhof" in unmittelbarer Nähe zum Rheinwald sollen Motorschirm-Fluggeräte starten und landen können. Das Projekt wurde im Ortschaftsrat Oberrimsingen vorgestellt.
Diese Ultra-Leichtflieger bestehen aus einem Gleitschirm und werden mit einem motorradähnlichen Gerät angetrieben und gesteuert. "Bauliche Veränderungen wird es nicht geben", sagte Camill Freyler. Der 62 Jahre alte pensionierte Kriminalbeamte ist Vorsitzender des "Südbadischen Motorschirmvereins mit 15 aktiven Mitgliedern. "Alles, was es an Veränderungen geben wird, ist eine Bodenhülse, in die wir einen kleinen Windsack stecken werden, wenn wir dort fliegen". Die Größe des Geländes beträgt 238 Ar.
Die Bevölkerung benachbarter Orte würde nicht beeinträchtigt werden, sagte Freyler: "Wir überfliegen keine Städte und Wälder". Dort hätten die Flieger selbst große Probleme bei einer Notlandung. Laut Gesetz dürften die Fluggeräte nur von 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang in der Luft sein, die Sichtweite müsse 1,5 Kilometer betragen. Ein Mindestabstand von 300 Metern müsse über bebautem Gelände und von 150 Metern über freiem Gelände eingehalten werden.
Wind, Nebel, Thermik und tiefhängende Wolken ließen einen Flug nicht zu. Außerdem gebe es weitere Einschränkungen, referierte Freyler. So lasse die Thermik im Sommer das Fliegen lediglich von 8 bis 10 Uhr und ab 18 Uhr bis Sonnenuntergang zu. Im Winter könne man von etwa 9 bis 16 Uhr fliegen. Dabei sei jedoch zu bedenken, dass es pro 100 Meter Höhe mehr um jeweils ein Grad kälter werde, was schnell unangenehm werde. Vereinseigene Beschränkungen ließen einen Flug an Wochentagen nur ab 7.30 Uhr und samstags ab 8 Uhr zu. Er rechne mit 200 bis 250 Flügen im Jahr, sagte Freyler. Die Geräuschentwicklung der Fluggeräte entspreche etwa der eines Rasenmähers.
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Die Ortschaftsräte gaben zu bedenken, dass in den vergangenen Wochen wiederholt in Oberrimsingen am Sportplatz solche Flieger erheblichen Lärm verursacht hätten. In der Gegend seien zurzeit mehrere "Schwarzflieger" unterwegs, die noch nicht identifiziert wurden, erklärte Freyler dazu. Diese Flieger hätten mit seinem Verein nichts zu tun. Vereinsmitglieder, die sich nicht an die strengen Vorschriften hielten, würden abgemahnt oder verlören bei wiederholten Verstößen ihre Lizenz.
Rechtliche Bedenken, die das Vorhaben verhindern könnten, wurden von den Ortschaftsratsräten nicht vorgebracht. Das Freiburger Regierungspräsidium wollte sich gegenüber der BZ noch nicht zu den Plänen äußern. Man wolle abwarten, bis alle angeforderten Stellungnahmen eingegangen seien, das sei noch nicht der Fall, erklärte Bernd Wagner, luftfahrttechnischer Angestellter bei der Behörde. Üblich sei es, derartige Genehmigungen mit Auflagen zu erteilen. So sei denkbar, dass Startzeiten und -frequenzen beschränkt würden. Zudem werde eine Genehmigung zunächst auf 2 Jahre beschränkt.
Generell spreche nichts gegen eine Genehmigung, meinte Siegmar Geisert, Tiefbauamtsleiter der Stadt Breisach. Allerdings habe die Stadt ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass die Wirtschaftswege mehr in Anspruch genommen würden und im Bereich der umliegenden Ortschaften und am Tuniberg mehr Lärm entstehen könnte.
Autor: Hans-Jochen Voigt
